Die Sommer werden heißer – und das bekommen auch viele Hunde zu spüren. Welche Rassen von Natur aus gut mit Wärme umgehen können und was sie so besonders macht.
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Stand: 16.07.2026, 08:00 Uhr
Von: Jasmin Farah
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Die Sommer werden heißer – und das bekommen auch viele Hunde zu spüren. Welche Rassen von Natur aus gut mit Wärme umgehen können und was sie so besonders macht.

1 / 9Der Rhodesian Ridgeback wurde ursprünglich in den heißen Savannen Südafrikas gezüchtet – als Jagdhund, der Löwen aufspüren und stellen konnte. Diese Herkunft macht ihn zu einer der am besten an Hitze angepassten Rassen überhaupt. Sein kurzes, dichtes Fell schützt vor Sonneneinstrahlung, ohne Wärme zu stauen, und sein kräftiger, aber eleganter Körperbau ermöglicht eine effiziente Wärmeabgabe. Der charakteristische Fellstreifen auf dem Rücken – der sogenannte „Ridge“ – ist sein Markenzeichen, hat aber keinen Einfluss auf die Hitzetoleranz. Wer einen großen, selbstbewussten und gleichzeitig hitzerobusten Hund sucht, der auch lange heiße Sommertage gut übersteht, ist mit dem Rhodesian Ridgeback ausgezeichnet beraten. © YAY Images/Imago
2 / 9Der Dalmatiner ist ein ausdauernder, athletischer Hund mit einem kurzen, glatten Fell, das kaum Wärme speichert und pflegeleicht ist. Ursprünglich als Kutschhund gezüchtet, der stundenlang neben Pferden in der Sonne lief, hat er von Natur aus eine gute Ausdauer auch bei Wärme entwickelt. Sein mittelgroßer, muskulöser Körperbau ist weder zu massig noch zu leicht – eine ausgewogene Proportion, die die Wärmeregulation unterstützt. Ein wichtiger Hinweis: Dalmatiner und andere hell- oder weißfellige Hunde sind anfälliger für Sonnenbrand an Nase, Ohrrändern und dünn behaarten Stellen – für Tiere zugelassene Sonnenschutzprodukte können hier sinnvoll sein. Wer einen aktiven, fröhlichen Sommerhund sucht, der auch längere Ausflüge bei moderater Wärme mitmacht, findet im Dalmatiner einen verlässlichen Partner. © YAY Images/Imago
3 / 9Der kleinste Hund der Welt stammt aus dem heißen Mexiko und ist von Natur aus auf warme Temperaturen ausgelegt. Sein kurzes Fell (beim Kurzhaar-Chihuahua) und seine sehr geringe Körpermasse machen ihn zu einem erstaunlich hitzerobusten Begleiter – kleine Körper erzeugen schlicht weniger Eigenwärme. Dazu kommt, dass Chihuahuas von sich aus eher ruhige, schattenliebende Hunde sind, die bei Hitze instinktiv Aktivitäten reduzieren. Achtung gilt jedoch bei körperlicher Anstrengung: Trotz ihrer Hitzetoleranz können auch Chihuahuas bei intensiver Bewegung in der Mittagshitze schnell überhitzen. Als Stadthund für heiße Sommer ist der Kurzhaar-Chihuahua jedoch eine der unkompliziertesten und pflegeleichtesten Optionen. © Zoonar/Imago
4 / 9Der „Graue Geist“, wie der Weimaraner liebevoll genannt wird, überzeugt mit einem silbergrauen Kurzhaarfell, das kaum Wärme speichert und die Sonnenstrahlung teilweise sogar reflektiert. Sein schlanker, athletischer Körperbau mit langen Beinen sorgt dafür, dass er beim Laufen gut vom Boden weg ist und von Luftzirkulation am Bauch profitiert. Obwohl er aus dem mitteleuropäischen Raum stammt, kommt er mit hohen Temperaturen deutlich besser zurecht als viele andere mittelgroße Rassen. Der Weimaraner ist ein intelligenter, familienfreundlicher Hund, der gerne draußen ist – mit den richtigen Anpassungen im Tagesablauf bleibt er auch im Hochsommer fit und ausgeglichen. Besonders in Deutschland, wo er eine lange Tradition als Jagd- und Familienhund hat, ist er eine sehr praxistaugliche Wahl für heiße Sommer. © wirestock_creators/Imago
5 / 9Der ungarische Vorstehhund wurde für die Jagd in den heißen, trockenen Tiefebenen Ungarns gezüchtet – ein Ursprung, der sich bis heute in seiner hervorragenden Hitzetoleranz widerspiegelt. Sein kurzes, dichtes, aber unterwollefreies Fell in charakteristischem Goldrostton schützt die Haut vor Sonneneinstrahlung, ohne Wärme zu stauen. Der Vizsla ist muskulös und ausdauernd, hat aber einen schlanken Körperbau, der die Wärmeabgabe begünstigt. Er ist ein sehr aktiver Hund, der auch im Sommer Bewegung braucht – Spaziergänge sollten jedoch in die kühlen Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Für sportliche Hundehalter, die auch im Sommer aktiv bleiben möchten, ist der Vizsla eine der besten Wahlen. © Pond5 Images/Imago
