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Beats 360 im Test: Starker Over-Ear-Kopfhörer mit Wechselpolstern & Top-ANC

Дата публикации: 08-10-2026 16:29:00

Neongelb, Navy oder Pastell-Pink: Beim Over-Ear-Kopfhörer Beats 360 wechselt man den Look in Sekunden. Das ANC begeistert, Kabel und Equalizer fehlen.

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Neongelb, Navy oder Pastell-Pink: Beim Over-Ear-Kopfhörer Beats 360 wechselt man den Look in Sekunden. Das ANC begeistert, Kabel und Equalizer fehlen.

Lange stand Beats für wuchtigen Bass, breite Bügel und große Logos. Mit den Beats 360 schlägt die Apple-Tochter einen anderen Ton an. Der Over-Ear-Kopfhörer ist schlanker als sein Vorgänger Beats Studio Pro und verträgt dank IPX4 Schweiß und Regen.

Auffälligstes Merkmal sind die wechselbaren Ohr- und Kopfpolster, die es in sechs Farben aus Strickstoff oder alternativ aus Kunstleder gibt. Dazu verspricht Beats neu entwickelte Treiber, deutlich besseres ANC und bis zu 32 Stunden Laufzeit. Anders als viele Apple-Produkte soll sich der Kopfhörer auch mit Android gut verstehen. Für 350 Euro muss er sich allerdings mit Sony, Bose und Apples eigenen Airpods Max 2 (Testbericht) messen. Ob der Baukasten-Kopfhörer mehr ist als ein Mode-Accessoire, zeigt unser Test.

Auch die Kolleginnen und Kollegen von Mac & i haben die Beats 360 getestet. Wir haben unsere Ergebnisse mit ihren abgeglichen. Für den vollständigen Test empfehlen wir den heise+-Beitrag Beats 360 im Test: Robuster Over-Ear-Kopfhörer mit starkem ANC.

Design und Komfort der Beats 360: Baukastenprinzip

Auf den ersten Blick wirkt der Neue zwar wuchtig. Das liegt aber nur an den dicken, runden Ohrpolstern, die wie Donuts an den Seiten sitzen. Ohne sie bleibt ein minimalistisches Gerät übrig: ein schmaler, stark gerundeter Bügel mit relativ kleinen Lautsprechergehäusen. Im Kern steckt Metall, darüber liegt matter Kunststoff, der laut Beats in mehreren Bauteilen zu 80 Prozent aus recyceltem Material besteht. Nur die Teleskopschienen aus Edelstahl glänzen, auch das „b“ auf den Schalen bleibt dezent. Die Größe stellt man stufenlos und fast lautlos ein. Für den Transport lassen sich die Ohrmuscheln flach drehen, dazu liegt ein Etui aus Ripstop-Gewebe bei.

In der Hand wirken die Beats 360 leichter, als sie sind. Mit 295 g sind sie kein Fliegengewicht, wiegen aber rund 90 g weniger als die Airpods Max 2 (Testbericht). Dank guter Balance spürt man das Gewicht im Alltag kaum, denn nichts zieht oder drückt einseitig. Der Anpressdruck ist recht fest. Trotzdem sitzen die Beats 360 auch nach Stunden bequem, sogar mit Brille. Damit eignen sie sich für lange Zugfahrten genauso wie für den Sport.

Ohr- und Kopfpolster lassen sich ohne Werkzeug in Sekunden wechseln. Die Ohrpolster löst man mit einer Drehbewegung, das Kopfpolster zieht man heraus. Zudem erkennt der Kopfhörer das Polstermaterial und passt die Geräuschunterdrückung daran an.

Beats 360

Beats 360 heise bestenlisten

Ab Werk ist alles Ton in Ton: Beide Polster haben die Farbe des Rahmens und bestehen aus grobem Strickstoff („Performance Knit“), der an die Airpods Max 2 erinnert. Zur Wahl stehen Cloud (Eierschalenweiß), Sky (Babyblau), ein zartes Pastell-Pink und Schwarz. Zusätzliche Polster verkauft Beats nur im Set aus Ohrpolstern und Kopfpolster.

