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Over-Ear-Kopfhörer Nothing Headphone 1 Pro im Test: edel, bequem, starkes ANC

Дата публикации: 02-10-2026 13:32:00

Der Over-Ear-Kopfhörer Nothing Headphone 1 Pro setzt auf drei Treiber je Seite, Titan und Glas. Lohnt er sich gegenüber dem deutlich günstigeren Vorgänger?

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Der Over-Ear-Kopfhörer Nothing Headphone 1 Pro setzt auf drei Treiber je Seite, Titan und Glas. Lohnt er sich gegenüber dem deutlich günstigeren Vorgänger?

Mit dem Headphone 1 Pro stellt Nothing ein neues Topmodell über den Nothing Headphone 1 (Testbericht) und den Nothing Headphone A (Testbericht). Die Markenlinie bleibt dank transparentem, rechteckigem Design und der physischen Tasten erkennbar. Neu ist der Partner für die akustische Abstimmung. Statt KEF übernimmt das jetzt Metropolis Studios aus London.

Bei Amazon kostet der Over-Ear-Kopfhörer 349 Euro. Das ist deutlich mehr als beim Vorgänger, der Headphone A kostet sogar nur rund ein Drittel. Preislich tritt der Headphone 1 Pro damit gegen etablierte ANC-Modelle wie den Sony WH-1000XM6 (Testbericht) an.

Beim Headphone 1 kritisierten wir den hohen Anpressdruck, das mittelmäßige ANC und einen Klang, der erst mit Equalizer überzeugt. Ob die Pro-Version diese Schwächen ausräumt und den Aufpreis gegenüber den beiden günstigeren Geschwistern rechtfertigt, zeigt der Test. Nothing hat uns das Testmuster zur Verfügung gestellt.

Design, Verarbeitung und Komfort des Nothing Headphone 1 Pro

Auf den ersten Blick erinnert der Headphone 1 Pro stark an seinen Vorgänger. Die Designsprache mit den rechteckigen Ohrmuscheln und dem transparenten Fenster bleibt vergleichbar, wirkt aber dezenter und eleganter. Das Fenster besteht jetzt aus 9H-Panda-Glas statt aus Kunststoff. Nothing fräst die Ohrmuscheln aus einem Block Aluminium, die Arme bestehen aus Titan. Der Kopfbügel steckt weiterhin in einer Kunststoffummantelung und wirkt dadurch weniger hochwertig als die Ohrmuscheln.

Nothing bietet den Over-Ear-Kopfhörer in Schwarz und Weiß an. Uns liegt die schwarze Variante vor, die in unserer Augen edler wirkt. Die weiße zeigt dagegen klarere Kontraste.

Nothing Headphone 1 Pro: Bilder

Nothing Headphone 1 Pro

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Nothing Headphone 1 Pro

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Nothing Headphone 1 Pro

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Mit 327 g wiegt das Pro-Modell fast genauso viel wie sein Vorgänger mit 329 g. Der Sony WH-1000XM6 (Testbericht) kommt mit 253 g aus. Die Maße liegen bei 19 × 17,4 × 7,8 cm.

Die Ohrmuscheln lassen sich nicht einklappen, sondern nur flach drehen. Für den Transport legt Nothing ein Hartschalen-Case bei, das nur die Ohrmuscheln umschließt. Der Bügel liegt außerhalb frei, das Ganze erinnert an eine Handtasche. Ösen nehmen einen Gurt oder Karabiner auf, einen Gurt legt Nothing allerdings nicht bei. Das Prinzip kennt man von der Hülle der Apple Airpods Max 2 (Testbericht), Nothings Case fällt aber größer und schwerer aus. Mit 384 g wiegt es mehr als der Kopfhörer selbst. Im Case bleibt kein Platz für die mitgelieferten Kabel, was wenig nachvollziehbar ist.

Verbessert haben sich gegenüber dem Headphone 1 die Ohrpolster. Sie sitzen auf einem Clip-System und lassen sich ohne Werkzeug abnehmen. Laut Nothing sind sie zudem 50 Prozent weicher als beim Vorgänger. Der Bügel fällt minimal breiter aus, sein Polster etwas dicker. Der Kopfhörer ist nach IP52 gegen Staub und Regen geschützt.

Der Anpressdruck bleibt ähnlich fest wie beim Vorgänger, die weicheren Polster gleichen das aber aus. So trägt sich der Headphone 1 Pro auch über lange Zeit bequem. Wir hatten ihn zwei Wochen lang viel auf dem Kopf, auch ein 13-stündiger Langstreckenflug war kein Problem. Die Trageerkennung lässt sich in der App abschalten. Sie pausiert die Musik zuverlässig, sobald wir den Kopfhörer abnehmen.

