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«Der Maienzug verbindet uns»: Die Bankettreden des Aarauer Stadtrats zum Nachlesen

Дата публикации: 03-07-2026 13:14:50

Traditionell richtet sich der Aarauer Stadtrat am Maienzug mit Ansprachen an die Bevölkerung. Lesen Sie hier alle Reden in voller Länge.

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Das ist die Rede von Stadträtin Silvia Dell'Aquila

Stadrätin Silvia Dell'Aquila: «Wir haben Glück, weil wir Menschen in unserer Stadt haben, welche sich mit Herzblut für das Gelingen des Maienzugs engagieren»

Stadrätin Silvia Dell'Aquila: «Wir haben Glück, weil wir Menschen in unserer Stadt haben, welche sich mit Herzblut für das Gelingen des Maienzugs engagieren»

Bild: Fabio Baranzini

Geschätzte Festgemeinde

Geschätzte Gäste
Liebe Aarauerinnen und Aarauer

Ich heisse Sie alle auf dem Maienzugplatz an unserem Bankett willkommen.

Wir haben in vieler Hinsicht Glück mit dem Maienzug, auch dieses Jahr. Wir dürfen unser Fest bei besten Wetterbedingungen feiern. Die grosse Hitze der letzten Wochen bleibt uns erspart und auch der noch mehr gefürchtete Regen. Auch sind keine Sturmwarnungen eingegangen, die uns Kopfzerbrechen bereitet hätten.

Schon seit gestern ist unsere Stadt mit Girlanden und Maienzugsprüchen geschmückt, und viele Brunnen wurden kunstvoll mit Blumen verziert.

An dieser Stelle ein grosses Danke an das Blumenteam und alle, die mitgeholfen haben.

Wir durften in unserer wunderschönen Stadt einen schönen Umzug erleben, mit vielen Kindern und Menschen, am Umzug oder am Strassenrand, denen die Freude ins Gesicht geschrieben stand.

Die Morgenfeier war ein Highlight mit singenden und tanzenden Kindern und Jugendlichen. Bei der Moderation wurde ich von zwei Jugendlichen aus der Abschlussklasse der Oberstufe Rohr unterstützt, Joachim und Liliana. In den Vorbereitungen dazu hat es mich gefreut, sie kennenzulernen, von ihren Wünschen und Träumen zu hören, aber auch von ihren Plänen, die sie in Angriff nehmen wollen.

Besonders schön fand ich, dass Liliana auf die Frage, ob sie ihre Zeit an der Oberstufe Rohr vermissen werde, meinte, sie freue sich auf das Neue, werde sicher Freundinnen und Freunde vermissen, aber besonders auch die Lehrpersonen, bei denen sie viel lernen konnte, die aber vor allem auch immer für die Schülerinnen und Schüler da waren.

Gerade auch in dieser für die Schule ziemlich turbulenten Zeit ist es, vor allem auch für die Lehrpersonen, nicht immer einfach, diesen Job auszuüben. Deshalb möchte ich mich bei den Lehrpersonen und Schulleitungen aller Schulstandorte der Stadt Aarau ganz herzlich bedanken, dass sie, trotz der politischen Kapriolen und der Unsicherheit, welche dadurch ausgelöst wurde, Tag für Tag ihr Bestes geben für unsere Kinder und Jugendlichen und, wie es Liliana gesagt hat, nicht nur Schulstoff vermitteln, sondern für unsere Kinder und Jugendlichen da sind und sie auf ihrem Lebensweg ein Stück lang begleiten.

Das ist nicht selbstverständlich und verdient unsere ganze Wertschätzung.

Wir haben Glück, weil wir Menschen in unserer Stadt haben, welche sich mit Herzblut für das Gelingen des Maienzugs engagieren – in der Maienzugkommission, bei den verschiedenen Veranstaltungspunkten, aber auch als Angestellte des Werkhofs, der Stadtpolizei, als Angehörige der Feuerwehr oder als Angestellte der Kanzlei und der Kommunikation –, ohne die es dieses Fest gar nicht gebe. Auch ihnen gehört ein grosser Dank.

Und wir haben Glück, weil wir immer wieder und jedes Jahr zusammenkommen und den Maienzug gemeinsam feiern können.

Weil wir uns von dieser Magie, welche der Maienzug ausströmt, gegenseitig anstecken lassen können.

Der Maienzug verbindet uns Aarauerinnen und Aarauer. Und ich wünsche mir, dass die Verbindung auch nach dem Maienzug bleibt, dass wir uns als Gemeinschaft sehen, die sich gemeinsam freut, gegenseitig unterstützt und unsere Stadt gemeinsam weiterbringt und zum schönsten Ort macht, den es für uns gibt, und zu unserer Heimat. Gerade in den herausfordernden Zeiten, die wir erleben.

