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Plötzlich steht da Alicia Keys: Das Montreux Jazz Festival beginnt spektakulär

Дата публикации: 04-07-2026 10:31:26

Die britische Sängerin Raye hat die 60. Ausgabe des Montreux Jazz Festivals eingeleitet. Es war in vielerlei Hinsicht ein denkwürdiges Konzert.

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Nachdem sie die Bühne betritt, war man froh über die Ohrenschützer: Alicia Keys zu Gast bei Rayes Auftakt zum Montreux Jazz Festival.

Nachdem sie die Bühne betritt, war man froh über die Ohrenschützer: Alicia Keys zu Gast bei Rayes Auftakt zum Montreux Jazz Festival.

Bild: Valentin Flauraud

Dicht an dicht drängt sich das langsam ungeduldig werdende Publikum im Auditorium Stravinski. Es will die kraftvolle, emotionsgeladene Stimme hören, die seit drei Jahren zuverlässig Zuschauer an den Genfersee lockt. Es will, dass Raye das Auditorium zum Klangraum macht. Und es will offenbar lauthals brüllen. «We love you Raye», tönt es immer wieder.

Dabei könnte man auch genervt sein. Denn das Eröffnungskonzert zur 60. Jubiläumsausgabe des Montreux Jazz Festival, das um 20.30 Uhr hätte beginnen sollen, verzögert sich.

Für die Sängerin fällt das Konzert karrieretechnisch in eine Glanzzeit: Die 28-jährige Raye stürmt die internationalen Charts mit dem Album «This Music May Contain Hope» und gewinnt einen BRIT-Award nach dem anderen. Schweizer Wurzeln hat sie obendrein. Für das Montreux Jazz Festival ein ideales Aushängeschild.

Zunächst ist von der Bühne kaum etwas zu sehen. Acht riesige Leinwände verhüllen die oktagonale Spielfläche vollständig. Zu hören sind nur eine Basslinie und ein paar Fans, die den erspähten Musikern, die ihre Plätze einnehmen, schon mal zujubeln. Dann, endlich, fahren die Vorhänge hoch und 8000 Augen heften sich an Raye.

Ruhiger Start im grossen Programm

Man sieht, man hört, man fragt sich: Wird sie einst eine dieser Musiklegenden sein, die den Mythos Montreux geprägt haben? Die Idee scheint ihr selbst absurd vorzukommen. Lieber schlägt sie eine Brücke über 60 Jahre Musikgeschichte und erinnert an die Konzerte früherer Legenden, die sie selbst bewundert. Und das tut sie mit einer Leidenschaft, die den Abend durchziehen soll.

Mit «Who Knows Where the Time Goes» wählt sie zu Beginn ein ruhiges, melancholisches Lied. Weil Montreux für die Sängerin kein Musikanlass ist, sondern eine Art Olymp, muss sie sich in dem für sie so wichtigen Konzert zunächst finden.

Die anfängliche Schüchternheit legt sie schnell ab. Bescheidenheit bleibt aber den Abend hindurch spürbar, in einer gewissen Selbstironie, einer verspielten Koketterie. Dahinter verbirgt sich aber die sehr reale Liebe der Nostalgikerin Raye für alles, was «classy» ist. Zum Beispiel die Songs «Summertime» von Ella Fitzgerald, «Georgia On My Mind» von Ray Charles oder Al Greens «Let’s Stay Together», die sie allesamt covert.

Eine Hommage baut Raye im Übrigen ein, die keinem Sänger gewidmet ist: In der Hälfte des Konzerts singt Raye ein Lied für ihren kürzlich verstorbenen Appenzeller Grossvater. Er hatte sie beim ersten Auftritt in Montreux 2024 von der Bühne aus unterstützt.

Ist sie der neue Star in Montreux?

Voller Einsatz: Raye überzeugt das staunende Publikum voll und ganz.

Voller Einsatz: Raye überzeugt das staunende Publikum voll und ganz.

Bild: Valentin Flauraud

Indem Raye die Geschichte des Montreux Jazz Festival sozusagen zu ihrer eigenen, abendfüllenden Show adaptiert, nimmt sie selbst eine besondere Position ein. Die Bühnen in Montreux entwickeln sich allmählich zu einer Raye-Residenz.

Auf die Covers und eigenen Songs folgt der erste Überraschungsgast: Mark Ronson, der selbst schon früher in Montreux aufgetreten ist, nimmt die Gitarre in die Hand und spielt Uptown Funk. Raye singt virtuos, immer wieder baut sie auch Falsett-Passagen ein. Darauf folgt Rayes von Ronson produzierter Hit «Suzanne».

Doch damit nicht genug. Wenig später kündet sie einen weiteren Gast an – und dann steht da plötzlich Alicia Keys. Man hört kaum mehr was vor lauter Jubel, da dreht sich schon die Bühne, während die Sängerinnen zunächst Keys «If I Ain’t Got You» anstimmen. Nahtlos geht das Duett in Rayes «Oscar Winning Tears» über.

Nach dieser Überraschung wird aus dem schwärmerischen, nostalgischen Rückblick der Siegeszug einer neuen Ikone. Raye holt ihre Schwestern auf die Bühne und singt ihren Song «Where the Hell Is My Husband?». Spätestens jetzt muss sie den Vergleich zur musikalischen Ahnenreihe nicht scheuen. Ein Hauch Disco, eine geballte Ladung Energie und vor allem wahnsinniges Talent machen die Eröffnung in Montreux zum Ereignis.

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Классификация: Культура. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 7. Информативность: 6. Источник: www.tagblatt.ch.