Die Stadt Frauenfeld möchte die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Thurgau neu ausrichten. Anstelle der Polizei sollen bald vermehrt Sicherheitsfirmen zum Einsatz kommen. Die Idee sorgt in den sozialen Medien für Furore.

Bild: Andrea Tina Stalder
In Frauenfeld sollen künftig gewisse Aufgaben nicht mehr durch die Kantonspolizei, sondern durch private Sicherheitsdienstleister besorgt werden. Dies hat der Stadtrat kürzlich in einer Botschaft mitgeteilt, wie diese Zeitung berichtete. Die Vorlage wird voraussichtlich im Herbst im Gemeinderat diskutiert. Doch schon zuvor sorgt das Thema in den sozialen Medien für zahlreiche Kommentare. Besonders, weil der Bahnhof in Frauenfeld seit jeher als Problemzone gilt.
So schreibt eine Frau auf Facebook unter den Online-Beitrag dieser Zeitung: «Gehts eigentlich noch? Dann wird Frauenfeld noch krimineller.» Ein User wirft gleich ganz das Handtuch und schreibt: «Wenn die so weitermachen, ist Weinfelden irgendwann Kantonshauptstadt.» Am Bahnhof solle nicht «irgendein Lappen», sondern Security mit Schlagstock und Waffe auftauchen, meint der Mann.
Harsche Kritik gibt es denn von vielen Facebook-Usern. Die Kommentare reichen von «nicht ganz gebacken» über «Sonnenstich erwischt» und «keine Ahnung von Tuten und Blasen».
Sachlicher formuliert eine Userin Bedenken, dass Sicherheitsleute weniger Handlungsfreiheit als die Polizei hätten. Dass diese nun anstelle der Polizei eingesetzt würden, mache ihrer Meinung nach keinen Sinn und sei dazu nicht beruhigend für die Bevölkerung.
Die Polizei sei hervorragend ausgebildet, meinen mehrere Kommentar-Schreibende. Deshalb sollten die Gelder besser dafür eingesetzt werden. Denn private Sicherheitsfirmen seien oft unterqualifiziert. «Schlussendlich steht ohnehin wieder die Polizei da.» Dies ist wiederum auch dem Stadtrat bewusst – beziehungsweise hat die Kantonspolizei auch mit der allfälligen Neuausrichtung ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen und würde im Ereignisfall ohnehin zur Hilfe eilen, wie in der Botschaft zu lesen ist.
Doch die Idee erhält nebst der vielen Kritik auch Zuspruch. So schreibt jemand, dass für die Ausstellung von Parkbussen oder das Leeren der Parkuhren, sowie für die Überwachung der Sicherheitsbelange ein privater, wahrscheinlich günstigerer Sicherheitsdienst durchaus genüge. «Die Kapo soll für wirklich wichtigere polizeiliche Aufgaben zur Verfügung stehen», schreibt ein Facebook-User.
Auf Anfrage dieser Zeitung schreibt Roxanne Gräflein, Mediensprecherin der Kantonspolizei Thurgau zum Thema: «Für uns ist es wichtig festzuhalten, dass die Kantonspolizei Thurgau ihren Auftrag auch künftig in Frauenfeld weiterhin vollumfänglich wahrnehmen wird.» Mit der vorgesehenen Umstellung werde die Kantonspolizei bestimmte niederschwellige Aufgaben künftig nicht mehr selbst ausführen. «Dadurch werden Kapazitäten frei, die gezielt für die Kernaufgaben der Polizei eingesetzt werden können.»
Weiter schreibt Gräflein: «Die Sicherheit und die polizeiliche Präsenz in Frauenfeld werden durch diese Umstellung nicht beeinträchtigt.»
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