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Beim Rennen gegen 100 Mann erlebe ich einen völlig anderen Max Verstappen

Дата публикации: 19-09-2026 06:22:00

Max Verstappen überholte bei „Max vs. 100“ alle 100 Fahrer. Vor Ort in Silverstone zeigte der Weltmeister eine Seite, die man aus der Formel 1 kaum kennt.

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Max Verstappen überholte bei „Max vs. 100“ alle 100 Fahrer. Vor Ort in Silverstone zeigte der Weltmeister eine Seite, die man aus der Formel 1 kaum kennt.

Ende der 14. Runde schiebt sich die Schnauze von Max Verstappens Kart auch noch am letzten Fahrer vorbei. Drei tapfere Rennfahrer hatten sich vorne rundenlang bekämpft, verbissen um die Spitze gefightet und dabei völlig aus den Augen verloren, worum es eigentlich ging: Bloß nicht von Verstappen überholt werden!

Die beiden Tage vor Ort in England zeigten mir aber auch, warum Verstappen in seiner Heimat so gefeiert wird, wie Michael Schumacher früher mal bei uns. Nicht nur wegen seines sagenhaften Talents, sondern wegen einer Seite an ihm, die man in der knallharten Formel 1 nur ganz selten zu Gesicht bekommt.

Formel-1-Profi Lindblad scheiterte schon an der Aufgabe von 50 Fahrern

Schon am Trainingstag vor dem verrückten Spaßrennen war die Begeisterung unter den 100 Teilnehmern, die aus der ganzen Welt angereist waren, spürbar greifbar. Egal ob Profi-Sportler, Content Creator oder Hobbypiloten: Alle brannten darauf, im Qualifying die beste Rundenzeit hinzulegen, um sich möglichst weit vorne zu qualifizieren und dem Formel-1-Star so viele Runden wie möglich zu trotzen.

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Auch wenn fast jeder realistisch einschätzte, dass die Hürde Verstappen schier unüberwindbar sein würde – mehr als zwei Runden gaben sich die Wenigsten –, war die Vorfreude gigantisch.

Nach dem Start fahren die 100 Teilnehmer los, Verstappen musste alle einholen

Nach dem Start fahren die 100 Teilnehmer los, Verstappen musste alle einholen Predrag Vuckovic / Red Bull Content Pool

Wie absurd Verstappens Demonstration am Ende eigentlich war, zeigte sich am Vortag. Formel-1-Pilot Arvid Lindblad (Racing Bulls) versuchte sich in zwei Probeläufen an jeweils nur 50 Fahrern. In der vorgegebenen Zeit schaffte es der 19-Jährige aber in beiden Versuchen nicht, das Feld komplett zu überholen – verflixt, mindestens ein Fahrer blieb immer vor ihm.

Mit alten Karting-Tricks schnappt sich Verstappen 63 Fahrer in der ersten Runde

Und Verstappen? Der reiste ohne jegliche Vorbereitung an. Bei einem Gespräch mit Reportern nach dem Rennen gestand er schmunzelnd, dass sein gesamtes „Training“ aus ein paar Aufwärmründchen kurz vorm Start bestanden hätte.

Was dann folgte, war pure Rennsportwucht: Gleich beim Start nutzte Verstappen faszinierende Kniffe aus alten Mini-Kart-Zeiten. Durch gezielte Hüpfbewegungen im Sitz verlieh er seinem Kart auf der Startgeraden zusätzlichen Schwung und hüpfte förmlich an den ersten Fahrern vorbei. Wo andere im Chaos bremsen mussten, zog der Weltmeister durch und fand jede kleinste Lücke.

Max Verstappen gewinnt das Rennen „Max vs 100“

Max Verstappen gewinnt das Rennen „Max vs 100“ Mihai Stetcu / Red Bull Content Pool

Schon nach Runde eins war das Feld um 63 Fahrer dezimiert. Viele Teilnehmer bekamen im Getümmel nicht mal mit, wie, wo und wann der Champion an ihnen vorbeigezogen war, so schnell ging das.

