Der Freistaat bleibt eine Hochburg bei Konzerten der rechten Szene. Was ein Lokal in einer kleinen Südthüringer Gemeinde damit zu tun hat.
Anhänger der rechten Szene stehen auf dem Gelände eines Rechtsrock-Konzertes. (zu dpa: «Thüringen mit den meisten rechtsextremen Konzerten»)
Foto: dpa/arifoto UG
Berlin. Die meisten offen angekündigten rechtsextremen Musikveranstaltungen hat es im ersten Halbjahr in Thüringen gegeben. Von den deutschlandweit bisher 79 Konzerten und Liederabenden dieser Art fanden allein 51 in Thüringen statt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Mandy Eißing und anderen Bundestagsabgeordneten der Linken hervor.
Ein örtlicher Schwerpunkt liegt in einer kleinen Gemeinde im Landkreis Hildburghausen. Dort betreibt Tommy Frenck, ein bundesweit vor allem als Organisator von Konzerten der rechten Szene bekannter Rechtsextremist, einen Gasthof. Regelmäßig treten dort entsprechende Interpreten und Gruppen auf.
Insgesamt 130 rechtsextremistische Musikveranstaltungen erfasste die Polizei im ersten Halbjahr bundesweit. Dazu zählen auch Veranstaltungen, die zwar konspirativ angekündigt und vorbereitet wurden, den Behörden aber trotzdem bekannt wurden.
»Rechtsextreme Konzerte sind für die rechte Szene wichtige Werkzeuge zur Finanzierung, Vernetzung und Rekrutierung. Besonders problematisch ist, wenn sich dafür dauerhafte Strukturen und Immobilien etablieren können«, sagte Eißing mit Blick auf die Zahlen. »Dass Thüringen hier bundesweit an der Spitze steht, zeigt, wie fest diese Strukturen verankert sind. Es reicht nicht, einzelne Konzerte zu verhindern. Wir müssen ihnen Räume, Infrastruktur und Nachwuchs entziehen«, so die Forderung der Linke-Politikerin. dpa/nd
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