Technische Spezifikationen

Statt eines einzelnen Treibers wie im Nothing Headphone 1 (Testbericht) arbeiten im Headphone 1 Pro drei Treiber je Seite. Für den Bass ist ein dynamischer 40-mm-Treiber mit PET-Kalotte und Metall-Keramik-Beschichtung zuständig. Ein dynamischer Treiber mit 13 × 8 mm und PEN-Membran übernimmt die Mitten, ein xMEMS-Festkörpertreiber mit Silizium-Membran die Höhen. Der Frequenzbereich reicht von 20 Hz bis 40 kHz.

Nothing Headphone 1 Pro

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Der Over-Ear-Kopfhörer funkt per Bluetooth 6.1 und unterstützt SBC, AAC und LDAC. Er nutzt LC3 nur für Broadcast-Audio, aptX fehlt. Die Hi-Res-Zertifizierung gilt für Funk und Kabel. LDAC greift allerdings nur, wenn das Smartphone den Codec unterstützt. iPhones gehören nicht dazu und bekommen AAC. Per USB-C überträgt der Headphone 1 Pro verlustfrei bis 24 Bit/192 kHz, über die 3,5-mm-Klinke bis 24 Bit/96 kHz. Multipoint verbindet ihn mit zwei Geräten gleichzeitig.

Über Auracast sendet der Kopfhörer Musik an mehrere andere Kopfhörer und empfängt fremde Broadcasts. Zehn Mikrofone sind verbaut, je Seite drei außen und zwei innen. Für Telefonate nutzt er zwei Mikrofone je Seite. Google Fast Pair, Microsoft Swift Pair und Apple MFi beschleunigen die Kopplung, die Pairing-Taste sitzt versteckt innen an der Ohrmuschel. Im Lieferumfang liegen neben dem Case ein 3,5-mm-Kabel und ein USB-C-Kabel.

Bedienung und App des Nothing Headphone 1 Pro

An der rechten Ohrmuschel sitzen wie beim Vorgänger Roller, Paddle und eine Taste. Der Roller regelt per Drehung die Lautstärke, ein Druck pausiert die Wiedergabe, langes Halten wechselt den ANC-Modus. In der App legt man fest, welche der Modi Transparenz, ANC und Aus dabei durchlaufen. Das Paddle springt per Kippen zwischen Titeln, gehalten spult es. Roller und Paddle lassen sich nicht umbelegen. Die Taste startet auf Druck wahlweise den Sprachassistenten, wechselt den ANC-Modus, schaltet das Mikrofon stumm oder löst die Kamera aus. An der Unterkante sitzen Power-Schieber, LED, USB-C-Buchse und Klinke. Die Bedienung ist vorbildlich und schnell blind erlernbar.

Nothing Headphone 1 Pro Screenshot

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Neu ist ein Flat-EQ-Schalter innen an der Oberkante der linken Ohrmuschel. Flat EQ lässt sich nur über diesen Schalter aktivieren, die App bietet die Funktion nicht. Solange Flat EQ aktiv ist, sind Equalizer und Spatial Audio gesperrt. Wir finden den Schalter unterwegs erst nach etwas Übung sicher.

Zwei Funktionen spielen ihre Stärken nur mit einem Smartphone von Nothing aus. Essential-Nachrichten, die ein langer Druck auf die Taste startet, funktionieren nur dort. Den Low-Lag-Modus gibt es zwar für alle, seine 120 ms Latenz erreicht er aber nur im Spielemodus eines Nothing-Handys.

Die App Nothing X gliedert den Equalizer in drei Ebenen. „Einfach“ bietet die Presets Balance, Mehr Bass, Mehr Höhen, Mehr Gesang und Mehr Details sowie eine eigene Kurve. „Fortgeschritten“ arbeitet parametrisch mit Frequenz, Q-Faktor und ±12 dB und trennt dabei zwischen Haupttreiber und Präzisionstreiber. Unter „Erkunden“ finden sich fünf Profile von Metropolis Studios, Profile der Community und eine Importfunktion. Für Laien sind die drei Ebenen eher zu viel, Profis können sich dagegen nach Herzenslust austoben.