Verstappen kassiert auch deutsche Sportler schon in der ersten Runde

Unter den Leidtragenden der ersten Runde waren auch zwei deutsche Red-Bull-Sportler. Ultramarathonläufer Arda Saatci, für den es das erste richtige Kart-Rennen überhaupt war, ging mit viel Respekt an die Aufgabe. Obwohl er mit Startplatz 42 ein ordentliches Qualifying fuhr, war der Traum vom Duell Rad-an-Rad schnell vorbei.

„Ich habe einfach nur eine schwarze Flagge gesehen. Ich glaube, es muss gewesen sein, als die ersten Unfälle entstanden sind. Da muss er dann an der Seite vorbeigegangen sein“, versuchte sich der Extremsportler zu erinnern, als ihn FOCUS online drauf ansprach.

Nach dem schnellen Ende zollte Saatci dem vierfachen Weltmeister höchsten Respekt: „Sein Skill-Level live zu sehen, macht noch mal einen Unterschied. Er ist einer der Besten, die diesen Sport jemals gesehen haben.“

Die deutschen Sportler Leo Neugebauer (1.v.l.) und Arda Saatci (1.v.r.) traten bei der Challenge gegen Max Verstappen an

Die deutschen Sportler Leo Neugebauer (1.v.l.) und Arda Saatci (1.v.r.) traten bei der Challenge gegen Max Verstappen an Joerg Mitter / Red Bull Content Pool

Auch Zehnkampf-Gigant Leo Neugebauer hatte sich erhofft, doch mindestens mal zwei Runden vor dem überlegenen Niederländer zu bleiben. Aber auch ihn erwischte es im dichten Getümmel der ersten Runde.

„Ich bin ganz hinten im Eck einmal komplett in einen Massencrash reingekommen. Ich habe Max echt nicht gesehen, wie er an mir vorbei ist“, lachte Neugebauer nach dem Rennen. Dabei hatte er noch gehofft, dass der Motorsport-Star noch mit dem bekannten ‚Dö Dö Dö Max Verstappen‘ an ihm vorbeifliegt.

Bei „Max vs. 100“ scherzt Verstappen auf lockere Art und Weise mit Konkurrenten über Funk

In der Formel 1 haftet Verstappen oft das Image des sturen, kompromisslosen Perfektionisten an, der am Funk manchmal ziemlich launisch werden kann. Bei „Max vs. 100“ zeigte sich jedoch eine völlig gelöste Seite des Champions.

Während des Rennens scherzte er über Funk mit den anderen Fahrern. Als er als Allerletztes seinen holländischen Landsmann Jacky Martens überholte – der vor dem Start noch großspurig angekündigt hatte, Max hinter sich halten zu wollen –, drehte sich Verstappen im Vorbeifahren um und machte mit der Hand eine feinsinnige „Große Klappe, nichts dahinter“-Geste.

Selbst als sein Kart unterwegs ein Zusatzgewicht verlor (was ihn aber nur noch schneller machte) und die verbliebenen Fahrer als Ausgleich sogar eine Abkürzung nutzen durften, ließ sich Verstappen nicht beirren.

Nach dem Rennen feierten alle 100 Fahrer trotz ihrer Enttäuschung gemeinsam mit ihm auf dem Grid mit einer für die Formel 1 bekannten Champagner-Dusche.

Nächstes Jahr würde vierfacher Champion dann gerne gegen 200 Karts antreten

Hinterher, im Pressegespräch, bewahrte sich der 28-Jährige seinen Humor: „Der erste Sieg in diesem Jahr, das fühlt sich sehr gut an“, scherzte er mit Blick auf seine bisherige Formel-1-Saison. Und schob direkt die nächste Herausforderung hinterher: Nächstes Jahr wolle er dann gerne „200 vs. Max“ fahren.

Die Holländer feiern ihren großen Star schon seit Jahren so euphorisch und stolz, wie das in Deutschland einst bei Michael Schumacher zu beobachten war. Und jetzt, nach zwei faszinierenden Tagen vor Ort, verstehe ich besser, warum sie das tun. Denn hinter der enormen sportlichen Verbissenheit auf der Rennstrecke steckt am Ende kein unnahbarer Roboter, sondern genau das, was Leo Neugebauer nach dem Rennen so treffend zusammenfasste: „Einfach ein richtig netter Typ, der im Kart sitzt und einfach nur Spaß hat.“

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