In Deutschland sind die Benzinpreise an den Tankstellen weiterhin auf überdurchschnittlichem Niveau. Die Grünen werfen der Regierung Tatenlosigkeit vor.
Stand: 14.08.2026, 10:18 Uhr
Von: Ines Alberti
In Deutschland sind die Benzinpreise an den Tankstellen weiterhin auf überdurchschnittlichem Niveau. Die Grünen werfen der Regierung Tatenlosigkeit vor.
Berlin – Über zwei Euro pro Liter Benzin, eine blockierte Meeresstraße und ein ausgetrockneter Rhein: Die hohen Spritpreise in Deutschland heizen die politische Debatte an. Die Grünen machen jetzt Druck auf die Bundesregierung.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge geht mit der Merz-Regierung hart ins Gericht. „Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass die Regierung zusieht, wie die Menschen in Deutschland abgezockt werden“, sagte Dröge der Bild-Zeitung. Ihr Vorwurf: Die von der Koalition im März eingesetzte Taskforce zu steigenden Sprit- und Energiepreisen habe schlicht versagt. „Die Ölkonzerne machen sich die Taschen voll, während viele Familien jeden Euro dreimal umdrehen müssen“, so Dröge weiter.
Dröge zu Benzinpreisen: „Die Menschen werden abgezockt“Ihre Forderung ist klar: eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Die Einnahmen sollen über eine Senkung der Stromsteuer direkt an die Haushalte zurückfließen. „Wir brauchen eine schnelle und effektive Antwort auf die überhöhten Preise an den Tankstellen“, sagte Dröge. Bis Jahresende rechnet sie mit Übergewinnen von mehr als acht Milliarden Euro – eine Besteuerung könnte demnach bis zu drei Milliarden Euro in die Kassen bringen.
Auch der ADAC bestätigt: Das Preisniveau an deutschen Tankstellen ist seit Wochen zu hoch. Anfang August lagen die Durchschnittspreise nach Angaben der EU-Kommission bei 2,18 Euro pro Liter Benzin und 2,20 Euro für Diesel – deutlich über dem EU-Schnitt. Als Haupttreiber gelten der gestiegene Ölpreis infolge der durch den Iran faktisch blockierten Straße von Hormus sowie die anhaltende Dürre in Teilen Deutschlands. Die extrem niedrigen Rhein-Pegelstände schränken den Tanker-Transport stark ein, was die Logistikkosten in die Höhe treibt.
Koalition bei Benzinpreisen uneinig – Reiche lehnt Übergewinnsteuer abDie Debatte über Entlastungsmaßnahmen spaltet die schwarz-rote Koalition. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erteilte der Übergewinnsteuer eine „klare Absage“: Sie sei verfassungsrechtlich fragwürdig und schwäche Raffinerien als wichtige Wirtschaftsstandorte. Reiche setzt stattdessen auf eine höhere Pendlerpauschale und Direktzahlungen für Geringverdiener.
SPD-Finanzminister Lars Klingbeil hingegen prüft laut seinem Ministerium eine Übergewinnsteuer. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) schloss sich der Forderung an. Einen Spritpreisdeckel, wie ihn SPD-Politiker ebenfalls ins Spiel brachten, lehnt Reiche ebenso ab. (Quellen: Bild, Tagesschau, t-online, ZDFheute) (ial)
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