Jürgen Klopp schlendert ins Stimmengewirr des DFB-Trainings, scherzt mit den Reportern und genießt den Neustart – bevor nur noch die Ergebnisse zählen.
Jürgen Klopp schlendert ins Stimmengewirr des DFB-Trainings, scherzt mit den Reportern und genießt den Neustart – bevor gegen Oranje nur noch die Ergebnisse zählen.
Die Spieler brüllen, jubeln und ächzen in der Ferne. Das Training hat soeben begonnen, die ersten Übungen laufen und der Hauptübungsleiter geht gemächlichen Schrittes in Richtung Journalisten, Fotografen und Kamerateams.
„Morgen“, ruft Jürgen Klopp breit grinsend. „Seid ihr auch alle heute Abend in Amsterdam?“, fragt er mit Blick auf die obligatorische Pressekonferenz vor dem Nations-League-Spiel gegen die Niederlande am Donnerstag. Als die meisten zustimmen, täuscht er vor, wieder umzudrehen. Aber nein, er bleibt, um tatsächlich ein paar Fragen zu beantworten – falls uns die Holländer später nicht zu Wort kommen lassen. Eine Mini-PK am Trainingsplatz.
Etwas überrumpelt schießen die ersten los. Ein ungewöhnlicher Vorgang, nach dem selbst die dienstältesten Nationalmannschaftsreporter rätseln, welcher Bundestrainer so etwas zuletzt getan hat. Julian Nagelsmann war es sicherlich nicht.
Klopp erzählt von seinen ersten zwei Tagen und den ersten Erlebnissen im Trainingscamp von Herzogenaurach. Er ist locker, witzig und haut auf Klopp’sche Art typische Sprüche raus.
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Wie fühlt es sich an, nach rund zwei Jahren Pause wieder als Trainer auf dem Platz zu stehen?
„War mir nicht sicher, ob etwas eingerostet ist, aber es ging. Bisschen wie Radfahren.“
„Habe neulich beim Supercup festgestellt: Ich wusste gar nicht, dass ich die Nationalhymne draufhabe. Komplett. War mir neu. Habe sie ja selten gesungen zu Hause.“
„Bei allen positiven Vibes wissen wir alle, dass wir Ergebnisse liefern müssen. Ich würde es gerne lange machen. Dafür müssen wir es gut machen.“
„Ich kenne mehr Spieler von Holland persönlich als Xavi.“
Danach lacht er laut. Viele Stars der niederländischen Elftal trainierte Klopp beim FC Liverpool. Neuer Bundestrainer, neuer Bondscoach. Xavi steht bei Oranje vor einer identischen Situation wie Klopp.
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Im Hintergrund wird das Gebrüll der DFB-Stars lauter, ausgelassener, wehrig. In den 15 Minuten steht der Spaßfaktor ganz im Vordergrund, kleine kompetitive Spiele bringen die Stars auf Temperatur.
Das war schon beim Auftakttraining am Dienstag der Fall. Klopp stand dabei im Hintergrund und beobachtete das unterhaltsame Geschehen breit grinsend. Er schien den Moment zu genießen und voll aufzusaugen.
Am Mittwoch beginnt die Einheit mit einem Geburtstagsständchen für den Videografen des Teams, die Spieler klatschen dabei fleißig im Takt. Es geht gleich mit einer ausgelassenen Stimmung auf den Rasen.
Mit der plaudert dann auch Klopp mit uns. Nach dem Training wartet der Flieger Richtung Amsterdam. Dort treffen wir ihn in der Johan-Cruyff-Arena zum zweiten Medientermin des Tages – dann auch ganz offiziell.