Nebenkosten machen in manchen Städten 42 Prozent der Warmmiete aus. Wo sie am höchsten sind – und wie Mieter Heiz- und Wasserkosten senken.
In vielen Großstädten wachsen die Nebenkosten mittlerweile schneller als die Kaltmiete. Teils machen sie damit schon fast die Hälfte der gesamten Miete aus. Das können Sie dagegen tun.
Bundesweit liegen die Nebenkosten für eine Mietwohnung mittlerweile bei 3,59 Euro je Quadratmeter pro Monat. Das ergibt eine Auswertung vom Dienstleister Mineko aus rund 165.000 Nebenkostenabrechnungen der vergangenen zwölf Monate.
Verglichen mit dem Vorjahr stiegen die durchschnittlichen Nebenkosten demnach um rund 4,5 Prozent. Das ist etwas mehr als die Kaltmieten. Diese legten nach Angaben des Postbank Wohnatlas 2026 nur um rund 4,4 Prozent zu.
Mineko hat die Nebenkosten für 60 deutsche Großstädte aufgeschlüsselt. Die Spanne reicht von 3,34 Euro in Zwickau bis 4,54 Euro pro Quadratmeter in Aachen. Allein das ist ein Unterschied von 36 Prozent. Der Wohnort entscheidet also nicht nur über die Höhe der Kaltmiete, sondern auch der Nebenkosten.
Zur Einschränkung: Die Daten beruhen auf Nebenkostenabrechnungen, die Mieter selbst bei Mineko eingereicht haben. Es ist also möglich, dass eher Menschen mit hohen Abrechnungen einen Dienstleister für deren Überprüfung kontaktieren als Menschen mit niedrigen Kosten.
Allerdings ist die absolute Höhe der Nebenkosten nur ein Indikator. Fast wichtiger ist, welchen Anteil die Nebenkosten an der gesamten Miete haben. Schließlich fallen 4,15 Euro, die in München fällig werden, weniger ins Gewicht. Hier machen sie nur rund 21 Prozent der gesamten Miete aus. Die Kaltmiete liegt bei 16 Euro. Ganz anders sieht es in Duisburg aus. Hier sind die durchschnittlichen Nebenkosten mit 4,16 Euro nur einen Cent höher als in der bayerischen Landeshauptstadt. Allerdings liegen hier die Kaltmieten auch nur bei 6,62 Euro pro Quadratmeter. Entsprechend betragen die Nebenkosten 39 Prozent der gesamten Miete.
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Während in München der Anteil der Nebenkosten an der Kaltmiete in den 60 untersuchten Städten am geringsten ist, liegt Duisburg umgekehrt auf Platz 2 der Städte mit dem ungünstigsten Verhältnis für Mieter. Nur in Gera ist es mit 42 Prozent noch schlimmer. Auf 4,91 Euro durchschnittliche Kaltmiete kommen hier 3,52 Euro Nebenkosten.
Den größten Anstieg der Nebenkosten im Vergleich zum Vorjahr misst Mineko dabei in Wiesbaden. Hier gingen sie um 18,9 Prozent nach oben und liegen jetzt bei 4,35 Euro. Hohe Steigerungsraten gab es auch in Bielefeld (+15,9 Prozent auf 3,93 Euro), Krefeld (+14,6 Prozent auf 3,76 Euro) und Chemnitz (+13,9 Prozent auf 3,68 Euro). Umgekehrt verbuchte Essen mit 7,0 Prozent den stärksten Rückgang der Nebenkosten. Auch in Hannover (-4,0 Prozent) und Stuttgart (-3,6 Prozent) ging es nach unten.
Die Mietnebenkosten sind alle Betriebskosten einer Wohnung, die Ihr Vermieter auf Sie umlegen darf. Den größten Anteil dabei machen die Heizkosten aus. Mineko führt sie mit durchschnittlich 1,23 Euro pro Quadratmeter und Monat. Zweitgrößter Kostenpunkt ist Warmwasser mit 0,63 Euro. Weitere 0,36 Euro werden für Gebäudeversicherungen fällig. In kleinerem Maße gehören auch die Abfallentsorgung, Straßenreinigung und Winterdienst sowie, falls vorhanden, ein Hausmeister oder die Gebäudereinigung zu den Nebenkosten.
Nicht umlagefähig sind hingegen Rücklagen oder Ausgaben für Reparaturen und Instandhaltungen sowie alle Verwaltungskosten des Hauses. Sie zählen deswegen nicht zu den Nebenkosten. Allerdings können sie bei der Berechnung der Kaltmiete eine Rolle spielen.
