Beim Spülen gelangen Aerosole aus der Toilette in die Luft. Eine Analyse zahlreicher Toilettenspülungen zeigt, wie weit sich dabei Mikroben ausbreiten könnten.
Beim Spülen gelangen Aerosole aus der Toilette in die Luft. Eine Analyse zahlreicher Toilettenspülungen zeigt, wie weit sich dabei Mikroben ausbreiten könnten.
Mit jedem Spülen steigt eine Wolke winziger Partikel aus der Toilette in die Luft. Wie weit diese Aerosole gelangen und wie viele in die Luft aufsteigen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie ein Team um Lira Adiyani von der Flinders University in Australien in „Science of the Total Environment“ zeigt.
Für ihre Analyse werteten die Forscher 22 Studien zu Aerosolen und Bioaerosolen aus, die beim Spülen der Toilette entstehen. Die Untersuchungen reichten von herkömmlichen Toiletten bis zu Vakuumtoiletten in Flugzeugen.
In einigen Studien setzten Forscher dem Spülwasser gezielt Bakterien oder Viren zu. Andere maßen die Partikel bei normalen Spülvorgängen nach dem Toilettengang. Untersucht wurden unter anderem Bakterien wie Escherichia coli, Salmonella enterica, Staphylococcus aureus und Clostridioides difficile, sowie Adeno- und Noroviren.
Die Messungen zeigen, dass die beim Spülen freigesetzten Partikel bis zu 163 Zentimeter hoch aufwirbeln können und damit die Atemzone von Erwachsenen erreichen. Horizontal ließen sich Aerosole noch in bis zu 1,5 Metern Entfernung von der Toilette nachweisen.
Die meisten Partikel waren kleiner als drei Mikrometer. Sie können deshalb längere Zeit in der Luft schweben. Einige Studien beobachteten sie noch mindestens 20 Sekunden nach dem Spülvorgang. Besonders hohe Konzentrationen fanden sich häufig nahe des Toilettensitzes.
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Die Menge der Aerosole hing vor allem von zwei Faktoren ab. Zum einen zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zur Anzahl der Mikroben im Wasser. Stieg die Konzentration der Mikroorganismen um eine Zehnerpotenz, stieg die Konzentration der Bioaerosole in der Luft um das 2,3- bis 2,6-Fache.
Auch die Spülmenge spielte eine wichtige Rolle. Jeder zusätzliche Liter Spülwasser war mit einer etwa 1,3- bis 1,4-fach höheren Aerosolkonzentration verbunden.
Die Ergebnisse legen nahe, dass eine gute Toilettenhygiene dazu beitragen kann, die Belastung mit Mikroorganismen zu verringern. Dazu gehören:
Da größere Spülmengen mehr Aerosole erzeugen können, könnten zudem folgende Maßnahmen die Freisetzung von Partikeln reduzieren:
Nach Ansicht der Forscher braucht es weitere Untersuchungen, insbesondere zu technischen Lösungen, die die Freisetzung von Bioaerosolen etwa in Krankenhäusern verringern könnten.