Zwei Airline-Piloten investierten 150.000 Dollar in ein Wohnmobil-Geschäft. Sie erklären, wie sie damit Umsatz machen und welche Probleme auftreten.
Courtesy of Carrie and Brian Smith
Carrie und Brian Smith, beide Airline-Piloten, vermieten neben ihren Hauptjobs Wohnmobile.
Sie vergleichen ihr Geschäft mit „Airbnb auf Rädern“ und vermieten ihre Wohnmobile über die Plattform Outdoorsy.
Das Geschäft bringt viel Arbeit mit sich – von Frostschäden bis zur Organisation neben ihren anspruchsvollen Flugplänen.
Nach einer eher enttäuschenden Erfahrung mit einem gemieteten Wohnmobil erkannten Carrie und Brian Smith eine Geschäftsmöglichkeit: Sie wollten Reisenden eine hochwertigere Form des Wohnmobillebens anbieten.
Das Paar aus Dallas arbeitet hauptberuflich als Airline-Piloten und hatte bereits über verschiedene Ideen für ein Nebengeschäft nachgedacht. Schließlich rückte für sie das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren für Piloten näher. Ende 2023 kauften sie sieben Wohnmobile für etwa 782.000 Dollar (etwa 671.000 Euro). Sie zahlten rund 127.000 Dollar (etwa 109.000 Euro) an und finanzierten den Rest.
Weitere 23.000 Dollar (etwa 20.000 Euro) investierten sie in die Ausstattung ihrer Flotte: Bettwäsche, Handtücher, Küchenutensilien, Hygieneartikel, Erste-Hilfe-Sets und weitere Annehmlichkeiten. Anfang 2024 begannen sie, ihre Wohnmobile zur Vermietung anzubieten.
So verdienen die beiden mit der Wohnmobilvermietung GeldDie Smiths vergleichen ihr Geschäft Suite Glamping Adventures mit „Airbnb auf Rädern“. In der Wohnmobilbranche ist Outdoorsy das Pendant zu Airbnb. Auf der Plattform können Privatbesitzer ihre Wohnmobile vermieten.
Die Buchungen reichen von drei- oder viertägigen Reisen bis hin zu Vermietungen über mehrere Wochen. Die beiden haben allerdings gelernt, dass sich längere Vermietungen in der Regel mehr lohnen.
„Bei einer dreitägigen Vermietung bleibt wegen der Kosten fast nichts übrig“, sagte Brian gegenüber BUSINESS INSIDER (BI).
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Mit sieben Wohnmobilen konnten die beiden zunächst mit verschiedenen Größen experimentieren – von etwa 6,7 bis 9,8 Metern Länge – und herausfinden, welche Modelle bei den Kunden besonders beliebt sind. Ihre größeren Wohnmobile laufen besonders gut. Die kleinsten werden seltener vermietet, sind dafür bei Paaren und kleineren Gruppen beliebt.
Auch das Geschäft ist saisonabhängig. Die Spring-Break-Zeit gehört zu den geschäftigsten Phasen der Smiths, während der August wegen der Hitze in Texas eher ruhig sein kann. Im Januar und Februar gehen die Vermietungen ebenfalls zurück.
Es gibt außerdem andere Möglichkeiten, mit den Wohnmobilen Geld zu verdienen als mit klassischen Familienurlauben. Eines ihrer Fahrzeuge diente beispielsweise einem niederländischen öffentlich-rechtlichen Radiosender als mobiles Sendestudio für die Berichterstattung von der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Nach Angaben der Smiths brachte ihnen diese Buchung etwa 9500 Dollar (etwa 8100 Euro) ein.
Die Flotte der Smiths ist inzwischen auf neun Fahrzeuge angewachsen. BUSINESS INSIDER (BI) konnte dies anhand der Versicherungsnachweise für jedes einzelne Fahrzeug überprüfen. Nach Angaben des Paares erwirtschaftete das Unternehmen 2024 etwa 114.000 Dollar (etwa 98.000 Euro) und 2025 rund 95.000 Dollar (etwa 81.000 Euro). Die beiden sind überzeugt, dass sie langfristig mindestens 150.000 Dollar (etwa 129.000 Euro) im Jahr erwirtschaften können, wenn sie ihre Abläufe verbessern und mehr Buchungen von Unternehmen und für Veranstaltungen gewinnen.
Natürlich ist Umsatz nicht gleich Gewinn. Kreditraten, Versicherungen, Wartung, Reinigung, Stellplätze, Plattformgebühren und weitere Betriebskosten schmälern den Betrag, der am Ende übrig bleibt. Manchmal fühle es sich an, als habe „jeder die Hand in deiner Tasche“, sagte Brian.
