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„Jedes Gespür für Pietät verloren“: Wien baut Fitnessbereich mitten auf Friedhof

Дата публикации: 14-07-2026 06:29:00

Neue Fitnessgeräte auf einem Wiener Friedhof sorgen für heftig Gegenwind aus der Politik. Nun sind auch die Kosten öffentlich geworden.

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Neue Fitnessgeräte auf einem Wiener Friedhof sorgen für heftig Gegenwind aus der Politik. Nun sind auch die Kosten öffentlich geworden.

Auf dem Meidlinger Friedhof in Österreichs Hauptstadt Wien gibt es seit Kurzem einen rund 800 Meter langen Rundweg sowie einen Bereich mit Fitnessgeräten. Besucher können jetzt direkt neben den Gräbern Sport treiben.

Doch das neue Fitnessangebot auf dem städtischen Friedhof trifft auf Widerstand. „Der muss weg!“, fordert der Wiener Gemeinderat und Meidlinger Bezirksparteiobmann Lorenz Mayer (ÖVP) jüngst in einem Facebook-Video. Friedhöfe seien Orte der Trauer und nicht für Fitnessparks.

Friedhofsumbau kostete über 35.000 Euro

Ähnlich äußert sich der FPÖ-Landtagsabgeordnete Lukas Brucker: „Wer auf die absurde Idee kommt, Trainingsgeräte zwischen Grabstätten aufzustellen, hat jedes Gespür für Pietät verloren“, kritisiert der Politiker in einer Pressemitteilung.

Laut der österreichischen „Kronen-Zeitung“ belaufen sich die Kosten für den Fitness-Parkour auf dem Meidlinger Friedhof auf über 35.000 Euro. Darunter fällt auch ein sogenanntes „Plauderbankerl“ für 2000 Euro. Geldverschwendung, findet sowohl Brucker als auch Mayer. „Das zeigt einmal mehr, dass SPÖ und Neos völlig falsche Prioritäten setzen“, bemängelt der ÖVP-Bezirksparteiobmann.

Kommunen setzen immer häufiger auf Aufenthaltsbereiche

Trotz der öffentlichen Kritik an dem Fitnessbereich zeichnet sich schon länger ein Wandel auf Friedhöfen ab. Sie entwickeln sich zunehmend zu Mehrzweckorten, die neben ihrer Bestattungsfunktion auch als innerstädtische Grün- und Erholungsräume dienen.

Viele Kommunen reagieren damit auf veränderte Bestattungsformen. Kleinere Gräber wie Urnengräber bringen laut einem Bericht des Deutschen Städte- und Gemeindebunds aus dem Jahr 2021 immer weniger Einnahmen trotz hoher Bewirtschaftungskosten. Deshalb bauen die Kommunen auf den Friedhöfen immer häufiger zusätzliche Aufenthaltsbereiche, um die Flächen sinnvoll zu nutzen.

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