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Zweitliga-Teamcheck: Viktoria Berlin, Hertha BSC & Turbine Potsdam

Дата публикации: 31-07-2026 13:02:07

Gleich drei Vereine aus der Region gehen in der am 2. August startenden Zweitliga-Saison der Frauen an den Start. Die Erwartungshaltungen bei Hertha BSC, Turbine Potsdam und Viktoria Berlin könnten dabei wohl kaum unterschiedlicher sein.


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2. Liga der Frauen Zwischen Aufstiegsplan und Ungewissheit: Viktoria, Hertha und Turbine im Teamcheck

Melanie Reuter von Viktoria Berlin, Ella Mettner von Hertha BSC und Bianca Schmidt von Turbine Potsdam (Quelle: IMAGO / HMB-Media | foto2press | Matthias Koch)
Melanie Reuter von Viktoria Berlin, Ella Mettner von Hertha BSC und Bianca Schmidt von Turbine Potsdam (Quelle: IMAGO / HMB-Media | foto2press | Matthias Koch)
  • Turbine Potsdam: großer Umbruch mit ungewissem Ausgang
  • Viktoria Berlin: Aufstieg als klar formuliertes Ziel
  • Hertha BSC: kaum Investitionen, Prinzip "Talent, Training und Mindset"

Turbine Potsdam

Über weite Strecken der vergangenen Saison sah es wirklich gar nicht gut aus für Turbine Potsdam. Es drohte der ganz tiefe Fall von der Bundes- in die Regionalliga. Und so wurde Trainer Kurt Russ, mit dem der Brandenburger Traditionsklub nach dem Erstliga-Abstieg eigentlich einen geordneten Neuaufbau starten wollte, zum Jahreswechsel entlassen und durch den Dänen Steen Gravgaard ersetzt.

Dank dreier Siege gegen die direkte Konkurrenz zitterte sich Turbine schließlich zum Klassenerhalt. "Am Anfang war es ziemlich turbulent", resümiert Trainer Gravgaard im rbb|24-Interview: "Aber als die Saison erst einmal in Gang kam, haben wir uns langsam weiterentwickelt, und ich habe einige positive Aspekte gesehen."

Nun wird erneut vieles durcheinandergewirbelt. 15 Abgängen stehen elf Neuzugänge gegenüber. Sieben davon kommen aus dem Ausland.

Steen Gravgaard, Trainer von Turbine Potsdam (imago images/Matthias Koch) Steen Gravgaard, Trainer von Turbine Potsdam (imago images/Matthias Koch)

Die Form:

Die Testspiel-Ergebnisse zeigen, dass noch lange nicht alles zusammenpasst. Zwar gab es zuletzt einen 6:0-Erfolg gegen den Drittligisten Magdeburg. Zuvor aber setzte es ein 2:6 gegen Erstligist Union Berlin und ein 1:5 gegen Zweitliga-Konkurrent Viktoria Berlin.

Trainer Gravgaard stören diese - durchaus heftigen - Niederlagen jedoch nicht. "Mit der Saisonvorbereitung bin ich sehr zufrieden", erklärt er. "Wir wollen noch ein bisschen intensiver an unserem Spielstil arbeiten. Es wird interessant sein, das am Sonntag auf die Probe zu stellen." Dann starten die Potsdamerinnen um 14 Uhr in Ingolstadt in die Saison.

Darauf wird es ankommen:

Bei einer derart umfangreichen Kader-Fluktuation wird es vor allem darauf ankommen, schnell eine Achse Leistungsträgerinnen und Führungsspielerinnen zu finden. Trainer Gravgaard wird viele Neuzugänge schnell in die Startelf integrieren müssen.

Der Däne fordert daher Geduld: "Es ist eine Herausforderung, die Spielerinnen müssen sich aneinander gewöhnen. Das wird noch ein bisschen Zeit brauchen." Grund zur Panik bestehe aber nicht. "Ich blicke optimistisch in die Zukunft", sagt Gravgaard.

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Ich bin überzeugt, dass wir einen besseren Start als im letzten Jahr hinlegen werden.

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Steen Gravgaard, Trainer von Turbine Potsdam

Das Saisonziel:

Nur drei Punkte trennten die Potsdamerinnen nach Ablauf der letzten Saison von den Abstiegsrängen. Eine verkorkste Vor-Saison, Umbruch im Kader - verständlich, dass das Saisonziel in diesem Jahr der Nicht-Abstieg ist.