6 / 9Podencos stammen von der Iberischen Halbinsel und den Kanarischen Inseln – Regionen, in denen Temperaturen von 35 °C und mehr im Sommer keine Seltenheit sind. Ihre großen, abstehenden Ohren sind dabei mehr als nur ein markantes Merkmal: Sie fungieren wie natürliche Kühlradiatoren, durch die wärmeres Blut nahe an der Hautoberfläche zirkuliert und Wärme nach außen abgegeben wird. Dazu kommen ein sehr kurzes, dünnes Fell, ein schlanker Körperbau und ein von Natur aus sparsamer Energiehaushalt. In Deutschland erfreuen sich Podencos als Tierschutzhunde wachsender Beliebtheit – und bringen dabei gleich das passende Hitzeprofil für unsere immer wärmer werdenden Sommer mit. Wer einen aktiven, aber hitzerobusten Hund sucht, sollte Podencos unbedingt in die Wahl einbeziehen. © Zoonar/Imago
7 / 9Der Basenji ist eine der ältesten Hunderassen der Welt und stammt ursprünglich aus den tropischen Regionen des afrikanischen Kongobeckens – er ist damit evolutionär über Jahrtausende an Hitze angepasst. Sein extrem kurzes, feines Fell und sein kompakter, aber leichter Körperbau helfen ihm, die Körpertemperatur auch bei hohen Außentemperaturen stabil zu halten. Besonders bemerkenswert: Der Basenji schwitzt tatsächlich über die Haut, was bei Hunden eine Seltenheit ist und ihm einen zusätzlichen Kühlmechanismus verschafft. Er ist außerdem für seine Katzen-ähnliche Sauberkeit bekannt – er putzt sich selbst und hechelt deutlich weniger als andere Rassen. Wer einen robusten, eigenständigen Hund für heiße Sommer sucht, findet im Basenji einen echten Hitzespezialisten. © Pond5 Images/Imago
8 / 9Der Whippet ist gewissermaßen der kompaktere Bruder des Greyhounds – und bringt dieselben Hitzevorteile in einem etwas handlicheren Format mit. Auch er verfügt über ein sehr kurzes, eng anliegendes Fell ohne Unterwolle und einen schlanken, leichten Körperbau, der die Wärmeabgabe erleichtert. Seine Haut liegt eng am Körper an, was die Isolierwirkung auf ein Minimum reduziert. Whippets sind lebhaft, aber auch sehr sensibel und suchen bei Hitze von sich aus den Schatten – ein natürlicher Schutzinstinkt. Für aktive Familien, die auch im Sommer draußen sein möchten, ist der Whippet ein idealer Begleiter. © Wirestock/Imago
9 / 9Der Greyhound ist eine der hitzestabilsten Hunderassen der Welt – und das hat sehr konkrete anatomische Gründe. Sein kurzes, hauchdünnes Fell ohne jegliche Unterwolle lässt Wärme ungehindert nach außen abgeben, während sein schlanker, muskulöser Körper eine besonders große Hautoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse bietet. Diese sogenannte günstige Oberflächen-Volumen-Relation ist ein entscheidender Vorteil bei der Wärmeregulation. Dazu kommt ein weiterer, oft überraschender Faktor: Greyhounds sind trotz ihrer Schnelligkeit zu Hause ausgesprochen ruhige, genügsame Hunde, die viel schlafen und wenig Energie verschwenden – was bei Hitze ein echter Pluspunkt ist. Wer einen entspannten, pflegeleichten Sommerhund sucht, liegt mit einem Greyhound goldrichtig. © Renkoaleks/Depositphotos/ImagoDie Sommer in Deutschland werden heißer, länger und extremer. Was früher als Ausnahme galt, ist heute Realität: Hitzewellen mit Temperaturen weit über 30 Grad Celsius gehören zum neuen Normalzustand. Für Hundehalterinnen und Hundehalter bedeutet das eine wachsende Verantwortung – denn nicht jeder Hund kommt mit der Hitze gleich gut zurecht. Welche Rassen von Natur aus besser für hohe Temperaturen geeignet sind, erfahren Sie oben in der Fotostrecke. Wichtig: Auch diese Hunde benötigen bei extremen Temperaturen Schutz, ausreichend Wasser und Schatten. Hitzetoleranz bedeutet nicht Hitzefestigkeit.
