Porsche-Chef Michael Leiters hat sich mit dem Betriebsrat auf ein Sparpaket verständigt. In den kommenden Jahren werden insgesamt 9000 Jobs bei dem Sportwagenbauer wegfallen. Das manager magazin hatte bereits in der vergangenen Woche über die Einigung berichtet.
Der kriselnde Autobauer Porsche will in den kommenden Jahren rund 5000 weitere Stellen abbauen. Die Mitarbeitenden sollen über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge sozialverträglich ausscheiden, wie das Unternehmen und der Porsche-Betriebsrat am Montag nach einer Betriebsversammlung im Stammwerk Stuttgart mitteilten. Das manager magazin hatte kürzlich bereits exklusiv über die Sparpläne und den Abbau von insgesamt 9000 Jobs berichtet . Schon im vergangenen Jahr hatten Porsche-Vorstand und Betriebsrat sich darauf geeinigt, dass 3900 Beschäftigte das Unternehmen verlassen müssen.
Die geltende Standortsicherung verlängert Porsche bis 2035. Bis dahin sollen außerdem 2,1 Milliarden Euro in den Standort Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach investiert werden.
Porsche steckt in der Krise, weil das Geschäft in China einbricht, die erhöhten US-Zölle belasten und sich die enormen Investitionen in Elektroautos nicht auszahlen. Bis zum Rekordhoch vor drei Jahren von rund 320.000 Verkäufen hatte die Volkswagen-Tochter einen Boom erlebt. Die Belegschaft war seit 2015 um 75 Prozent auf zuletzt gut 42.000 Jobs gestiegen.
Doch seither sank der Absatz immer schneller – für dieses Jahr prognostizierte Porsche im April 250.000 Fahrzeuge. Beim Gewinn, der 2025 operativ auf 413 Millionen von 5,6 Milliarden Euro im Vorjahr eingebrochen war, wollen die Schwaben die Wende schaffen. Im ersten Halbjahr verdiente der MDax-Konzern 1,35 Milliarden Euro, eine Marge von 7,8 Prozent. Jahrelang war Porsche mit einer Marge von rund 15 Prozent der profitabelste deutsche Autobauer und neben Audi die Cashcow des VW-Konzerns.
Porsche-CEO Michael Leiters (54) hatte bereits im März angekündigt, Porsche deutlich verschlanken und die bisher zu diesem Zweck aufgelegten Programme verschärfen zu wollen. Das schließe auch einen Stellenabbau ein, sagte er damals. Die aktuellen Porsche-Ergebnisse dürften Leiters wie auch VW-Chef Oliver Blume (58) in ihren Sparbemühungen bestärken. Das Unternehmen war 2025 nur knapp im Gewinn geblieben. Blume hatte etliches abgeschrieben, was sonst Nachfolger Leiters auf die Füße gefallen wäre. Die Zahl der verkauften Porsche-Fahrzeuge ist im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 122.306 gesunken.
Wie tiefgreifend das Problem ist, zeigt auch ein Blick auf die Verkaufszahlen: Der Absatz sackte 2025 um ein Zehntel ab – und lag mit 279.400 verkauften Fahrzeugen auf dem niedrigsten Stand seit dem Coronajahr 2020. Besonders dramatisch war die Situation in China. Zwischen 2021 und 2025 haben sich die Verkaufszahlen in der Volksrepublik mehr als halbiert.
Ein Trend, der sich in diesem Jahr bislang fortgesetzt und sogar verstärkt hat. Das passt aber nicht zu den übergroßen Strukturen der Schwaben: Geplant war das Fertigungsnetz einmal für 350.000 bis 400.000 Fahrzeuge pro Jahr. Aktuell steuert Porsche aber eher auf 250.000 und weniger zu. Die Werke sind nicht ausgelastet, viele Kosten laufen aber wie gewohnt weiter.
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Dem seit Januar amtierenden Porsche-Chef schwebt deshalb eine schlankere Sportwagenschmiede vor, die auch mit deutlich weniger verkauften Fahrzeugen satte Gewinne einfahren kann. Auf der Hauptversammlung vor wenigen Wochen hat Leiters die Grundzüge seiner Strategie skizziert, die er Anfang Oktober bei einem Kapitalmarkttag vorstellen will. Die Produktpalette soll gestrafft und die Zahl der Modellvarianten reduziert werden. Zugleich denkt der Manager über neue Fahrzeuge in margenstärkeren Segmenten nach – sowohl oberhalb der zweitürigen Sportwagen als auch oberhalb des Cayenne.
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