Die Unsicherheit darüber, wie Gäste am 12. August während der Sonnenfinsternis an die Playa de Palma gelangen können, führt nach Angaben der Gastronomen auf Mallorca zu zahlreichen Stornierungen. Das sagt Juan Miguel Ferrer, Präsident des Gastroverbandes Restauración Mallorca.
Die Unsicherheit darüber, wie Gäste am 12. August während der Sonnenfinsternis an die Playa de Palma gelangen können, führt nach Angaben der Gastronomen auf Mallorca zu zahlreichen Stornierungen. Das sagt Juan Miguel Ferrer, Präsident des Gastroverbandes Restauración Mallorca.
Er beklagt, dass die Restaurants noch immer keine verlässliche Antwort auf eine der derzeit häufigsten Fragen ihrer Gäste geben können: Wie kommen die Kunden überhaupt dorthin? „Die Unsicherheit sorgt für mehr abgesagte Reservierungen als die eigentliche Einschränkung. Ein Kunde, der die Regeln kennt, organisiert sich. Ein Kunde, der nichts weiß, storniert einfach“, sagt Ferrer.
"Das zermürbt jeden"Nach seinen Angaben liegt das Problem nicht in den Beschränkungen selbst, sondern im Fehlen eines klaren Protokolls, mit dem die Restaurants in den betroffenen Zonen ihre Gäste verlässlich informieren könnten. „Die Leute rufen nicht bei den Rathäusern oder bei der Landesregierung an, sondern bei uns. Wir sind zu Auskunftsgebern für einen Plan geworden, den wir weder entworfen haben noch kennen“, sagt er. „Hundertmal am Tag dieselbe Frage und hundertmal dieselbe Antwort: Ich weiß es nicht. Das zermürbt jeden.“
Ferrer erinnert daran, dass die Lokale die Sonnenfinsternis seit Monaten als Chance beworben hätten, zusätzliche Gäste anzuziehen. „Die Playa de Palma hat sich praktisch von selbst verkauft: Strandpromenade, Blick aufs Meer und zur Abendessenszeit. Diese ganze Vermarktungsarbeit haben wir gemacht, mit unserem Geld, lange bevor es überhaupt irgendeinen offiziellen Plan gab.“
"Wir finanzieren unsere eigene Frustration"Die Unsicherheit hat für viele Betriebe auch direkte wirtschaftliche Folgen. „Das Absurde ist, dass unsere Kampagnen weiterlaufen. Im Moment bezahlen wir Werbung, um Kunden anzulocken, denen wir anschließend sagen müssen, dass wir nicht wissen, wie sie hereinkommen sollen. Wir finanzieren unsere eigene Frustration“, klagt Ferrer.

Wer am 12. August an oder rund um die Playa de Palma unterwegs ist, sollte die Details zu den Sperrungen kennen. / Rathaus Palma
Viele Betriebe hätten zudem gezielt für einen Tag investiert, den sie für historisch hielten. „Niemand wird uns dieses Geld zurückgeben. Weder für die zertifizierten Brillen noch für die Plakate noch für die Anzeigen, die seit Wochen in den sozialen Netzwerken laufen.“ Er selbst habe tausend zugelassene Schutzbrillen gekauft, um sie an Gäste zu verteilen. „Heute weiß ich nicht, wem ich sie geben soll. Sie liegen in einer Kiste.“
Wie soll man kommen, wenn Zufahrten gesperrt sind?Ferrer kritisiert auch die widersprüchliche Abfolge der Ankündigungen zur Playa de Palma. „Am Donnerstag, dem 16. Juli, hat die Balearen-Regierung uns in die Liste der neun offiziellen Beobachtungspunkte Mallorcas aufgenommen. Am Freitag, 17. Juli, kündigte die Stadt Palma an, die Zufahrten würden geschlossen. Zwischen ‚Kommt hierher‘ und ‚Ihr könnt nicht rein‘ lagen gerade einmal 24 Stunden. So lässt sich nur schwer arbeiten.“
Er betont, dass der Verband nicht infrage stelle, dass die Playa de Palma als einer der empfohlenen Orte zur Beobachtung der Sonnenfinsternis ausgewählt wurde. „Im Gegenteil, wir finden das richtig. Was wir nicht verstehen, ist, dass sie als Beobachtungspunkt angekündigt wird und am nächsten Tag die Zugänge geschlossen werden, ohne im selben Moment zu erklären, wie die Menschen dorthin gelangen sollen.“
Es braucht KlarheitEinige Restaurants hätten inzwischen begonnen, eigene Ausweise für ihre Mitarbeiter auszustellen. „Wir unterschreiben Mitarbeiterausweise, die wir selbst entworfen haben, ohne zu wissen, ob der Beamte an der Kontrolle sie überhaupt akzeptieren wird.“
Trotz aller Kritik betont Ferrer, dass Restauración Mallorca nicht die Abschaffung der vorgesehenen Beschränkungen verlange. „Wir fordern nicht, dass die Einschränkungen aufgehoben werden. Wir fordern ein Blatt Papier: Wer darf hinein, wie, bis wann und wie kommt man wieder raus? Ein Blatt in fünf Sprachen, und das Problem wäre erledigt. Wir würden es jeder Reservierung beilegen und an jede Tür hängen.“
Nach seiner Ansicht sollte die aktuelle Erfahrung außerdem dazu dienen, künftige auf den Balearen sichtbare Sonnenfinsternisse besser und früher zu planen. „Das ist eine Generalprobe: 2027 gibt es die nächste Sonnenfinsternis, 2028 wieder eine. Wir wollen uns zusammensetzen, nicht um gegen diese hier zu protestieren, sondern damit die nächste zwölf Monate im Voraus vorbereitet wird und nicht erst 20 Tage vorher.“
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