Die letzten Tage habe ich an die Worte gedacht, welche die leider vor drei Jahren verstorbene Autorin Ruth Schweikert über den Maienzug geschrieben hat und mir in diesen seltsamen Zeiten, die wir in unserer Welt erleben, besonders treffend erscheinen:

«Ich hörte nicht auf, an den Maienzug zu glauben, an Fest- und Feierlichkeit und damit an die grundlegende menschliche Fähigkeit, trotz allem immer wieder ein respekt- und hoffnungsvolles Miteinander zu gestalten. Dass dieses Miteinander (...) glücken und gelingen möge, das wünsche ich dem Maienzug und allen, die ihn feiern, in den Köpfen und Herzen ebenso wie in Strassen und Gassen der Stadt.»

Ich wünsche allen einen schönen Maienzug und übergebe das Wort dem Stadtpräsidenten Hanspeter Hilfiker für seine Maienzugsrede.

Das ist die Rede von Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker: «Wie immer am Maienzug, ist mir wichtig, nicht nur die Gäste zu begrüssen, sondern all jenen zu danken, die zum Gelingen unseres Festes beigetragen haben»

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker: «Wie immer am Maienzug, ist mir wichtig, nicht nur die Gäste zu begrüssen, sondern all jenen zu danken, die zum Gelingen unseres Festes beigetragen haben»

Bild: Fabio Baranzini

Liebe Aarauerinnen und Aarauer
Liebe Gäste, liebe Festgemeinde

Es freut mich, dass ich Sie, auch im Namen des Stadtrats, hier auf dem Maienzugplatz zum Maienzug-Bankett 2026 begrüssen darf.

Zu allererst möchte ich unsere Gäste herzlich begrüssen und all jenen danken, die an der Organisation des Maienzug beteiligt sind.

Es freut mich, dass heute unsere Ständerätin Marianne Binder mit Andreas Binder anwesend ist; herzlich willkommen sind auch die Nationalrätinnen Maja Riniker, Irène Kälin und Gabriela Suter, die Regierungsräte Dieter Egli und Martina Bircher, die Mitglieder des Grossen Rates des Kantons Aargau, die Mitglieder des Aarauer Einwohnerrats und die Vertreterinnen und Vertreter unserer Nachbargemeinden, der kantonalen Verwaltung und Gerichte.

Ein besonderer Gruss geht an die diesjährigen Ehrengäste der Stadt Aarau: an Hans-Kaspar Scherrer und seine Frau Maja. Hans-Kaspar Scherrer war in den vergangenen 17 Jahren CEO von Eniwa, dem Energieversorger unserer Region, der zu über 95 Prozent der Stadt Aarau gehört. Unter seiner Führung hat sich die Eniwa nicht nur einen neuen Namen gegeben. Hans-Kaspar Scherrer ist, zusammen mit seinem Team, verantwortlich für zwei ganz wesentliche Entwicklungen: Einerseits für die umfassende Erneuerung des Unternehmens, andererseits, für die grossen Schritte, die Aarau in den vergangenen Jahren in Richtung CO2-Neutralität gemacht hat. Mit über 150 Mio. Franken Investitionen in ein Wärme-Kälte-Netz, mit substanziell ausgebauten Dienstleistungen im Heizungs-, PV- sowie Energiebereich und mit einer neuen Biogasanlage. Einzig das neue Kraftwerk ist noch nicht am Ziel.

Aarau ist Dank der Eniwa und Dank dem Engagement von Hans Kaspar Scherrer regelmässig in der Spitzengruppe der 600 lokalen und regionalen Schweizer Energieversorgungsunternehmen zu finden. Herzlichen Dank an dieser Stelle für dein Engagement und für diesen eindrücklichen Leistungsausweis.

Hans-Kaspar Scherrer wird Ende dieses Jahres pensioniert. Sein Nachfolger ist bereits gewählt, das Unternehmen in bester Verfassung. Mit der heutigen Einladung als Ehrengast des Stadtrats danken wir dir herzlich für deinen über 15-jährigen Einsatz für die Region Aarau. Dir, deiner Frau Maja und deiner Familie wünschen wir für die Zukunft herzlich alles Gute und beste Gesundheit!

