Nach einer rassistischen Entgleisung gegen Kylian Mbappé sorgt ein politischer Eklat für Aufsehen – nun mischt sich Präsident Macron ein.
Nach der rassistischen Beleidigung der paraguayischen Politikerin gegen Frankreichs Nationalspieler Kylian Mbappé hat sich jetzt der französische Präsident eingeschaltet. Emmanuel Macron erklärte auf der Plattform X: „Ein weiteres Tor für Kylian Mbappé. Diesmal gegen Rassismus. (…) Ich unterstütze ihn voll und ganz.“
Die Senatorin Celeste Amarilla de Boccia hatte nach der Niederlage Paraguays gegen Frankreich (0:1) am Samstag im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft auf Social Media gegen den Kapitän ausgeholt und ihn rassistisch beleidigt. Den Siegtreffer erzielte Kylian Mbappé. Unter anderem vergleicht Amarilla de Boccia den Fußballer mit Schimpansen.
Senatorin Celeste Amarilla de Boccia holte gegen den Franzosen aus. © DANIEL DUARTE
Weiterhin bezeichnete sie ihn als „kolonisierten Kameruner, der vorgibt, Franzose zu sein“, und bedauerte, dass ein Spieler aus Paraguay ihm nicht den Mittelfinger gezeigt hat.
Der Offensivspieler wehrte sich zunächst persönlich mit deutlichen Worten: „Madame Celeste Amarilla, Sie sind eine verachtenswerte Frau und Ihrer Funktion nicht würdig. Sie vertreten nicht Paraguay, dieses Land, das während des gesamten Wettbewerbs Leidenschaft und Ehre verströmt hat“, schrieb Mbappé auf X.
Der französische Fußballverband FFF bezeichnet die Bemerkungen der Senatorin in einem Statement als „verabscheuungswürdig und inakzeptabel“. Er kündigte an, Celeste Amarilla de Boccia zu verklagen. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino verurteilte die Aussagen: „Wir müssen Rassismus gemeinsam bekämpfen und besiegen.“
Für einen Teil ihrer Aussagen hat sich Amarilla mittlerweile entschuldigt. Dabei verweist sie darauf, als Latina selbst in der Vergangenheit für ihre Hautfarbe angegangen worden zu sein. Ihr Problem beziehe sich darüber hinaus nur auf die Person Kylian Mbappé, nicht aber auf das Land Frankreich, so schrieb sie in einem Brief.
Trotzdem holt sie erneut gegen den Franzosen aus. Die Senatorin wirft ihm geschlechtsspezifische Gewalt sowie Sexismus vor. Sie erwartet eine Entschuldigung von Mbappé und droht andernfalls ebenfalls mit rechtlichen Konsequenzen. Amarilla ist Mitglied der Authentischen Radikal-Liberalen Partei PLRA in Paraguay.