Damit Ihre persönliche Nebenkosten-Abrechnung möglichst günstig ausfällt, müssen Sie in erster Linie weniger Ressourcen verbrauchen. Das gilt besonders für die teuersten Nebenkostenpunkte Heizung und Warmwasser. Zwar zahlen Sie für beides monatliche Abschläge, doch einmal im Jahr muss Ihr Vermieter eine Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch erstellen. Je weniger Heizenergie und Wasser Sie also verbrauchen, desto mehr Geld können Sie im Folgejahr zurückbekommen. Meist sinken auch die monatlichen Abschläge dadurch.
Was möglich ist, können Sie bei der Verbraucherzentrale überprüfen. Die hat einen Heizspiegel vorgelegt. In diesem können Sie in einer Tabelle für Ihre Wohnungsgröße und Ihren typischen Verbrauch in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr ablesen, ob Sie zu viel oder wenig Heizenergie verbrauchen. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus mit Gasheizung sollte zum Beispiel etwa bei einem Verbrauch von 114 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr landen. Spätestens ab 180 Kilowattstunden wäre Ihr Verbrauch zu hoch. Mit einer Wärmepumpe sind 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr in Ordnung, ab 70 verbrauchen Sie definitiv zu viel.
Auch die Heizkosten lassen sich damit einordnen. Für die gleiche Wohnung mit Gasheizung liegen 14,70 Euro pro Quadratmeter und Jahr im Durchschnitt. Wer mehr als 22 Euro bezahlt, zahlt zu viel. Bei einer Wärmepumpe lägen die durchschnittlichen Kosten bei 9,70 Euro. Hier wären schon 20 Euro deutlich zu viel.
Der einfachste Trick, weniger Heizenergie zu verbrauchen, ist, weniger zu heizen. Die Stufen auf Ihrem Thermostat geben dabei die Zieltemperaturen an. Stufe 1 steht für 12 Grad Raumtemperatur, Stufe 2 für 16 Grad und so weiter in Vier-Grad-Schritten. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, das Wohnzimmer auf 20 Grad, also Stufe 3, aufzuheizen, das Schlafzimmer auf 18 Grad (Stufe 2,5) sowie weniger genutzte Räume auf 16 Grad (Stufe 2). Das bringt viel: Jedes Grad weniger verringert die Heizkosten um rund sechs Prozent. Unter 16 Grad sollten Sie aber nicht fallen, dann droht Schimmelbefall.
Wichtig ist zudem, dass Ihre Heizkörper frei von Möbeln sind, damit sich die erwärmte Luft möglichst effektiv verteilen kann. Zudem sollten Sie die Thermostate herunterdrehen, wenn Sie die Wohnung verlassen, also etwa, wenn Sie morgens zur Arbeit gehen.
Wassersparen ist nicht nur in der Sommerdürre ein Thema. Es kann Ihnen über das ganze Jahr gesehen Geld sparen. Der Durchschnittsdeutsche verbraucht laut ADAC 47 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Zusammen mit den Abwassergebühren kostet das zwischen 200 und 250 Euro im Jahr. Ein Familienhaushalt mit vier Personen liegt dadurch schnell bei mehr als 800 Euro.
Das meiste Wasser wird für die Körperpflege verwendet. Besonders volle Badewannen fallen hier ins Gewicht. Duschen verbraucht deutlich weniger Wasser. 27 Prozent des Verbrauchs gehen auf die Toilettenspülung zurück, 12 Prozent auf die Waschmaschine und 6 Prozent auf die Reinigung von Geschirr. Wassersparende Elektrogeräte bringen hier also bereits einen merklichen Vorteil. Auch hilft es, Wasch- und Spülmaschinen nur voll beladen einzuschalten.
In der Dusche können Sie die Nebenkosten mit einem wassersparenden Duschkopf reduzieren. Der verbraucht meist 6 bis 9 Liter pro Minute, während herkömmliche Duschköpfe einen doppelt so hohen Durchfluss haben. Dabei leidet das Duschgefühl kaum. Am Toilettenkasten hilft es, die Spartaste so häufig wie möglich zu nutzen. Dabei fließen meist nur drei bis sechs Liter durch die Toilette.
Bei den weiteren Nebenkosten ist das Einsparpotenzial gering. Abfallentsorgung oder Straßenreinigung beruhen meist auf städtischen Gebührenordnungen, auf die Ihr Vermieter keinen Einfluss hat. Es lohnt sich aber, die jährliche Nebenkostenabrechnung genau zu überprüfen. Sie sollten vor allem schauen, ob Ihr Vermieter hier Dinge abrechnet, die er nicht abrechnen darf. Dazu gehören etwa Reparaturkosten. Auch plötzlich stark ansteigende Kosten für die Gebäudereinigung oder Gartenpflege dürfen Sie hinterfragen und sich die tatsächlichen Rechnungen zeigen lassen. Einsprüche gegen die Nebenkostenabrechnung dürfen Sie bis zu ein Jahr nach deren Erhalt einlegen.
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