Der Xgimi MoGo 4 Laser ist ein tragbarer Beamer mit Akku. Design, Preis und Leistung ähneln dem legendären Samsung Freestyle. Welcher Beamer besser ist, klärt der Test.
Der Xgimi MoGo 4 Laser ist ein tragbarer Beamer mit Akku. Design, Preis und Leistung ähneln dem legendären Samsung Freestyle. Welcher Beamer besser ist, klärt der Test.
Der Xgimi MoGo 4 liefert unter den mobilen Beamern mit Akku derzeit das beste Gesamtpaket. Das farblich frische und scharfe Bild in Full HD sieht zwar am Netzteil deutlich besser aus, im weniger hellen Batterie-Modus schafft der smarte Projektor dafür über zwei Stunden Filmvergnügen ohne jedes Kabel. Dazu liefern Lautsprecher von Harman Kardon guten Klang, von dem man aber angesichts der kompakten Größe keinen echten Bass verlangen darf. Auch wenn der Xgimi MoGo 4 in der potenteren Laserausführung kein Schnäppchen ist, überzeugt die Preis-Leistung dank des reichhaltigen Zubehörs auf ganzer Linie.
Pro
Kontra
Ein tragbarer Beamer, der auch kabellos mit Akku läuft? Da ist der
Samsung Freestylenicht mehr unangefochten. Der Chinaklon Xgimi MoGo 4 kopiert das wendige Scheinwerfer-Design nämlich klasse und liefert eine Menge Extras: Ob schicke Ambilight-Funktion, Mini-Fernbedienung für unterwegs oder magnetische Wechsellinsen – Xgimi hat sich bei der Ausstattung nicht lumpen lassen. Dementsprechend argumentiert der Laser-Beamer MoGo 4 auch nicht mit einem Schnäppchenpreis, sondern steigt mit 800 Euro selbstbewusst in den Markt ein. Ob es für diese Stange Geld echtes Kinoerlebnis mit gutem Bild und Ton gibt, zeigt der Test.
Bei der Verarbeitung bleibt Xgimi dem Anspruch treu, keine billige Alternative zu Samsung zu sein, sondern ein Konkurrent auf Augenhöhe. Der kleine Projektor liegt recht schwer in der Hand und fühlt sich wertvoll an. Apple hat das Erfolgsrezept von Minimalismus und Wertigkeit längst vorgelegt, Xgimi macht es fast tadellos nach: Schnörkelloses Design, stabiles Material und keine fummeligen Kleinteile – der MoGo 4 ist eine schlichte silberne Alu-Röhre, die aus der Verpackung heraus sofort einsetzbar ist. Während der
MoGo 2noch als kleiner Klotz daherkam, setzt Xgimi seit dem
MoGo 3auf ein beweglicheres Konzept mit Drehgelenk – und schafft neben mehr Flexibilität leider auch eine Schwachstelle: Der Beamer kann sich nun wegen des schlanken Standfußes das Bein brechen. Das drehbare Design sorgt dafür, dass die Anschlüsse statt hinten nun seitlich zu finden sind.

Fire TV statt Google TV: Am HDMI-Anschluss des MoGo 4 ermöglicht Xgimi auch die Nutzung eines Streaming-Sticks.
Foto: COMPUTER BILD
Wie bei mobilen Beamern üblich, ist die Anzahl der Anschlüsse beim MoGo 4 auf das Notwendigste reduziert. Zu finden sind am Xgimi-Projektor folgende Anschlussmöglichkeiten:
Interessant: Am HDMI-Anschluss des Beamers ist der Betrieb eines
Fire TV Stickmöglich – allerdings ist das für Streaming oder TV-Empfang auf dem Beamer gar nicht vonnöten.
Der Xgimi MoGo 4 ist auch ohne Anschluss externer Medien einsatzfähig – denn mit
Google TVist eine smarte Streaming-Plattform inklusive Netflix und
TV-Angebotab Werk auf dem Beamer vorinstalliert. Einrichtung und Bedienung funktionieren dann so einfach wie bei jedem Smart-TV mit Google-Benutzeroberfläche – nur hat Xgimi neben der beleuchteten Fernbedienung noch eine kompakte Mini-Remote mit Clip für den Rucksack beigelegt. In einen solchen passt der MoGo 4 dreimal, wobei noch locker genug Platz für eine Sitzdecke und eine Thermosflasche bleibt. Kabel müssen also nicht ins Gepäck, wenn es zum Outdoorkino rausgeht. Doch wie gut funktioniert so was in der Praxis?

