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Wie Deutschland reich wurde, eine schöne Betrügerin und ein «schwarzer Mozart»: Die Kulturtipps der «NZZ am Sonntag»

Дата публикации: 12-07-2026 03:33:00

Erhellendes zur Industriegeschichte, kühle Action und wunderschöne Musik.

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Erhellendes zur Industriegeschichte, kühle Action und wunderschöne Musik.

Anna Kardos, Linus Schöpfer, Daniel Haas, Peer Teuwsen, Manfred Papst12.07.2026, 05.33 Uhr


Am Tisch der Macht: Vorstandssitzung der Firma Krupp in Essen, Sommer 1974.

Am Tisch der Macht: Vorstandssitzung der Firma Krupp in Essen, Sommer 1974.

Brigitte Hellgoth / akg-images

Sachbuch: Die Geschichte der Männer, die Deutschland reich machten

Konstantin Richter erklärt in seinem Buch «Dreihundert Männer» unterhaltsam, wie unser Nachbar zur globalen Wirtschaftsmacht aufstieg: Dank der Deutschland AG. Lesen Sie die Rezension hier.

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Serie: Eine Überfliegerin und Betrügerin

Anya Taylor-Joy stiehlt als Lucky Mafia-Millionen und flieht vor dem FBI.

Anya Taylor-Joy stiehlt als Lucky Mafia-Millionen und flieht vor dem FBI.

PD

Sehr schöne, auf den ersten Blick zerbrechlich wirkende Frauen in der Rolle der Action-Heldin: Dieser Besetzungskniff hat Tradition in Hollywood. Scarlett Johansson beförderte in «Lucy» ein Verbrechersyndikat ins Jenseits. Ana de Armas killte in «John Wick: Ballerina» Männer am Fliessband. Auch Anya Taylor-Joy mit ihrem Präraffaeliten-Antlitz gehört in diese Reihe: Bereits in «Furiosa: A Mad Max Saga» war sie die Kämpferin mit Racheinstinkt. In der von Reese Witherspoon produzierten Apple-Serie «Lucky» spielt sie eine Betrügerin, die Mafia-Millionen entwendet. Fight or flight? Beides natürlich – sieben rasante Folgen lang. Daniel Haas

Lucky. Apple TV, ab 15. Juli.

Literatur: Wahnwitziges Theaterstück von Hermann Burger

PD

Hermann Burger war wohl neben Friedrich Dürrenmatt der humorvollste Schriftsteller der Schweiz, ein Meisterschüler Thomas Bernhards, zudem gebenedeit mit der Fähigkeit, die Schweizer Groteske in den Irrsinn zu übersteigern, etwa im Geniestreich «Schilten». Diese Gabe zeigt sich auch im einzigen Theaterstück, das Burger vollendet hat: «Die Scheintoten». Der Schriftsteller und Selbstmörder Stocker muss im Reich zwischen Tod und Leben sein Dasein fristen, weil er sich «dilettantisch» stranguliert hat. Den Freitod meinte er wählen zu können, «weil sein Werk überlebt». Hier unten zieht die Bordellwirtin und Directrice Melitta die Fäden ihrer scheintoten Marionetten. Es gibt alles, nichts macht mehr Freude: «Die Küche erfüllt jeden Wunsch, aber man wird nicht satt.» Es ist ein grosses Verdienst, dass Nagel & Kimche dieses Stück, das wegen des frühen Freitods Burgers nie zur Aufführung kam, nun erstmals umfassend zugänglich macht. Der Germanist Simon Zumsteg hat den Band mit Achtsamkeit editiert und mit einem erhellenden Kommentar versehen. Peer Teuwsen

Hermann Burger: Die Scheintoten. Nagel & Kimche 2026, 304 Seiten.

Klassik: Man nannte ihn «schwarzer Mozart»

Angehimmelt und angefeindet: der Fechter und Komponist Joseph Bologne.

Angehimmelt und angefeindet: der Fechter und Komponist Joseph Bologne.

Imago

Er war eine der schillerndsten Figuren der Pariser Gesellschaft: Joseph Bologne, der begnadete Fechter, Schwimmer, Eisläufer, Geiger und Komponist, der 1745 in Guadeloupe zur Welt kam. Als Sohn einer Sklavin und eines französischen Chevaliers wuchs er in Frankreich auf. Er trug den Adelstitel seines Vaters, wurde zu einer bewunderten Persönlichkeit – und dennoch wurde er auch angefeindet (die Leitung der Pariser Oper bekam er wegen seiner Hautfarbe nicht). Nun ist die erste umfassende Aufnahme von Joseph Bolognes Werke erschienen, so grossartig eingespielt, dass der «schwarze Mozart», wie man ihn nannte, nicht nur zu einer Entdeckung, sondern auch zu einem Ereignis wird. Anna Kardos

Joseph Bologne: Portrait. Versailles Spectacles 2026.

Jazz: Ein inniges Zwiegespräch zwischen Marilyn Cirspell und Anders Jormin

PD

Das Solokonzert der Pianistin Marilyn Crispell war das Ereignis des Zürcher Festivals «Unerhört!» im November 2025. Mit atemberaubender Intensität spielte die 1947 in Philadelphia geborene Musikerin auf. Von einer ganz anderen Seite zeigt sie sich auf ihrem neuen Duo-Album mit dem schwedischen Kontrabassisten Anders Jormin. Ein inniges Zwiegespräch entfaltet sich hier, bedächtig, manchmal zögerlich, herzlich und höflich zugleich. Das ist kein Wiedersehen, bei dem die Geschichten sprudeln, sondern eines, in dem beide Beteiligten sich achtsam vergewissern: Habe ich dich auch richtig verstanden? Das Album beginnt mit vier Improvisationen, es folgen sieben ausgeschriebene Stücke. Von besonderem Zauber sind Jormins «Three Shades of a House» sowie Crispells Miniaturen «Memento» und «Dragonfly». Letztgenannte ist einem ihrer engsten Freunde gewidmet, dem 2020 verstorbenen Bassisten Gary Peacock. Genauso wichtig wie die Töne ist auf diesem Album der weite Klangraum zwischen ihnen. Das Auditorio Stelio Molo RSI in Lugano ist der ideale Ort dafür. Manfred Papst

Marilyn Crispell, Anders Jormin: Memento. ECM

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Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 2. Информативность: 6. Источник: www.nzz.ch.