Die Sets gibt es in den vier Rahmenfarben und zusätzlich in Navy und im knalligen Neongelb Volt. Wer etwa einen schwarzen Rahmen mit neongelben Ohrpolstern und pinkfarbenem Kopfpolster kombinieren will, benötigt also zwei Sets. Das klingt nach Kirmes, sieht aber erstaunlich lässig aus. Klassischer geht es mit Kunstlederbezug in Schwarz oder Weiß. Für regelmäßigen Sport empfehlen wir die Stoffpolster, denn unter Kunstleder schwitzt man schneller.

Ein weiterer Clou: Die Polster lassen sich nach dem Sport reinigen. Dazu reibt man sie nach dem Abnehmen mit einem fusselfreien Tuch und milder Waschmittellauge ab, wischt mit einem zweiten, leicht feuchten Tuch nach und tupft sie trocken. Zurück an den Kopfhörer kommen sie erst, wenn sie vollständig getrocknet sind. Das macht die Beats 360 zu unseren neuen Lieblingen fürs Training.

Technische Ausstattung

Akustisch geht Beats neue Wege: Jeder Treiber hat eine dreischichtige Membran und zwei Neodym-Magnete. Das soll satten Bass bei wenig Verzerrung bringen. Ob das klappt, zeigt der Hörtest. Der adaptive Equalizer stimmt den Klang auf Sitz und Abdichtung ab, arbeitet aber nur, wenn ANC und Transparenzmodus aus sind.

Die Beats 360 funken per Bluetooth 5.3 mit SBC und AAC, auf aptX und LDAC verzichtet Beats. Am iPhone ist das egal. Wer ein Android-Handy mit LDAC hat, verschenkt dagegen Potenzial. Audiophile dürfte aber eher stören, dass Kabel wegfallen: Es gibt keine Klinke und kein Audio über USB-C. Lossless per Kabel wie beim Studio Pro geht damit nicht mehr.

Dafür kommt der eigene Beats-Chip mit beiden Plattformen gut klar. Am iPhone gibt es schnelles Koppeln, automatischen Gerätewechsel, Audiofreigabe und „Wo ist?“. Android-Nutzer bekommen Fast Pair, Find Hub und Audio Switch. Echtes Multipoint fehlt aber: Zwei Geräte lassen sich nicht gleichzeitig verbinden. Außerdem bieten die Beats 360 ANC, einen Transparenzmodus, personalisiertes 3D-Audio mit Headtracking und neun Mikrofone für Geräuschunterdrückung und Telefonate.

Gamer und Musiker haben das Nachsehen: Die Kollegen von Mac & i messen in Logic eine Latenz von 161 ms. Bei Musik und Podcasts merkt man davon nichts. Beim Zocken oder beim Einspielen von Instrumenten stört die Verzögerung aber.

Für den Fall, dass die Beats 360 verloren gehen, sind sie am iPhone wie Airpods ins „Wo ist?“-Netzwerk eingebunden. Die App zeigt den aktuellen oder zuletzt bekannten Standort an. Der Kopfhörer kann einen Ton abspielen, auch wenn er nicht verbunden ist. Ausgeschaltet bleibt er bis zu 48 Stunden auffindbar, auf Wunsch warnt das iPhone, wenn er zurückbleibt. Voraussetzung ist, dass „Wo ist?“ in den iOS-Einstellungen aktiviert ist, am besten schon bei der Einrichtung. Unter Android übernimmt Googles Find Hub die Ortung.

Beats 360: Bilder

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Bedienung und App der Beats 360

Beats setzt bei der Bedienung auf echte Tasten statt Touchflächen, die man auch blind und beim Sport mit verschwitzten Fingern findet. Links sitzen der Ein-/Ausschalter und die Taste für den Hörmodus. Rechts gibt es eine Lautstärkewippe und eine Medientaste, die per Doppeltipp auch Titel überspringt. Was fehlt, ist ein Tragesensor: Nimmt man den Kopfhörer ab, läuft die Musik weiter. Für einen Over-Ear-Kopfhörer dieser Preisklasse ist das ungewöhnlich, denn Sony, Bose und Apples eigene Airpods Max 2 (Testbericht) pausieren in diesem Fall automatisch.

