In Wien-Donaustadt regt sich massiver Protest gegen ein geplantes Bauprojekt. Die Anwohner einer Straße sollen rund 300.000 Euro für einen neuen Gehweg zahlen, den sie gar nicht wollen.
In Wien-Donaustadt regt sich massiver Protest gegen ein geplantes Bauprojekt. Die Anwohner einer Straße sollen rund 300.000 Euro für einen neuen Gehweg zahlen, den sie gar nicht wollen.
Die Anwohner einer Straße in Wien sind fassungslos: Sie müssen 300.000 Euro für ungewollten Gehweg zahlen. Grund für den Ärger ist die Wiener Bauordnung, nach der Grundstückseigentümer für die Errichtung von Gehwegen selbst aufkommen müssen.
Laut dem österreichischen Portal „Heute“ kommen dadurch enorme finanzielle Lasten auf die Betroffenen zu. Ein Anwohner soll 12.000 Euro beisteuern, ein Nachbar sogar 31.000 Euro. „In der Nachbarschaft wohnen teils ältere Leute über 80 Jahre, die dieses Geld einfach nicht haben“, sagt Stephan Gruber, der in dem ruhigen Wohngebiet zu Hause ist. Zudem befürchten die Bürger, dass die verengte Fahrbahn zu neuen Gefahren im Straßenverkehr führt.
Eine Petition gegen das Vorhaben hat bereits rund 1000 Unterschriften gesammelt. Die Anwohner fühlen sich übergangen, da alternative Vorschläge wie eine Wohnstraße oder eine Einbahnregelung ignoriert wurden. Auch bei der Bauverhandlung ging es laut Kritikern nur noch um das „Wie“ und nicht mehr um das „Ob“ des Baus. Wer sich weigert zu zahlen, dem drohen empfindliche Strafbescheide von bis zu 50.000 Euro, wie „Heute“ berichtet.
Die Behörden und Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy verteidigen die Maßnahme und verweisen auf die Rechtslage. Man reagiere auf wiederholte Beschwerden von Fußgängern auf dem Weg zur nahegelegenen Bushaltestelle. Die Magistratsabteilung betont, dass das barrierefreie Projekt der Verkehrssicherheit aller dient. Neben dem Gehweg wird auch die Fahrbahn saniert – der Baustart ist für den Herbst 2026 geplant.
Bei einer Straßensanierung vor dem Haus müssen Eigentümer in Deutschland nicht automatisch mitbezahlen, fasst das Immobilien-Portal „Immowelt“ zusammen. Reine Reparaturen übernimmt die Kommune, doch bei grundlegenden Maßnahmen wie der Erneuerung der Fahrbahn, neuen Geh- und Radwegen oder zusätzlicher Beleuchtung können wie auch in Österreich Straßenausbaubeiträge fällig werden
Ob und in welcher Höhe Eigentümer beteiligt werden, hängt vor allem vom Bundesland und der jeweiligen Kommune ab. Viele Länder haben diese Beiträge inzwischen abgeschafft oder stark eingeschränkt, in anderen sind sie weiterhin möglich. Die Kosten können von mehreren Hundert bis zu mehreren Tausend Euro betragen. Es empfiehlt sich daher, bei Baumaßnahmen die örtlichen Regelungen frühzeitig zu prüfen.
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