Die Verhandlungen mit Teheran sind offenbar vorerst gescheitert. Dem Nahen Osten könnten schon bald wieder heftige Kämpfe bevorstehen – die Golfstaaten und die Weltwirtschaft wären die Leidtragenden.
Die Verhandlungen mit Teheran sind offenbar vorerst gescheitert. Dem Nahen Osten könnten schon bald wieder heftige Kämpfe bevorstehen – die Golfstaaten und die Weltwirtschaft wären die Leidtragenden.
02.10.2026, 15.23 Uhr
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Imago
Die USA schicken einen weiteren Flugzeugträger in den Nahen Osten. Die USS «Theodore Roosevelt» und drei begleitende Zerstörer haben laut Medienberichten den Hafen von San Diego zu Beginn der Woche verlassen. Der Verband soll die Region Mitte oder Ende November erreichen. Auf den Schiffen befinden sich mindestens neuntausend Soldaten.
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Bis jetzt bleibt unklar, ob die Kriegsschiffe die zwei bereits in der Region stationierten Flugzeugträger ersetzen oder ob die USA ihre Präsenz noch weiter verstärken – um womöglich in einigen Wochen ihre Angriffe auf Iran wieder aufzunehmen. Am Donnerstag sagte Donald Trump dem «Time Magazine», es sei «möglich», dass er nach den Midterm-Wahlen in den USA am 3. November weitere Bombardements befehlen werde. In demselben Gespräch behauptete der amerikanische Präsident auch, Frieden mit Iran sei unmöglich.
Iran droht mit Angriffen auf EnergieinfrastrukturSchon seit einem Monat haben die USA keine neuen Angriffe auf Iran mehr geflogen. Stattdessen setzt Trump vor allem auf wirtschaftlichen Druck: Die USA haben Sanktionen und eine Seeblockade gegen Teheran verhängt. Gleichzeitig eskortieren amerikanische Kriegsschiffe Tanker durch die Strasse von Hormuz.
Die Strategie scheint vorerst aufzugehen. Laut dem Datenanbieter Kpler wurde im September so viel Erdöl aus dem Nahen Osten transportiert wie zu Vorkriegszeiten – abzüglich der iranischen Exporte, die wegen der Blockade quasi zum Erliegen gekommen sind.
Dennoch ist Teheran offenbar nicht zu signifikanten Zugeständnissen bereit. Vergangene Woche machte Irans Aussenminister Abbas Araghchi zwar ein neues Angebot für eine diplomatische Lösung. Der iranische Vorschlag sah jedoch im Grunde nur eine Rückkehr zu der im Juni vereinbarten Absichtserklärung zwischen Teheran und Washington vor. Trump hat die Offerte abgelehnt – der US-Präsident ist offenbar zuversichtlich, dass Iran unter dem wachsenden Druck mehr Zugeständnisse als in der Vergangenheit machen wird.
Das iranische Regime gibt sich indes unnachgiebig. Längst haben die Iraner ihre Drohungen ebenfalls verschärft. Vor wenigen Tagen sagte Irans Parlamentspräsident, Mohammed Bagher Ghalibaf: «Wenn unsere Sicherheit nicht gewährleistet ist, wird keine Infrastruktur sicher sein.»
Der frühere General der Revolutionswächter gilt als neuer starker Mann im Machtgefüge der Islamischen Republik. Sollten die USA Iran angreifen, wird Teheran also wohl die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten anvisieren – für die Region und die globalen Energiemärkte wäre dieses Szenario eine Katastrophe.
Wie reagieren die Golfstaaten?Die USA scheinen sich jedoch genau darauf einzustellen. Laut dem Portal «Axios» hat Washington zwei zusätzliche Batterien des Patriot-Flugabwehrsystems nach Katar und Saudiarabien geliefert. Die Patriots sollen Öl- und Gasanlagen in den Golfstaaten gegen mögliche iranische Attacken beschützen.
Sollten die USA ihre Angriffe auf Iran wieder aufnehmen, brauchen sie dafür die Zustimmung der Golfaraber. Laut Berichten hat Saudiarabien Washington im Mai verboten, seinen Luftraum zu nutzen – aus Angst vor iranischer Vergeltung gegen die Energieinfrastruktur im Königreich. Die amerikanischen Kampfjets mussten am Boden bleiben. Die Patriots sollen Riad wohl dazu bewegen, möglichen neuen amerikanischen Attacken zuzustimmen.
Die Golfaraber bevorzugen allerdings immer noch eine Verhandlungslösung. Katarische Vermittler haben in dieser Woche neue Entwürfe für ein Abkommen zwischen Washington und Teheran hin- und hergeschickt. Am Mittwoch präsentierte Irans Aussenminister Araghchi den letzten amerikanischen Vorschlag in der iranischen Kabinettssitzung, eine Antwort aus Teheran steht noch aus.
Es besteht immer noch die leise Hoffnung auf einen Durchbruch. Doch währenddessen bereiten Teheran und Washington eine Rückkehr zum Krieg vor – der dieses Mal noch zerstörerischer verlaufen könnte.
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