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500 Jahre Bachfischet: Auf diese Highlights dürfen sich Aarauerinnen und Aarauer freuen

Дата публикации: 15-07-2026 03:00:00

Am 18. September feiert Aarau das 500-Jahr-Jubiläum des traditionsreichsten Anlasses der Stadt. Andreas Gersbach, Bachfischet-Obmann der Heinerich Wirri-Zunft verrät, wie sich der Umzug verändert und welche weiteren Programmpunkte geplant sind.

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Lampions in verschiedenen Grössen, Formen und Farben als Blickfang des Umzugs.

Lampions in verschiedenen Grössen, Formen und Farben als Blickfang des Umzugs.

Bild: Fabio Baranzini

Als Trink- und Brauchwasser, als Antriebsquelle für Mühlen und Gewerbe, als Löschwasser: Der Aarauer Stadtbach war spätestens ab der Stadtgründung 1248 bis zur Inbetriebnahme des Gönhardstollens 1865 eine unverzichtbare Lebensgrundlage der Bevölkerung. Doch der Bach war anfällig für Verschmutzungen: Einerseits durch seine Offenlegung, andererseits wegen grüsliger Aktivitäten: So sollen die Suhrer etwa tote Tiere darin entsorgt oder der Metzger neben dem Sportplatz Blut in den Bach gegossen haben.

Entsprechend musste der Bach regelmässig gepflegt werden: Der Kanal wurde jährlich trockengelegt und anschliessend gereinigt. Nach verrichteter Arbeit empfingen erwartungsvolle Kinder beim Eindunkeln das Fluten des Bachbettes, begleitet von Tambouren, Fackeln, ausgehöhlten Kürbissen und Räben. Eine Tradition, die Aarau bis heute prägt, wenn Schulkinder mit einem lauten «Fürio de Bach brönnt» und kunstvollen Lampions durch die Stadt ziehen.

Das grosse Jubiläum naht

Der 18. September steht dieses Jahr ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Aarau feiert 500 Jahre Bachfischet. Denn am 3. September 1526 wurde das Bachabschlagen – das Trockenlegen des Bachs zur grossen Reinigung – erstmals im Aarauer Ratsmanual erwähnt. Trotzdem dürfte der Brauch viel älter sein, denn die Beschlüsse der Obrigkeit wurden in der Region erst ab der Reformation, ungefähr ab 1520, überhaupt protokolliert.

Seit rund eineinhalb Jahren tüftelt das OK – bestehend aus Vertretern der Stadt, des Werkhofs, der Schulen und der Zunft – am Jubiläumsfest. «Es wird keine pompösen Veranstaltungen geben, aber einzelne Schwerpunkte», verrät Andreas Gersbach, Bachfischet-Obmann der Heinerich Wirri-Zunft. Die 1922 gegründete Zunft nahm sich dem Bachfischet ab 1923 im Sinne eines umfassenden Patronats an, nachdem der Anlass im Zuge des Ersten Weltkriegs zu verschwinden drohte.

Andreas Gersbach, seit 2023 Bachfischet-Obmann der Heinerich Wirri-Zunft.

Andreas Gersbach, seit 2023 Bachfischet-Obmann der Heinerich Wirri-Zunft.

Bild: Katja Schlegel

Zum ersten Mal gibt es ein Vegi-Menü

Auf den ersten Blick läuft der Bachfischet nach gewohnter Manier ab: die übliche Umzugsroute, der Mordschlapf, Verpflegung auf dem Maienzugplatz und – bei gutem Wetter – eine Festwirtschaft vor der Sporthalle. Aber eben nur auf den ersten Blick: «Wir werden bei der Schülerverpflegung zum ersten Mal eine Vegi-Variante anbieten», erzählt Gersbach. Wer kein Ghackets auf seinen Hörnli möchte, erhält dieses Jahr welche mit Tomatensauce. «Ausserdem gibt es dieses Jahr ein Dessert.» Zudem werde das Feuerwerk etwas grösser ausfallen als in den bisherigen Jahren, und auch eine musikalische Überraschung sei geplant.

Und weil es ein so stimmungsvoller Abend ist, soll er auch Auswärtigen nicht vorenthalten werden. Neben Gästen aus der Partnerstadt Neuchâtel sowie vier Gastklassen aus Küttigen sollen auch ausgewählte lokale Vereine mit grösseren Lampions am Umzug teilnehmen. Zudem will man weitere alte Schweizer Bräuche wie die Basler Fasnacht oder den Chalandamarz aus dem Engadin in den Lichterbrauch einbeziehen.

«Wir schätzen, dass dieses Jahr statt der sonst üblichen 2100 etwa 2300 bis 2400 Teilnehmende am Umzug dabei sein werden», erläutert Gersbach.

Ein Buch erklärt die Geschichte des Brauchs

«Der Bachfischet hat eine integrierende Wirkung», sagt Gersbach. Das soll auch in den Wochen vor und nach dem 18. September spürbar sein. Geplant sind Stadtführungen mit einem besonderen Fokus auf den Stadtbach und seine Geschichte sowie eine Ausstellung mit dem Titel «Es läuft – Vom Instandhalten der Dinge» im Forum Schlossplatz, die bis Anfang 2027 dauern soll.

«Es wird auch ein Kinderbuch geben, das die Geschichte des Bachfischet spielerisch und informativ erzählt.» Geschrieben von Katja Schlegel und illustriert von Corinne Brunner, soll das Buch aber nicht nur Kinder ansprechen, sondern generationenübergreifend Erwachsene, mit der Stadt verbundene Menschen sowie Neuzuzüger begeistern und das Verständnis wie auch die Verbundenheit zum Brauchtum und zu Aarau stärken, erklärt Gersbach.

«Ida und der Bachfischet» heisst das Werk, welches von Aarau Standortförderung im Eigenverlag herausgegeben und mit einer Vernissage am 3. September vorgestellt wird. Anschliessend wird es bei Aarau Info und im lokalen Buchhandel verfügbar sein.

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Классификация: Культура. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 5. Информативность: 7. Источник: www.aargauerzeitung.ch.