Wie immer am Maienzug, ist mir wichtig, nicht nur die Gäste zu begrüssen, sondern all jenen zu danken, die zum Gelingen unseres Festes beigetragen haben. Konkret:

  • Den Männern und Frauen des Werkhofs für die intensiven Vorbereitungsarbeiten,
  • der Stadt-, der Kantons- und der Militärpolizei für die Gewährleistung der Sicherheit,
  • den Verantwortlichen des Vereins Gastro Altstadt für die reibungslose Durchführung des Vorabends,
  • den Schulen, den Lehrpersonen, den Schulleiterinnen und Schulleitern sowie allen Kindern und Jugendlichen für ihr Engagement,
  • den Musikkorps für die musikalische Begleitung von Umzug und Festplätzen,
  • dem Blumenteam für die wunderbar geschmückten Brunnen und Tore,
  • den Gestalterinnen und Gestaltern des Maienzug-Programms und der Morgenfeier,
  • und natürlich der Maienzugskommission unter Leitung meiner Stadtratskollegin Silvia Dell'Aquila – herzlichen Dank allen.

Bereits zum vierten Mal in Folge dürfen wir heute einen Maienzug bei bestem Wetter feiern. Im Laufe der langen Hitzeperiode war das Schönwetterprogramm nie ernsthaft gefährdet. Der gestrige Abend ist bestens über die Bühne gegangen, genauso der wunderbare Festumzug heute Morgen, die stimmungsvolle Morgenfeier und das ausgezeichnete Mittagessen gerade eben; auch der Bankettvorverkauf ging erneut ohne mediale Nebengeräusche über die Bühne.

Zu reden haben im Vorfeld des diesjährigen Maienzugs andere Themen gegeben. Und das nicht zu knapp. In einem Jahr, das auch international wieder von Hochs und Tiefs gekennzeichnet war, hat unser neu formierter Stadtrat einen unruhigen, ja ruppigen Einstieg erlebt. In der Zwischenzeit haben sich verschiedene Fragen geklärt oder geben zumindest zu Hoffnungen Anlass. Vier Themen möchte ich besonders hervorheben:

Erstens hat schon in der ersten Januarwoche der Konkurs der Walthersburg, einer eigentlich privaten Einrichtung, die in einer städtischen Liegenschaft eingemietet ist, zu grossen Diskussionen geführt, die zumindest im Einwohnerrat noch nicht abgeschlossen sind. Positiv ist heute, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner nahtlos neue Mietverträge der Stadt erhalten oder Anschlusslösungen gefunden haben, dass die wesentlichen Dienstleistungen über andere Lieferantinnen und Lieferanten sichergestellt werden konnten, und dass von den im Januar noch zehn leerstehenden Wohnungen bereits sieben wieder vermietet sind.

Was die Schulliegenschaften betrifft, fand zweitens am 8. März eine wichtige Abstimmung zu den Schulstandorten der Oberstufe statt. Die Einwohnergemeinde hat das städtische Konzept sehr deutlich unterstützt, mit über 60 Prozent Stimmbeteiligung und 60 Prozent Zustimmung. Weniger gut ist unser Anliegen bei der Ortsbürgergemeinde angekommen. Dort hat eine sehr hohe Stimmbeteiligung von 75 Prozent zu einer knappen Ablehnung des vorgeschlagenen Baurechtsvertrags geführt. Im Herbst 2026 werden wir deshalb der Ortsbürgerversammlung einen angepassten Baurechtsvertrag vorlegen. Verschiedene Themen konnten positiv konkretisiert werden, der Kanton bekennt sich weiterhin zur gemeinsamen Lösung. Am 14. September wird eine Infoveranstaltung dazu stattfinden.

Drittens ist die Frage der Zukunft der Kreisschule Aarau-Buchs (KSAB) Ende Mai endgültig eskaliert. Die Weitergabe einer vertraulichen Information des Stadtrats über die Prüfung einer möglichen künftigen Schulorganisation hat dazu geführt, dass Kandidaturen für den Vorstand zurückgezogen wurden, dass die Vorstandswahlen abgesagt werden mussten, dass Mitglieder der Geschäftsleitung gekündigt haben und dass in der gesamten Schule Unruhe und Unsicherheit entstanden ist. Diese Verunsicherungen bedauern wir. Erst mit der Aussicht auf eine kurzfristige Auflösung der Schule, konnte die Perspektive positiv stabilisiert werden. Der Regierungsrat hat vorgestern entschieden, dass die Schulen Aarau und Buchs per 1. August getrennt werden und die Kreisschule in der Folge aufgelöst wird. Das kommende Schuljahr kann entsprechend für alle Lehrpersonen und für alle Schülerinnen und Schüler so beginnen, wie es geplant war, an den geplanten Schulstandorten, mit den vorgesehenen Lehrpersonen. Gleichzeitig wird es viele Fragen geben, die zu klären sind – administrative aber auch personelle. Besonders dringlich ist die Schulleitung zu besetzen. Diesbezüglich wird der Stadtrat voraussichtlich nächste Woche informieren können. Ich danke allen Betroffenen und allen Involvierten, den Schülerinnen und Schülern, ihren Eltern, den Lehrpersonen und den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle und in unseren Abteilungen für ihr Verständnis und für ihr Engagement.

