Wirbel um Stefan Horngacher: Der ehemalige Chefcoach der deutschen Skispringer sollte eine Position im polnischen Ski-Verband bekommen. Jetzt ist die wegweisende Personalentscheidung aber zunächst auf Eis gelegt worden.

Wechselt vorerst nicht zum polnischen Verband: Skisprung-Coach Stefan Horngacher
Foto: © IMAGO/Ulrich Wagner
17. April 2026, 11:20

sport.de
Wirbel um Stefan Horngacher: Der ehemalige Chefcoach der deutschen Skispringer sollte eine Position im polnischen Ski-Verband bekommen. Jetzt ist die wegweisende Personalentscheidung aber zunächst auf Eis gelegt worden.
Das bestätigte Verbandschef Adam Malysz in einem Statement, aus dem polnische Medien zitieren.
"Die Situation ist so, dass wir in den letzten Wochen intensive Gespräche geführt haben. Ich habe einen neuen Plan, eine neue Vision ausgearbeitet, und wir haben eine Einigung mit der Schlüsselperson erzielt, die ich für dieses Projekt vorgesehen habe. Er ist bereit, die Arbeit aufzunehmen, und wir haben übereinstimmende Vorstellungen. Allerdings gibt es im Sport wie im Leben bestimmte Verfahren, die ich nicht umgehen kann", heißt es in der Mitteilung, in der Horngachers Name nicht explizit genannt wird.
Malysz, dessen eigene Zukunft im Amt offen ist, verwies in diesem Zusammenhang auf die anstehenden Neuwahlen der polnischen Verbandsführung.
"Der Vorstand hat entschieden, dass die von mir vorgeschlagenen Änderungen so tiefgreifend und strategisch sind, dass ihre Genehmigung der neuen Führung überlassen werden sollte", teilte die Skisprung-Ikone mit.
Malysz ergänzte: "Das Argument lautet, es wäre den Nachfolgern gegenüber unfair, wenn der derzeitige Vorstand kurz vor Ablauf seiner Amtszeit Mehrjahresverträge unterzeichnen würde. Aus formaler Sicht respektiere ich diese Haltung, auch wenn ich zugebe, dass ich als Sportler lieber jetzt handeln würde, denn im Skispringen kann sich jede Woche Verzögerung im Winter bemerkbar machen."
Horngacher hatte seinen Posten im DSV zum Saisonende geräumt, Nachfolger ist sein ehemaliger Assistenzcoach Andreas Mitter. Der Wechsel nach Polen, wo er Sportdirektor werden soll, schien bereits festzustehen, wird sich nun aber zumindest verzögern.
Polens Verbands-Vizechef Wojciech Gumny erklärte gegenüber "TVP Sport" - ebenfalls ohne Horngachers Namen zu nennen -, seinen Informationen zufolge seien weitere Gespräche in der Angelegenheit für Juni angesetzt. Der Kandidat für den Sportdirektorenposten habe "dem zugestimmt", so der Skisprung-Funktionär.
Zwar ist die nächste Vorstandssitzung für den 22. April terminiert, nach dieser seien laut Gumny aber zunächst keine wesentlichen Verlautbarungen zu erwarten.
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