Smartphone abgeben, in die Handygarage legen oder sogar Nachsitzen: Grevenbroicher Schulen haben verschiedene Methoden, um Handys aus dem Unterricht zu verbannen. Welche Schule welche Regeln hat.
Grevenbroich · Smartphone abgeben, in die Handygarage legen oder sogar Nachsitzen: Grevenbroicher Schulen haben verschiedene Methoden, um Handys aus dem Unterricht zu verbannen. Welche Schule welche Regeln hat.
Ablenkung im Unterricht, Pfusch bei Klassenarbeiten oder Mobbing-Videos im Klassenchat – Smartphones sind längst in der Schule angekommen. Drei Viertel der Zehn- bis Zwölfjährigen hatten 2024 bereits ein eigenes Handy, sagt der Digitalverband Bitkom. Bei den Sechs- bis Neunjährigen waren es 17 Prozent. Das Land NRW forderte schon im vergangenen Jahr alle öffentlichen Schulen dazu auf, Regeln für die Handynutzung in die Schulordnung mitaufzunehmen. Grundsätzlich haben Grevenbroicher Schulen eine klare Meinung zur Handynutzung ihrer Schüler. Und die lautet: Handys sind in der Schule grundsätzlich verboten. Es gibt nur wenige Ausnahmen.
Die Schüler der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule haben mit die meisten Freiheiten. Sie dürfen ab der 8. Klasse das Handy in der Mittagspause auf dem Schulhof nutzen, ansonsten muss es in der Tasche verstaut werden. Bei einem Verstoß werden die Schüler zuerst ermahnt, bei weiteren Verstößen wird das Handy abgenommen. Während des Unterrichts werden die Smartphones in sogenannte Handygaragen gelegt. Das kann beispielsweise eine Box aus Holz sein, die mehrere Fächer für je ein Handy hat. Auch bei Klausuren werden die Smartphones dort ‚geparkt‘, in der Oberstufe kommen sie auf den Tisch der Lehrkraft. Während der Stunden sind sie nicht relevant. „Die Handys werden grundsätzlich nicht im Unterricht eingesetzt, hierfür stehen den Schülerinnen und Schülern iPads zur Verfügung“, sagt Schulleiterin Julia Herzberg.
Ähnlich sieht es beim Erasmus-Gymnasium aus. Hier darf das Handy während Freistunden und Pausen nur im Oberstufenraum benutzt werden. Ausnahmen gibt es nur in Einzelfällen, „etwa, wenn ein wichtiger Anruf erwartet wird oder eine besondere persönliche Situation dies erforderlich macht“, erklärt Lehrerin Annika Pöggeler. Das muss vorher mit der Lehrkraft abgesprochen werden. Die Regeln wurden von Lehrern, Schülern und Eltern gemeinsam festgelegt. Schüler, die dagegen verstoßen, müssen das Handy abgeben. Bei Minderjährigen dürfen nur die Eltern das Handy im Sekretariat abholen. In jedem Fall wird danach ein „pädagogisches Gespräch“ geführt. Bei Klassenarbeiten werden die Mobilgeräte bei der Lehrkraft abgegeben. „Seit der Einführung der schulischen iPads ab Klasse 7 spielen Smartphones im Unterricht nur noch eine untergeordnete Rolle“, sagt Pöggeler.
In der Diedrich-Uhlhorn-Realschule dürfen Handys „nirgendwo“ verwendet werden, sagt Sekretärin Marita Fletzoreck. Nur vom Sekretariat aus dürfen die Eltern angerufen werden, wenn sich Schüler beispielsweise krank fühlen. „Wir haben auch Handyhotels. Da kommen Smartphones hinein, wenn die Schüler beispielsweise zum Sport nach Kapellen fahren.“ Es sei ähnlich wie ein Koffer mit 18 bis 20 Stationen für die Geräte. Werden die Schüler erwischt, müssen sie ihre Handys abgeben. „Sie müssen eine Stunde nachsitzen, darüber nachdenken und einen Text abschreiben. Oder die Eltern unterschreiben oder das Handy bleibt über Nacht in der Schule.“
Ein komplettes Handyverbot gilt auch an der Erich-Kästner-Schule. Dort müssen die Grundschüler das Handy ausgeschaltet im Tornister lassen. „Eine Ausnahme ist, wenn Kinder zum Beispiel Messgeräte für Insulin über das Handy beobachten können. Dann liegt das Gerät bei der Klassenleitung“, sagt Schulleiter René Sell. Auch er sagt, dass die Schule gut mit iPads ausgestattet ist und die Handys nicht im Unterricht gebraucht werden.
Die Viktoria-Schule verbietet die Nutzung der Mobiltelefone auf dem gesamten Grundschulgelände, einschließlich der Sportstätten. „Dies gilt ausdrücklich auch für die Pausen“, betont Schulleiterin Anke Radke-Schieder. Sie verweist auch darauf, dass das Anfertigen von Ton-, Bild- oder Videoaufnahmen ohne Einverständnis grundsätzlich untersagt ist. Insbesondere im Schulbus sollten Schüler darauf achten. „Ein respektvoller und verantwortungsvoller Umgang miteinander – auch im digitalen Bereich – ist für alle verpflichtend.“
Bei der Jakobus-Schule gibt es ebenfalls ein striktes Handyverbot. Mobiltelefone dürfen gar nicht erst zur Schule mitgenommen werden.
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