Am iPhone brauchen die Beats 360 keine App. Unter Android laufen schnelles Koppeln und die automatische Verbindung mit allen Geräten im Google-Konto direkt übers System. Für Akkustand, Widgets, Tastenbelegung, Ortung und Firmware-Updates ist dort aber die Beats-App nötig.

Damit ist Android besser eingebunden als bei den meisten Apple-Produkten, aber nicht ganz gleichwertig: Personalisiertes 3D-Audio mit Headtracking gibt es nur auf Apple-Geräten. Viel einstellen kann man auf beiden Plattformen nicht. Einen manuellen Equalizer gibt es weder unter iOS noch unter Android, im Kern geht es um die ANC-Modi und die Tasten.

Klangqualität und ANC

Klanglich liefern die Beats 360 eine gute Vorstellung. Sie spielen klar und ausgewogen, die Abstimmung zielt aber auf Pop. Der Bass ist präsent und hat Druck, tritt aber nicht so wuchtig auf, wie man es von Beats kennt. Wer vor allem Techno, Dubstep oder Hip-Hop hört, dürfte sich etwas mehr Tiefgang wünschen. In den Mitten zeigen sich leichte Schwächen: Gitarren und Klavier fehlt es etwas an Körper. Stimmen bleiben trotzdem deutlich und verständlich. Andere Over-Ear-Kopfhörer dieser Preisklasse bilden die Mitten allerdings voller ab.

Bei der Geräuschunterdrückung legt Beats deutlich zu. Von den neun Mikrofonen nutzt der Kopfhörer acht für das ANC. Ob im ICE oder im Flieger: Mit aktivem ANC bekommt man von der Umgebung nur noch wenig mit. Damit stellen die Beats 360 den Studio Pro in den Schatten. Wer doch etwas hören will, etwa Durchsagen am Bahnsteig, schaltet in den Transparenzmodus.

Beim Telefonieren muss man Abstriche machen. Die Beats 360 filtern Nebengeräusche zwar wirkungsvoll heraus, übertragen Sprache aber nur mit 16 kHz. Das Gegenüber versteht einen gut, man klingt aber etwas dumpfer, als man es bei diesem Preis erwarten würde.

Akku

Laut Beats hält der Akku mit aktivem ANC oder adaptivem EQ bis zu 32 Stunden durch, im Transparenzmodus bis zu 24 Stunden. Unter den Over-Ear-Kopfhörern der Oberklasse ist das ein guter Wert. Jede Ohrmuschel hat einen eigenen Akku. Nach fünf Minuten Laden per Fast Fuel reicht der Strom für bis zu eine Stunde Wiedergabe. Geladen wird über USB-C, Kabel und Netzteil liegen allerdings nicht bei.

Preis: Was kosten die Beats 360?

Die Beats 360 kosten in allen vier Farben 350 Euro, das entspricht der UVP. Ein Set Wechselpolster aus Strickstoff oder Kunstleder liegt bei 60 Euro.

Fazit

Die Beats 360 richten sich an Individualisten. Dank der schnell wechselbaren Polster lässt sich der Look jederzeit ändern, ob Ton in Ton oder knallbunt kombiniert. Mit IPX4 und reinigbaren Stoffpolstern eignen sie sich zudem gut fürs Training.

Klanglich spielen die Beats 360 ausgewogen, sind aber auf Pop abgestimmt. Der Bass hat Schwung, für Fans elektronischer Musik dürfte er aber kräftiger sein. Auf Kabelbetrieb muss man verzichten: Es gibt weder Klinke noch USB-Audio und damit auch kein Lossless. Die Akkulaufzeit ist solide, setzt aber keine neuen Maßstäbe. Die Geräuschunterdrückung ist dagegen hervorragend und dem Studio Pro überlegen.

Audiophilen fehlen bei den Beats 360 Bühnenbreite und Tiefe. Wer aber modebewusst und viel unterwegs ist, bekommt einen starken kabellosen Over-Ear-Kopfhörer mit erstklassigem ANC, der allerdings nicht günstig ist. Wer dagegen Tragesensor, Multipoint und Kabelbetrieb braucht, greift zum Sony WH-1000XM6 (Testbericht).

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