Sieht schräg aus: Die automatische Keystone-Korrektur zieht das Bild des Xgimi MoGo 4 auch bei ungünstigem Projektionswinkel gerade. Dadurch leidet aber manchmal die Bildqualität.
Foto: COMPUTER BILD
Ein Beamer ohne festen Einsatzort hat so einige Probleme zu bewältigen: wechselnde Lichtverhältnisse,
unklare Batterielaufzeit,ungünstige Stand- und Projektionsflächen – um nur die wichtigsten zu nennen. Die gute Nachricht: All diese Herausforderungen meistert der MoGo 4 ordentlich. Mit dem flexiblen Standfuß ist die Projektion in
Full HDaus den unmöglichsten Winkeln drin, da der kleine Beamerzylinder sich frei drehen kann wie ein Suchscheinwerfer. Fest steht, dass der Xgimi-Projektor trotz Handstandüberschlags ziemlich fest steht – solange der Untergrund nicht uneben oder abschüssig ist. Kippelt der Beamer auf Kieseln herum, ist auch die beste automatische Bildkorrektur gnadenlos überfordert. Ein unverwüstlicher Action-Beamer ist der MoGo 4 nicht, denn der schicke Projektor nimmt trotz solider Bauweise recht schnell Schaden bei unachtsamer Handhabung. Wird der Laserprojektor nicht durchgeschüttelt, findet er aber sofort die Projektionsfläche von selbst, zieht das Bild automatisch gerade und stellt es scharf.

Keine große Leuchte: Gerade im Akku-Betrieb reicht es beim Xgimi MoGo 4 nicht für gute Bilder in heller Umgebung.
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Ein Beamer in sehr kompaktem Format mit Akku an Bord – wie viel Platz bleibt in dem schicken Xgimi-Zylinder noch für den eigentlichen Laserprojektor? Kurz: genug, um bei Dunkelheit ein helles und scharfes Bild mit satten Farben zu zaubern. Schwieriger wird es in helleren Umgebungen ohne Stromanschluss, weil der Projektor sehr sparsam mit seinem Akku wirtschaftet. Das Bild wird sofort deutlich dunkler und die Farben verblassen, sobald man das Netzteil zieht. Wer den Stromsparmodus überlistet und im Batteriebetrieb volle Leistung aus der silbernen Lichtröhre quetscht, sieht dann bei einem Langfilm von zwei Stunden das Ende nicht mehr. Ist ein
Leistungsmonstergefragt, stehen mobile Beamer mit eingebauter Batterie generell nicht zur Debatte. Für deutlich mehr Leuchtkraft verzichtet man zwingend auf das handliche Format und den Betrieb ohne Steckdose. Gleiches gilt für den Ton – obwohl der MoGo 4 aus engem Raum erstaunlich großen Raumklang hervor holt. Für dieses Kunststück hat sich Xgimi prominente Unterstützung gesucht.

Moderne trifft Klassik: Neben dem klassischen Beamer-Modell von Acer sieht der Xgimi MoGo 4 richtig klein aus. Stationäre Beamer haben dafür mehr Power.
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Für einen guten Ton pflegen chinesische Hersteller längst internationale Beziehungen: Xgimi demonstriert zusammen mit den New Yorker Sound-Spezialisten von Harman Kardon gelungenes Teamwork. Wo angesichts des kompakten Formats des Beamers eigentlich Platzangst herrscht, entfaltete sich im Praxistest ein respektabler Klang. Wer ein flaches, blechernes Plärren wie aus einer billigen Bluetooth-Box erwartet, erlebt sein blaues Wunder: In Filmen sind nicht nur Dialoge angenehm klar, atmosphärischer Sound und Effekte werden erstaunlich raumfüllend abgegeben. Für den Raumklang-Effekt braucht es dann aber auch einen Raum. Beim Outdoorkino sind Abstriche beim Ton vorprogrammiert, denn die insgesamt 12 Watt Leistung der zwei kleinen Lautsprecher verhallen draußen schnell. Einen tiefen Bass stemmt der kleine Beamer sowieso nicht: Als Partylautsprecher taugt der MoGo 4 trotz reinen Musikwiedergabe-Modus also weniger.
Sie brauchen Bass?Über Bluetooth klappt die Verbindung zu einem mobilen Lautsprecher mit Tieftönern schnell, falls es auf der Lichtung richtig donnern soll. Zu Hause funktioniert das mit einer Soundbar ebenfalls.

