Die Fußballfans lieben Jürgen Klopp. Egal, was er tut, der neue Bundestrainer wird dafür gelobt und gefeiert. Ihm selbst ist der große Hype etwas zu viel.
Die Fußballfans lieben Jürgen Klopp. Egal, was er tut, der neue Bundestrainer wird dafür gelobt und gefeiert. Ihm selbst ist der große Hype um seine Person etwas zu viel.
Während Jürgen Klopp am Samstagnachmittag auf dem idyllischen Adidas-Gelände noch ein Fernsehinterview gibt, stehen 20 bis 25 Fans hinter einem Zaun und beobachten ihren neuen Bundestrainer. Nach getaner Arbeit kommt Klopp zu ihnen und nimmt sich trotz Hinweises seiner Security, dass es noch Anschlusstermine gibt, die Zeit für seine Fans. Fotos und Autogramme bekommen alle, die welche haben wollen.
Klopp ist beliebt. Bei Fans, bei den Spielern, bei der Konkurrenz und bei den Medien. Von allen Seiten gab es für sein DFB-Debüt am Donnerstag gegen die Niederlande (1:1) großes Lob. Dabei ließ die Leistung der Nationalelf durchaus Anlass zur Kritik. Das Unentschieden gegen dominante Holländer war ein schmeichelhafter Einstand.
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Bei Klopp ist das etwas anders. „Kloppo“ ist deutsches Kulturgut und genießt daher einen unmessbaren Kredit bei den Fans. Der Menschenfänger. Die große Verehrung ist aber selbst dem 59-Jährigen etwas unangenehm:
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„Es war mir schon immer zu viel. Hat das irgendwas verändert? Ich kann es hunderttausendmal sagen: Ich brauche das nicht, ich sehne mich nicht danach, ich kann es nicht verhindern, ich denke nicht drüber nach.“
Der Klopp-Hype ist Klopp zu viel. Aber er hilft. Zumindest für den Moment.
Es braucht Zeit und Geduld, um die Nationalmannschaft nach dem erneuten WM-Desaster wieder aufzubauen. Noch mehr Zeit und Geduld braucht es, um den Klopp-Fußball im Team zu implementieren.
Dass er keine Wunder vollbringen kann, das hat das Spiel in Amsterdam gezeigt. Erste positive Auswirkungen waren sichtbar, gewiss, vieles hat aber noch nicht funktioniert – kein Wunder, nach nur zwei Trainingseinheiten.
Zeit und Geduld. Fußball-Deutschland wird Klopp dies zugestehen, zu sehr sehnt sich die Nation nach einer erfolgreichen Nationalmannschaft. Zu sehr lieben die Fans ihren Kloppo.
Der Bundestrainer weiß aber selbst nur zu gut: Bleibt das DFB-Team auch unter ihm über einen längeren Zeitraum erfolglos, schrumpft der Kredit schneller, als ihm lieb ist. Die nächsten drei Länderspiele in der Nations League geben die Richtung vor.