Das Unternehmen ist zwar noch nicht profitabel, doch die Smiths sagen, dass es ihnen finanziell bereits zugutekommt – durch Steuerabzüge und den Aufbau von Vermögenswerten. Als gutverdienende Angestellte mit mehreren Kindern im College suchten sie nach Möglichkeiten, ihr Geld in ein eigenes Unternehmen zu investieren, statt sich mit einer immer höheren Steuerrechnung auseinanderzusetzen.
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Vorerst konnten sie nach eigenen Angaben geschäftsbezogene Ausgaben steuerlich geltend machen und dadurch Verluste ausweisen, die ihr zu versteuerndes Einkommen reduzieren.
Frostschäden, farbcodierte Bettwäsche und verrückte ZeitpläneDie Smiths merkten schon früh, dass der Besitz einer ganzen Wohnmobilflotte kein „Kinderspiel“ sein würde, sagte Brian.
Sie hatten darum gebeten, alle sieben ihrer ursprünglichen Fahrzeuge winterfest auszuliefern. Das geschah jedoch nur bei dreien. Anschließend erlebte Dallas eine längere Kälteperiode mit Temperaturen unter minus sieben Grad Celsius. Dadurch entstanden Frostschäden von etwa 16.000 Dollar (etwa 13.700 Euro), die sie reparieren lassen mussten.
Weitere Herausforderungen und Ärgernisse waren Schäden an den Fahrzeugen, Wartung und Instandhaltung, anspruchsvolle Mieter sowie die Suche nach einem geeigneten Stellplatz für die gesamte Flotte. Mit der Zeit wurden die Smiths bei der Auswahl ihrer Mieter vorsichtiger. Sie stellten fest, dass ein kleiner Teil der Kunden überproportional viel Arbeit verursachen kann – eine Art „80-20-Regel“. Inzwischen wissen sie, dass es ihnen später viel Ärger ersparen kann, bestimmte Buchungen abzulehnen.
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Courtesy of Carrie and Brian Smith
Auch die Unterbringung der Wohnmobile war eine Herausforderung. Nachdem sie monatlich 2000 Dollar (etwa 1710 Euro) für überdachte Stellplätze bei einem Lagerplatz bezahlt hatten, kauften sie ein 2,5 Acres großes Grundstück (das entspricht in etwa einem Hektar). Dort können sie ihre Wohnmobile unterstellen und warten. Später wollen sie dort auch Stellplätze an andere Wohnmobilbesitzer vermieten.
Manche Erkenntnisse waren weniger teuer, aber nicht weniger praktisch.
„Eines der wichtigsten Dinge, die wir gelernt haben, ist, keine komplett weißen Bettlaken zu kaufen“, sagte Carrie. Die Wohnmobile haben Betten in den Größen King, Queen, Full und Twin. Anfangs verbrachten sie deshalb Stunden damit, die nahezu identischen Bettbezüge und Laken auseinanderzuhalten. Schließlich ersetzten sie sie durch farbcodierte Sets, wobei jede Farbe einer bestimmten Bettgröße zugeordnet ist.
Außerdem haben sie gelernt, dass Haken „der Schlüssel zu einem gelungenen Urlaub“ sind. Denn in Wohnmobilen können deutlich mehr Menschen schlafen, als die wenigen Schubladen und Schränke Platz bieten. Manche Lektionen haben sie durch Versuch und Irrtum gelernt, andere durch den Austausch mit anderen Betreibern und den Besuch von Branchenveranstaltungen sowie Konferenzen rund um Reisen und Tourismus.
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Das Geschäft ist weit davon entfernt, nebenbei zu laufen. Es erfordert zusätzlich zu ihren ohnehin anspruchsvollen Jobs und ihrem Privatleben einen erheblichen Zeitaufwand. An einem kürzlich vergangenen Tag hatte Brian einen Flugsimulator, eine medizinische Untersuchung, dieses Interview und eine Tanzstunde mit Carrie auf dem Programm, bevor er zu einem viertägigen Flugdienst aufbrach. Carrie verbrachte derweil mehrere Stunden damit, sich auf ihrem Grundstück um die Wohnmobile zu kümmern.
„Wir stehen nie still“, sagte er. „Es ist verrückt, wie viel man hin und her springen und gleichzeitig alles unter einen Hut bekommen muss.“
Für Brian war die wichtigste Erkenntnis, unabhängig davon, was passiert, ruhig zu bleiben.
„Entscheidend ist, sich nicht zu sehr nach oben oder unten ziehen zu lassen“, sagte er. Unerwartete Situationen seien unvermeidlich, wenn man ein Unternehmen betreibe. „Eigentlich ist das doch das Leben. Wenn man darüber nachdenkt, bringt jeder Tag seine eigenen Herausforderungen mit sich.“
Lest den Originalartikel auf Business Insider US.
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