Warum der Klimawandel für Hunde ein ernstes Thema ist
In Deutschland ist aufgrund des Klimawandels mit einer deutlichen Zunahme extremer Hitzephasen zu rechnen. Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt ausdrücklich vor den gesundheitlichen Folgen steigender Temperaturen – und das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere.
Hunde können im Gegensatz zu Menschen kaum schwitzen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur fast ausschließlich über das Hecheln: Dabei verdunstet Feuchtigkeit aus den Schleimhäuten von Maul und Atemwegen, was die Körpertemperatur senkt. Dieses System stößt jedoch schnell an seine Grenzen – besonders wenn die Außentemperatur hoch und die Luftfeuchtigkeit ebenfalls erhöht ist.
Medizinische Richtwerte aus der tierärztlichen Praxis zeigen:
| Außentemperatur | Situation für den Hund |
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| Bis 20 °C | Für die meisten Hunde unproblematisch |
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| 20–25 °C | Gesunde Hunde tolerieren dies gut; brachyzephale Rassen brauchen bereits Pausen. |
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| Ab 25 °C | Für kurznasige Rassen kritisch; körperliche Belastung vermeiden |
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| Ab 28–30 °C | Für die meisten Hunde gefährlich; Hecheln verliert an Wirkung. |
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| Ab 41 °C Körpertemperatur | Hitzschlag – lebensbedrohlicher Notfall |
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Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall mit einer Sterblichkeitsrate von 50 bis 60 Prozent – selbst bei intensivmedizinischer Behandlung. Schnelles Handeln ist daher entscheidend.
Wie Rasse, Fell und Körperbau die Hitzetoleranz bestimmen
Nicht alle Hunde sind gleich anfällig. Drei Faktoren spielen die entscheidende Rolle:
1. Felltyp und Unterwolle
Hunde mit dichtem Fell und starker Unterwolle – wie Golden Retriever, Deutscher Schäferhund oder Berner Sennenhund – speichern Wärme in ihrem Pelz. Was im Winter schützt, wird im Sommer zur Belastung. Kurzhaarige Rassen ohne Unterwolle hingegen geben Körperwärme deutlich effizienter ab.
2. Schnauzenform (Brachyzephalie)
Kurznasige Rassen wie Mops, Französische Bulldogge, Englische Bulldogge oder Boxer leiden unter einem anatomischen Nachteil: Ihre verkürzten Atemwege machen das Hecheln weniger effektiv. Die einströmende Luft kann nicht ausreichend gekühlt werden. Studien zeigen, dass die Atemfrequenz bei brachyzephalen Hunden während Hitzeperioden um mehr als 20 Prozent ansteigt – ein deutliches Zeichen für erhöhte Belastung.
3. Körperbau und Gewicht
Schlanke, langbeinige Hunde mit großer Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse kühlen sich effizienter ab. Übergewichtige Hunde hingegen tragen eine zusätzliche Isolierschicht mit sich und sind deutlich stärker gefährdet.
Klimawandel und Rassewahl: Was zukünftige Hundehalter bedenken sollten
Der Klimawandel macht das Thema Hitze für Hundehalterinnen und Hundehalter zur Daueraufgabe. Rasse, Felltyp und Körperbau spielen eine entscheidende Rolle dabei, wie gut ein Hund mit steigenden Temperaturen zurechtkommt. Hunde mit kurzem Fell, schlankem Körperbau und langer Schnauze sind klar im Vorteil – während brachyzephale Rassen und Hunde mit dichter Unterwolle besondere Fürsorge benötigen. Mit dem richtigen Wissen, vorausschauendem Handeln und etwas Anpassung im Alltag lässt sich auch der heißeste Sommer sicher meistern.
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