„Personalisierter Ton“ passt den Klang nach einem rund dreiminütigen Hörtest an das eigene Hörvermögen an. Das ANC arbeitet in den Stufen Niedrig, Mittel, Hoch und Adaptiv, dazu kommen Transparenzmodus und Aus. Spatial Audio bildet fünf Umgebungen nach: Standard, Studio B, Live House, Club und Konzertsaal. Head-Tracking lässt sich separat schalten. Die Funktion „Finde meine Kopfhörer“ rundet die App ab.

Klangqualität und ANC

Nothings neues Topmodell klingt ausgewogen, mit präzisem Bass und klaren Stimmen. Im Gegensatz zum Vorgänger Nothing Headphone 1 (Testbericht) gelingt das schon ohne Equalizer. Die Mitten wirken präsenter als beim Vorgänger, die Bühne fällt breiter aus und staffelt Instrumente natürlich. Der Bass spielt sauber und drängt sich nicht in den Vordergrund. Per USB-C hören wir mehr Details als über Bluetooth.

Nothing Headphone 1 Pro

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Mit Flat EQ wirkt er analytischer und klarer. Das ist nicht immer besser, kommt der Neutralität aber nahe. Trotz aller Verbesserungen bleibt der Abstand zum Headphone 1 klein, gerade wenn man dort den Equalizer nutzt.

Das ANC reduziert Lärm laut Nothing um bis zu 46 dB, beim Headphone 1 waren es 42 dB. Zuggeräusche, Flugzeugdröhnen und tiefes Brummen schluckt es wirksam. Stimmen und Geschirrklappern dringen leicht durch, allerdings weniger als beim Vorgänger. Dazu trägt auch der feste Anpressdruck bei, der die Ohrmuscheln gut abdichtet. Die ANC-Mikrofone sitzen nach innen versetzt, Windgeräusche stören deshalb kaum. Das Grundrauschen bleibt dezent. Insgesamt liefert Nothing ein sehr gutes ANC, das nur knapp unter dem des Sony WH-1000XM6 (Testbericht) und des Bose Quietcomfort Ultra (Testbericht) liegt.

Der Transparenzmodus klingt natürlich und klar, ohne zu rauschen. Beim Telefonieren überzeugt die Sprachqualität. Unser Gegenüber versteht uns auch in lauter Umgebung gut.

Akku

Der Akku fasst 1060 mAh. Mit AAC hält der Kopfhörer laut Nothing bis zu 68 Stunden ohne und 30 Stunden mit ANC durch, mit LDAC sind es 53 und 28 Stunden. Die Sprechzeit liegt bei 40 Stunden, mit ANC bei 33 Stunden. Damit läuft er kürzer als sein Vorgänger mit 80 und 35 Stunden und deutlich kürzer als das Schwestermodell Nothing Headphone A (Testbericht) mit 135 und 75 Stunden. Im Alltag erreichen wir etwas weniger als die Herstellerangabe. Der Kopfhörer unterstützt zudem Schnellladen.

Preis: Was kostet der Kopfhörer Nothing Headphone 1 Pro?

Amazon verkauft den Kopfhörer für 349 Euro, das entspricht der UVP. Der direkte Vorgänger Nothing Headphone 1 ist binnen eines Jahres deutlich günstiger geworden und kostet aktuell 180 Euro.

Fazit

Der Over-Ear-Kopfhörer Nothing Headphone 1 Pro räumt die Schwächen des Vorgängers weitgehend aus. Aluminium, Titan und Glas sehen edel aus, die Ohrpolster lassen sich wechseln. Trotz des festen Anpressdrucks trägt er sich auch auf einem 13-stündigen Flug bequem und dämpft Lärm dabei fast so gut wie der Sony WH-1000XM6 (Testbericht) und der Bose Quietcomfort Ultra (Testbericht). Anders als beim Vorgänger braucht der Klang keinen Equalizer. Roller, Paddle und Taste lassen sich blind bedienen und die App bietet mit parametrischem Equalizer und Hörtest viel Spielraum.

Dafür nimmt man ein sperriges, 384 g schweres Case ohne Platz für die Kabel in Kauf. Der Akku hält kürzer als beim Vorgänger, der Kopfhörer ist nicht faltbar nicht und aptX fehlt.

Für 349 Euro bekommen Design-Fans und Vielflieger einen hochwertigen Over-Ear-Kopfhörer. Den Aufpreis gegenüber dem Vorgänger rechtfertigt er aber kaum. Der Nothing Headphone 1 (Testbericht) klingt mit etwas Equalizer-Arbeit kaum schlechter und kostet nur rund die Hälfte. Wer sparen will, greift deshalb zum Vorgänger.

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