Die belgische Stadt Verviers möchte den Hochwasserschutz verbessern und muss dafür alle Grundstücke an einer Flusspromenade aufkaufen. Ein Grundstück bereitet allerdings Probleme.
Die belgische Stadt Verviers möchte den Hochwasserschutz verbessern und muss dafür alle Grundstücke an einer Flusspromenade aufkaufen. Ein Grundstück bereitet allerdings Probleme.
Seit der Flutkatastrophe im Juli 2021 verfolgt die belgische Stadt Verviers einen Plan. Sie will alle Gebäude an der Promenade des Récollets aufkaufen, abreißen und das Flussufer widerstandsfähiger gegenüber Hochwasser machen. Wie das belgische Nachrichtenportal „Sudinfo“ berichtet, gibt es allerdings ein Problem.
„Wir haben alles gekauft, aber es bleibt ein Grundstück, bei dem wir nicht einmal wissen, wer die Rechtsnachfolger wären“, wird der stellvertretende Bürgermeister Alexandre Loffet zitiert.
Demnach sind bereit mehrere Eigentümer verstorben, ohne dass die Erben bekannt sind. Die Erbfolgen liegen so weit zurück, dass die Kommune nicht mal weiß, wie sie Eigentümer ausfindig machen soll.
Besonders ärgerlich ist dieser Zustand, weil die Stadt eigentlich kurz vor dem Erreichen ihres Ziels ist, wie „Sudinfo“ berichtet: Von den betroffenen acht Häusern sind bereits alle aufgekauft, bei einem letzten Grundstück laufen die Verhandlungen, fehlt nur noch das ohne bekannten Eigentümer.
Der Gemeinderat von Verviers hat jetzt beschlossen, beim Gericht einen Antrag auf Feststellung der Erbschaftslosigkeit zu stellen, um das Grundstück anschließend offiziell erwerben zu können.
Fest steht auf jeden Fall, wie es danach mit der Promenade am Fluss Vesdre weitergehen soll: „Das Gebiet wird als Grünfläche genutzt, es wird nicht mehr gebaut“, äußerte sich Politiker Loffet gegenüber „Sudinfo“.
Auch Deutschland war von den Flutmassen im Sommer 2021 betroffen. Dort traf es neben Bayern und Sachsen vor allem die Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Wie die Bundesregierung berichtet, verloren damals mehr als 180 Menschen ihr Leben.
Im Ahrtal fielen demnach innerhalb von 24 Stunden teilweise bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Niederschlagsmenge für den gesamten Monat Juli betrug seit 1990 keine 70 Liter.
Generell nehmen die Wetterextreme in Deutschland zu und sorgen für Milliardenschäden. Wie aus der Naturgefahrenstatistik des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft hervorgeht, richteten Überschwemmungen im Jahr 2024 einen Schaden von 4,4 Milliarden Euro an. Das ist mehr als im Vorjahr (2,6 Milliarden Euro).
Insgesamt belaufen sich die Schäden durch Naturgefahren demnach auf 5,6 Milliarden Euro.