Die schnelle Auflösung der KSAB war nie die Absicht des Stadtrats. Unser Ziel ist und bleibt eine stabile und entwicklungsfähige Schule für Aarau. Dies ist auch in Form einer auf das Stadtgebiet ausgerichteten Schule möglich. Gleichzeitig bleibt uns wichtig, dass wir mit allen Nachbargemeinden vertrauensvoll und auf Augenhöhe zusammenarbeiten können, eben auch im Schulbereich. Stichworte dazu sind die Sportschule in Buchs, die Tagesschule in Aarau oder die Oberstufe mit unseren nördlichen Nachbargemeinden.

Dass Zusammenarbeiten erfolgreich funktionieren können, zeigt mein viertes Beispiel, die Gespräche um die Zukunft von Unterentfelden. Für mich sind die Entwicklungen in diesem Zusammenschlussprojekt ein Höhepunkt der vergangenen Monate. Nach der Verabschiedung des Detailkonzepts im Jahr 2025, konnte in diesem Jahr der Zusammenschlussvertrag aufgesetzt und den Gremien vorgelegt werden. Die Vorlagen wurden am 8. Juni in der Gemeindeversammlung Unterentfelden und am 22. Juni im Aarauer Einwohnerrat deutlich angenommen. Am 27. September finden nun die Volksabstimmungen statt. Ich freue mich darauf und bin zuversichtlich, dass Unterentfelden die neuen Möglichkeiten eines Zusammenschlusses mit Aarau würdigt, und dass die Aarauerinnen und Aarauer das Potenzial erkennen, das eine um Unterentfelden erweiterte Stadt Aarau für uns alle als Arbeits-, Wohn- und Lebensort bietet.

Das erste Halbjahr hatte es also so richtig in sich. Mein Credo, dass sich mit positiver Grundhaltung und der Bereitschaft zur Lösungsfindung alle Herausforderungen meistern lassen, wurde hin und wieder durchaus etwas strapaziert. Insgesamt hat sich aber doch bewährt, dass wir im Stadtrat mit dem Einwohnerrat und mit der Bevölkerung in engem Austausch stehen. Alle angesprochenen Bereiche haben heute zumindest eine positive Perspektive.

Und schliesslich dürfen wir uns neben den politisch umstrittenen Themen doch auch an vielen Entwicklungen freuen, die einfach nur positiv sind:

  • Ab nächster Woche ist zum Beispiel das Restaurant im Roggenhausen wieder zugänglich, die offizielle Eröffnung folgt Ende August.
  • Verschiedene wichtige Arbeitgebende haben in Aarau Neubauten eröffnet oder stehen kurz davor: Die AIHK hat an der Entfelderstrasse Eröffnung gefeiert, die Hirslanden Klinik, hier nebenan, Aufrichte ihres Neubaus, oder im KSA wird im September die Schlüsselübergabe des neuen Spitals stattfinden.
  • Auch unsere Sportvereine waren wiederum sehr erfolgreich, etwa der Curling Club Aarau mit Silber an den Olympischen Spielen oder der HSC Suhr Aarau, der trotz schwieriger Saison den Ligaerhalt geschafft hat. Und der FC Aarau ist zwar wieder nicht aufgestiegen, spielte aber eigentlich eine ausgezeichnete Saison.
  • Und schliesslich hat die Stadt Aarau am 4. Juni vom Verein Kulturhauptstadt Schweiz den Zuschlag für die Kulturhauptstadt der Schweiz im Jahr 2030 erhalten.

Gerade der Zuschlag als «Kulturhauptstadt Schweiz 2030» zeigt das grosse Potenzial von Aarau –heute, morgen und übermorgen. Und genau in diesem Bewusstsein wollen wir heute den Maienzug feiern. Ich werde deshalb nicht mehr länger, danke noch einmal unseren Ehrengästen, Hans-Kaspar und Maja Scherrer, dass sie den heutigen Tag mit uns verbringen; wünsche uns allen eine erholsame Sommerzeit und stosse mit Ihnen allen auf einen wunderschönen Maienzug an: en schöne Maiezug mitenand!

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