Wegen der Hitze planschten Kinder fast täglich im Brunnen am Neuen Markt – 25.000 Liter Wasser mussten auf einen Schlag ausgetauscht werden. Das ist der Stadt zufolge jedoch nicht der einzige Grund für das Verbot, das am ersten Tag von Eltern und Kindern immer wieder ignoriert wurde.
Sieht einladend aus, doch ist der Brunnen am Neuen Markt kein Badeplatz, wie die Stadt betont.
Foto: Stadt HaanHaan · Wegen der Hitze planschten Kinder fast täglich im Brunnen am Neuen Markt – 25.000 Liter Wasser mussten auf einen Schlag ausgetauscht werden. Das ist der Stadt zufolge jedoch nicht der einzige Grund für das Verbot, das am ersten Tag von Eltern und Kindern immer wieder ignoriert wurde.
Sie gehörten irgendwie schon fast zum Flair des „Haaner Sommer“, als wären sie ein eigener Programmpunkt: Die Wasserfontänen des Springbrunnens am Neuen Markt schossen feuchtfröhlich durch die Luft, Kinder planschten im Wasserstrahl und kühlten sich ab, um wenig später, fast schon wieder trocken, im Sand zu spielen. Besucher machten es sich unterdessen in den Strandstühlen oder -körben gemütlich und beobachteten ihre Kinder entspannt dabei, wie diese Sandburgen bauten oder mit Schippchen und Förmchen am Strand im Häusermeer spielten. Ein Idyll - das es aber in dieser Form wohl nicht mehr geben wird.
Für die Sandburgen gibt es natürlich keinen Baustopp, aber mit dem Planschen ist es jetzt erst einmal vorbei: Vor dem Brunnen am Neuen Markt hat die Stadt Haan Schilder aufgestellt, auf denen zu lesen ist: „Das Baden im Brunnen ist verboten. Bitte keinen Müll, Spielzeug, Essensreste oder andere Gegenstände in den Brunnen werfen.“ Außerdem dürfe kein Wasser aus dem Brunnen entnommen werden: „Mit Ihrer Rücksichtnahme tragen Sie dazu bei, die Wasserqualität zu erhalten und Schäden an der Brunnenanlage zu vermeiden.“
In einer Pressemitteilung versuchte die städtische Pressestelle am Freitagvormittag ausführlich zu erläutern, was die Behörde dazu veranlasst hat, die Verbotsschilder aufzustellen. „Viele Kinder und Familien haben den Brunnen am Neuen Markt an den vergangenen heißen Sommertagen zur Abkühlung genutzt“, heißt es da. Das sei angesichts der hohen Temperaturen mehr als verständlich. Und gerade deshalb sei diese Entscheidung auch nicht leichtgefallen.
Für die Stadt Haan stehe jedoch die Gesundheit der Kinder an erster Stelle: „Der Brunnen ist als gestalterisches Wasserelement konzipiert und nicht als Bade- oder Wasserspielanlage“, betont die städtische Pressestelle. Anders als in Schwimmbädern oder eigens dafür vorgesehenen Wasserspielbereichen werde das Wasser nicht kontinuierlich aufbereitet und desinfiziert. Insbesondere bei den derzeit hohen Temperaturen könnten sich so in unbehandeltem Wasser Keime und Mikroorganismen schneller vermehren. Gleichzeitig lasse sich die Wasserqualität in einer frei zugänglichen Brunnenanlage nicht dauerhaft kontrollieren und hygienisch sicherstellen. Zudem besteht der Stadt zufolge bei der Nutzung des Brunnens als Spiel- und Badebereich ein erhöhtes Verletzungsrisiko, da die Anlage nicht für diesen Zweck ausgelegt ist.
Hinzu komme noch, dass die anhaltende Trockenheit die Kommunen derzeit vor große Herausforderungen stelle. „Bereits seit dem 24. Juni gelten im Kreis Mettmann Einschränkungen für die Nutzung der Naturfreibäder“, schreibt die Stadt. Seit dem 2. Juli bestehe zudem ein kreisweites Wasserentnahmeverbot.
„Durch die intensive Nutzung in den letzten Tagen musste das Wasser der Brunnenanlage bereits einmal vollständig ausgetauscht werden“, berichtet die städtische Pressestelle: „Dafür waren rund 25 Kubikmeter beziehungsweise 25.000 Liter Wasser erforderlich – das entspricht etwa 170 gefüllten Badewannen.“ Vor dem Hintergrund der anhaltenden Trockenheit und der angespannten Wassersituation habe auch dieser Aspekt in die Entscheidung einbezogen werden müssen, da ein derartiger Wasserverbrauch dauerhaft nicht verantwortbar sei.
Während die Stadt Haan in ihrer Mitteilung einräumte, sie wisse, dass diese Entscheidung für viele enttäuschend sei, es gebe zum Schutz der Gesundheit und der Sicherheit aber keine Alternative, konnten die Verbotsschilder am Freitag zunächst noch nicht viel bewirken. Viele Eltern und Kinder kümmerten sich schlichtweg nicht darum und planschten unbeirrt weiter. Kontrollen durch Ordnungskräfte dürften sich da auf Dauer wohl kaum vermeiden lassen.
„Einerseits finden wir das Verbot nicht schön, weil planschende Kinder, die sich Wasser für ihre Sandburgen holen, nun mal jahrelang unser Erscheinungsbild mitgeprägt haben“, merkte Jörg Preuss vom Veranstalter-Verein „Haaner Sommer“ im Gespräch mit unserer Redaktion an. Allerdings könne man rechtliche Vorschriften, Gesundheitsrisiken und weitere der von der Stadt aufgeführten Punkte natürlich nicht ignorieren: „Es ist alles einfach sehr schade.“
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