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Buddy-Mentalität unter den WM-Experten: Mehr Sepp Maier (und weniger Bastian Schweinsteiger) täte den Zuschauern gut

Дата публикации: 29-06-2026 12:18:17

Manuel Neuer greift daneben und kein TV-Experte will es aussprechen – aus alter Verbundenheit. Der Zuschauer kann sich bei dieser WM nur wundern über die Nationalmannschafts-Gefolgschaft im Fernsehen.

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Wie die Analysen nach dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay wohl ausfallen mögen? Das hängt natürlich vom Ergebnis ab – und auch davon, wer die Analysen vorträgt. Die Öffentlich-Rechtlichen sowie MagentaTV haben eine ganze Schar an Experten engagiert, die wissen, wie der Profifußball funktioniert, weil sie selbst Profis sind oder waren.

Bastian Schweinsteiger, Robin Gosens, Thomas Hitzlsperger, Per Mertesacker, Christoph Kramer, Christian Streich, Jürgen Klopp, Thomas Müller, Mats Hummels und Tabea Kemme flimmern dieser Tage über die Bildschirme und erklären auch fachfremdem Publikum, wie Fußball geht – und wie nicht. Warum Tiefenläufe so wichtig sind, Gegenpressing, das Besetzen von Halbräumen und so weiter und so fort.

Was nach nicht einmal der Hälfte dieser Weltmeisterschaft bereits überdeutlich geworden ist: Mit der Distanz zur deutschen Nationalmannschaft tun sich besonders die genannten Herren schwer. Das hat einen menschlichen wie banalen Grund: Viele von ihnen kennen „die Jungs“, wie sie sagen, persönlich, haben mit ihnen mal gespielt oder sind über die Profifußball-Bubble einfach miteinander vertraut.

„Wir fühlen uns als part of the Team – inoffiziell“, sagte Jürgen Klopp bei Magenta. „Wir sind komplett auf eurer Seite.“

Es herrscht Nationalmannschafts-Gefolgschaft unter den Experten bei dieser WM. Bloß nicht zu viel Kritik, bloß nicht die alten Buddys vergraulen, die alle kumpelig per Handschlag begrüßt werden.

Ob man sich Sorgen um die Nationalmannschaft machen müsse, wurde der frühere Nationalspieler Robin Gosens nach der Niederlage gegen Ecuador gefragt. „Neiiiiiiiiiin“, sagte er. Dieser Ton ist gesetzt.

Sein ARD-Expertenkollege Bastian Schweinsteiger war wenige Stunden zuvor dadurch aufgefallen, dass er nicht aufhörte, den neben ihm stehenden Bundestrainer Julian Nagelsmann zu umschmeicheln. Sämtliche Ausführungen Nagelsmanns goutierte er. „Völlig verständlich“, so Schweinsteiger, dass der Bundestrainer sich gegen eine zu erwartende Rotation entschieden habe. „Sehr, sehr richtig“, Undav weiterhin von der Bank zu bringen. So ging das immer weiter.

Als alles in die Hose gegangen war und Schweinsteigers langjähriger Mannschaftskollege Manuel Neuer bei den Gegentoren – nun ja – wie ein 40-Jähriger ausgesehen hatte (dazu der frühere Nationaltorhüter Sepp Maier: „Da muss er sich an die eigene Nase fassen“), sprang ihm Schweinsteiger bei: „Kannst du wenig machen; er wird für uns noch wichtig werden.“

Nicht viel besser ist es bei den Kollegen vom ZDF. Christoph Kramer erhob Deutschland nach dem 7:1 gegen Curaçao, ein Land, von dem vermutlich 80 Prozent der Deutschen vor dieser WM dachten, es handele sich dabei einzig und allein um einen Likör, indirekt schon zu einer Art Titelfavoriten. Diese Aktivität, diese vielen Tiefenläufe auch gegen schwache Teams – das mache bislang nur Deutschland.

Zur Ehrenrettung der Genannten lässt sich sagen: Wenn es darum geht, das Auftreten als Ganzes zu bewerten, scheuen sie sich nicht vor Kritik. Jürgen Klopp etwa bezeichnete die Darbietung der deutschen Mannschaft gegen Ecuador schlicht als „falschen Fußball“. Aber mit dem Finger in der Wunde bohren, auch mal konkret werden, einzelne Spieler ansprechen? Fehlanzeige.

So bleibt den Zuschauern bei den Sendeanstalten nur die Wahl, zum „Schland“-Fan zu werden und die distanzlose Berichterstattung durch die schwarz-rot-goldene Brille zu verfolgen – oder den Ton abzuschalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das Spiel. Und wer weiß: Vielleicht ist die eigene Einschätzung zu der Leistung näher an der Wahrheit dran als jene der hochdekorierten Experten.

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Классификация: Спорт. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: -3. Информативность: 5. Источник: www.tagesspiegel.de.