Da machst du Augen: Tiefen Kontrast, frische Farben und scharfe Konturen liefert der Xgimi MoGo 4 als wahres Chamäleon unter den mobilen Beamern im Dunkeln. Bei Licht wechselt der Projektor dann seine Farben, und zwar ins Blasse.
Foto: COMPUTER BILD
Der Xgimi MoGo 4 hat neben der automatischen Korrektur von Bildausrichtung und Schärfe noch mehr Tricks für ein besseres Bild im Gepäck: Mit einer Bewegungsglättung (Motion Smoothing) werden Filme mit Zwischenbildern von 30 auf 60 Bilder pro Sekunde aufgestockt – somit wirken Bewegungen nicht mehr ruckelig. Bei einer maximalen Auflösung in Full HD und ohne KI-gestützte Hochrechnung auf UHD (4K) wirkt das Bild bei großen Projektionen aber eher aufgeweicht. Die präzise gezeichneten Strukturen, Farbverläufe und dynamischen Kontrastverschiebungen hoher HDR-Standards wie
Dolby Visionoder HDR10+ sind erst gar nicht an Bord. Für deren
würdige Darstellungmangelt es dem MoGo 4 ohnehin an Puste. Ein erfreulich gutes Bild liefert der kleine Projektor im HDR-Bereich unter Idealbedingungen: am Netzteil, bei völliger Dunkelheit und auf einer ungestörten Projektionsfläche mit einem Bild von moderater Größe. Unter realistischen Bedingungen mit Akku auf Sparflamme und bei Restlicht sind Bildschärfe, Farben und Kontraste deutlich schwächer. Messwerte von Leuchtkraft, Kontrast und Farbraumabdeckung zeigen sich im Labortest allgemein überzeugend – im Anwendungsfall zeigt sich dann je nach Szenario ein ganz anderes Bild. Dieses ist aber immer noch schlicht beeindruckend, weil es eben aus einem mobilen Kompaktbeamer kommt. Es verlangt auch niemand einem Handwärmer für die Jackentasche die Leistung einer Dieselheizung ab.

Mit einem regulären HDMI-Anschluss ermöglicht der Xgimi MoGo 4 im Vergleich zum Samsung Freestyle (rechts) komfortableres Zuspielen externer Medien.
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Einziger Wermutstropfen vorweg: Der Hellste ist der MoGo 4 von Xgimi auch in der getesteten Laser-Variante für 800 Euro bei Weitem nicht. In der
Königsdisziplin Leuchtktraftüberragt der ambitionierte Chinaklon des Samsung Freestyle das Original trotzdem um eine Nasenlänge. Das Gesamtpaket aus China stellt sein Vorbild dann deutlicher in den Schatten: Mit komfortableren Anschlüssen, besserem Klang, mehr Benutzerfreundlichkeit, Gaming-Tauglichkeit (bis 60 Hertz) und Top-Zubehörpaket übertrumpft der MoGo 4 den Samsung Freestyle in vielen wichtigen Disziplinen. Auch bei der Preis-Leistung hat Xgimi die Oberhand, da beim Samsung-Beamer der Akku nur gegen Aufpreis dabei ist. Für Weltrekorde bei der Bildqualität reicht es bei beiden Beamern nicht – doch in dieser Kategorie treten batteriebetriebene Projektoren ohnehin nicht an.
XGIMI
705,99 EUR
Der Xgimi MoGo 4 liefert unter den mobilen Beamern mit Akku derzeit das beste Gesamtpaket. Das farblich frische und scharfe Bild in Full HD sieht zwar am Netzteil deutlich besser aus, im weniger hellen Batteriemodus schafft der smarte Projektor dafür über zwei Stunden Filmvergnügen ohne jedes Kabel. Dazu liefern Lautsprecher von Harman Kardon guten Klang, von dem man aber angesichts der kompakten Größe keinen echten Bass verlangen darf. Auch wenn der Xgimi MoGo 4 in der potenteren Laserausführung kein Schnäppchen ist, überzeugt das Preis-Leistung-Verhältnis dank des reichhaltigen Zubehörs auf ganzer Linie. Wer einen leichteren Beamer mit abnehmbarem Akku will, entscheidet sich vielleicht doch besser für den
Samsung Freestyle. Deutlich günstiger und mit mehr Zubehör ausgestattet ist der
JMGO PicoPlay+.
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