Am Mittwoch, 17. Juni 2026, um 18:00 Uhr lädt das DDR-Museum Pforzheim zur Eröffnung der Sonderausstellung „Gesichter der Erinnerung“ ein. Im Mittelpunkt des Abends steht eine Podiumsdiskussion mit ehemaligen politischen Häftlingen des Staatssicherheitsdienstes der DDR. Thomas Strobl, Präsident des Landtags von Baden-Württemberg, nimmt an der Veranstaltung teil und hält anlässlich des 17. Juni ein Grußwort. […]
Der Beitrag Ehemalige Stasi-Häftlinge berichten am 17. Juni im DDR-Museum von ihren Erfahrungen erschien zuerst auf DDR-Museum Pforzheim.
Am Mittwoch, 17. Juni 2026, um 18:00 Uhr lädt das DDR-Museum Pforzheim zur Eröffnung der Sonderausstellung „Gesichter der Erinnerung“ ein. Im Mittelpunkt des Abends steht eine Podiumsdiskussion mit ehemaligen politischen Häftlingen des Staatssicherheitsdienstes der DDR.
Thomas Strobl, Präsident des Landtags von Baden-Württemberg, nimmt an der Veranstaltung teil und hält anlässlich des 17. Juni ein Grußwort. Der Jahrestag des Volksaufstands in der DDR erinnert an den Mut der Menschen, die 1953 für Freiheit, politische Rechte und bessere Lebensbedingungen auf die Straße gingen.
Die Ausstellung des Fotografen André Wagenzik, der selbst aus politischen Gründen inhaftiert war, zeigt Porträtaufnahmen von 100 ehemaligen politischen Gefangenen. Sie macht Menschen sichtbar, die in der DDR aufgrund ihrer Überzeugungen verfolgt und inhaftiert wurden. Die Porträts geben den Betroffenen ein Gesicht und erinnern an das Unrecht der SED-Diktatur.
Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung berichten Zeitzeugen von ihren persönlichen Erfahrungen mit politischer Verfolgung, Haft und dem Leben unter den Bedingungen der SED-Diktatur. An der Podiumsdiskussion nehmen Elke Schlegel, André Wagenzik und Dr. Wolfgang Welsch teil.
Elke Schlegel, 1958 in Jena geboren, stellte Anfang der 1980er Jahre gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann mehrfach Ausreiseanträge und schloss sich den Protesten des „Weißen Kreises“ in Jena an. Im März 1983 wurde sie verhaftet und wegen „ungesetzlicher Verbindungsaufnahme“ zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt.
Im September 1984 wurde sie wegen Haftunfähigkeit von der Bundesrepublik freigekauft; ihr damals kleiner Sohn durfte erst ein Jahr später nachkommen. Ihr Schicksal ist in dem Buch „5 Monate und 24 Tage: Frauenzuchthaus Hoheneck – eine Extremerfahrung“ dokumentiert.
Dr. Wolfgang Welsch wurde nach einem Fluchtversuch aus der DDR verhaftet und aus politischen Gründen zu mehrjähriger Haft verurteilt. Nach seinem Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland wurde er selbst zum Fluchthelfer und ermöglichte zahlreichen Menschen den Weg in die Freiheit. Aufgrund dieses Engagements geriet er erneut ins Visier der Staatssicherheit und überlebte mehrere Mordanschläge.
Damit greift die Veranstaltung ein zentrales Anliegen des DDR-Museums Pforzheim auf: an das Unrecht der SED-Diktatur zu erinnern, die Erfahrungen der Betroffenen sichtbar zu machen und für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte zu sensibilisieren.
Termin: Mittwoch, 17. Juni 2026, 18:00 Uhr
Ort: DDR-Museum Pforzheim
Sonderausstellung: „Gesichter der Erinnerung“
Dauer: bis Ende August 2026
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