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Wildparkierer in autoarmer Siedlung der Stadt: Zürich engagiert eine private Sicherheitsfirma

Дата публикации: 07-07-2026 03:01:00

Innert sieben Monaten registriert die Stadt 187 falsch parkierte Autos bei einer ihrer Siedlungen. Dies, obwohl die meisten Bewohner gar kein Auto haben sollten.

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Wildparkierer in autoarmer Siedlung der Stadt: Zürich engagiert eine private Sicherheitsfirma

Innert sieben Monaten registriert die Stadt 187 falsch parkierte Autos bei einer ihrer Siedlungen. Dies, obwohl die meisten Bewohner gar kein Auto haben sollten.

Linien von Parkfeldern: Rund um die Siedlung Leutschenbach parkieren Bewohner wild.

Linien von Parkfeldern: Rund um die Siedlung Leutschenbach parkieren Bewohner wild.

Christian Beutler / Keystone

Vor einem Jahr ist Leben in die städtische Siedlung Leutschenbach eingezogen. Die 58. Wohnsiedlung der Stadt Zürich verfügt über 369 Wohnungen und bietet rund 1100 Bewohnerinnen und Bewohnern Platz. Die Siedlung verfügt zudem über eine eigene Tiefgarage – Autos sind jedoch nicht gern gesehen. Während für Velos unterschiedlicher Grösse 540 Abstellplätze zur Verfügung stehen, sind es für Autos nur deren 120.

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Wegen der guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr hat die Stadt die Wohnsiedlung autoarm gestaltet. Die nächste Bushaltestelle liegt knapp 150, die nächste Tramstation etwa 300 Meter entfernt. Zudem ist ein Carsharing-Anbieter in der Siedlung eingemietet.

Anrecht auf ein Auto haben nur die Bewohnerinnen und Bewohner, die darauf angewiesen sind – beispielsweise wegen des Berufs oder einer Mobilitätseinschränkung. Sie müssen einen Parkplatz in der Garage der Siedlung beantragen. Allen anderen ist der Besitz eines Autos nicht gestattet.

Kontrollen generieren Einnahmen

Doch nicht alle Bewohner halten sich an die Abmachung. Schon kurz nachdem die ersten Mieter eingezogen waren, kursierten in den Medien Bilder von wild parkierten Autos rund um die vermeintliche Vorzeigesiedlung. Die Stadt stellte Kontrollen in Aussicht, sobald die Siedlung vollständig bezogen sei.

Wie Kornel Ringli, Leiter Kommunikation bei Liegenschaften Stadt Zürich, auf Anfrage der NZZ schreibt, habe «die anfängliche Parksituation in der Wohnsiedlung nicht unseren Erwartungen» entsprochen. «Bei den später bezogenen, ebenfalls autoarmen städtischen Siedlungen Tramdepot Hard, Letzi und Hardau I haben wir die Situation von Beginn an im Griff.»

Seit vergangenem September kontrollierten Mitarbeitende einer privaten Sicherheitsfirma die parkierten Autos bei der Siedlung Leutschenbach, schreibt Ringli. Über den finanziellen Aufwand könne er aufgrund des Datenschutzes und aus wettbewerbstechnischen Gründen keine Angaben machen.

Ringli betont, dass für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler durch die Kontrollen keine Kosten entstünden. Diese seien Teil der Betriebskosten und würden somit durch die Mieteinnahmen gedeckt. Im Vergleich zu den künftigen Erneuerungs- und Unterhaltskosten fielen die Kontrollkosten nicht ins Gewicht. «Hinzu kommt, dass die Kontrollen auch Einnahmen generieren.»

Wer unerlaubt sein Auto abstelle, müsse eine Umtriebsentschädigung von 60 Franken berappen. 187 solche Bussen seien zwischen Oktober 2025 und Mai 2026 ausgestellt worden. «In 25 Fällen haben wir zusätzlich Anzeige bei der Polizei erstattet, weil die Zahlung ausblieb.» Dann könne es deutlich teurer werden, mit einer Busse von bis zu 2000 Franken.

Laut Ringli hat sich die Situation mit den parkierten Autos inzwischen klar verbessert. Die Zahl der registrierten Verstösse sei von über 40 pro Monat auf ein Dutzend zurückgegangen.

Bei wiederholtem Verstoss droht die Kündigung

Die Grundsatzfrage, ob tatsächlich zwei Drittel der Mietparteien in der Siedlung Leutschenbach die vertraglichen Bedingungen zum Autobesitz einhalten, ist weiterhin ungeklärt. Zahlen dazu würden im Rahmen eines sogenannten Controllings ermittelt. Dazu werde die Stadt unter anderem prüfen, wie viele Anwohnerparkkarten für die blaue Zone auf die Adresse der Wohnsiedlung registriert seien, schreibt Ringli. Ergebnisse stellt er für den September – also ein Jahr nachdem alle Wohnungen bezogen worden sind – in Aussicht.

Bei einer Übertretung weise die Stadt die Mietpartei auf die Bedingungen im Mietvertrag hin und fordere «sie auf, das Auto abzugeben», schreibt Ringli. Wer trotz Verzichtsverpflichtung weiterhin ein Auto besitze, riskiere in letzter Konsequenz die Kündigung des Mietverhältnisses.

Die Stadt baut Wohnungen, die sich Geringverdiener nicht leisten können.

Die Bewerbungsfrist für die 369 gemeinnützigen Wohnungen in der Leutschenbach-Überbauung ist angelaufen. Der Zufallsgenerator entscheidet wer an eine Besichtigung darf.

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