Trainer Gravgaard hält es vage: "Ich werde keine Zahl nennen, auf welchem Platz wir landen wollen", sagt der 47-Jährige. Sollte sich Turbine langfristig von den Abstiegsrängen fernhalten, will der Däne aber auch nach oben schielen: "Ich bin überzeugt, dass wir einen besseren Start als im letzten Jahr hinlegen werden. Dann werden wir anfangen, uns Ziele zu setzen, wenn wir ein Gefühl dafür haben, wo wir stehen."

Trotz aller Unsicherheiten will Gravgaard aber dominanten Fußball spielen lassen. "Wir wollen den Ball haben und haben auch viel daran gearbeitet, Torchancen zu kreieren", so der Trainer: "Das ist auch das Ziel meiner Spielerinnen. Wir wollen eine Mannschaft sein, die versucht, Spiele zu dominieren."

Der Meister-Tipp:

Auf einen Meister-Tipp will sich der Turbine-Trainer nicht festlegen. Im Fokus seien aber die beiden Bundesliga-Absteigerinnen SGS Essen und Carl Zeiss Jena. "Als Absteiger aus der Bundesliga bist du zunächst immer Favorit auf den Aufstieg", prognostiziert Gravgaard.

Viktoria Berlin

Platz fünf in der Saison 2025/26 klingt eigentlich nicht schlecht, zumal für einen Aufsteiger. Wenn da mit dem VfB Stuttgart und Mainz 05 zwei andere Aufsteiger gewesen wären, die es mit Rang eins und zwei und dem direkten Durchmarsch in die Bundesliga noch besser gemacht hätten. Zumal die Ambitionen hoch sind bei Viktoria. So gab Geschäftsführerin Felicia Mutterer Ende April im rbb|24-Interview für die nun beginnende Spielzeit das klare Ziel aus: "Angriff auf die Bundesliga!"

Damit das gelingt, stehen sechs Abgängen bisher sieben Neuzugänge gegenüber. Vor allem die 25-jährige Angreiferin Christin Meyer verfügt dabei nach ihren Stationen beim Hamburger SV und Werder Bremen über reichlich Bundesliga-Erfahrung (89 Spiele). Mit Aneta Polaskova und Melina Reuter holte Viktoria weitere Ex-Bundesliga-Spielerinnen. "Da erwarten wir logischerweise relativ viel", ließ auch Trainer Miren Catovic anklingen.

Miren Catovic, Trainer von Viktoria Berlin (imago images/Kai Heuser) Miren Catovic, Trainer von Viktoria Berlin (imago images/Kai Heuser)

Die Form:

Kann sich sehen lassen. Drei Siege (3:0 gegen Frankfurt II, 1:0 gegen Hertha BSC und 5:1 gegen Turbine Potsdam) sowie ein Unentschieden (gegen Bundesliga-Absteiger Carl Zeiss Jena) stehen zu Buche. Alles gegen Konkurrenten in der kommenden Zweitliga-Saison. Doch Trainer Miren Catovic zeigte sich vor allem mit den Leistungen gegen Jena und Hertha unzufrieden, gegen die "es nicht so war, wie wir uns das vorgestellt haben".

Im Vergleich zur Vor-Saison sieht der Trainer aber eine verbesserte Mannschaft, vor allem in der Offensive. "Im Sturm und auf den Flügeln haben wir uns am meisten verstärkt. Das waren auch die Positionen bei uns, die nicht so gut funktioniert haben", resümiert der Coach die Transferaktivitäten des Sommers bei Viktoria.

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Unser Saisonziel ist ganz klar der Aufstieg.

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Miren Catovic, Trainer von Viktoria Berlin

Darauf wird es ankommen:

In der Vor-Saison habe die Mannschaft oft knapp verloren oder doch nur unentschieden gespielt, so Geschäftsführerin Mutterer im Rückblick. Mit der Erfahrung einer Zweitliga-Spielzeit sollte das dringend verbessert werden. Für Catovic ist besonders die mentale Komponente entscheidend. Wenn die Spieler im Kopf bereit seien, "mache ich mir keine großen Sorgen", so der Trainer.

Das Saisonziel:

Das formuliert Catovic - ähnlich wie bereits Mutterer - deutlich: "Unser Saisonziel ist ganz klar der Aufstieg." Die Meisterschaft müsse es nicht zwingend sein, "Hauptsache wir steigen auf", so der Trainer.

Der Meister-Tipp:

Einen Durchmarsch des eigenen Teams erwartet Catovic vor allem aufgrund der Konkurrenz nicht. "Viele Mannschaften werden professioneller und haben bessere Bedingungen. Es wird dadurch eine immer ausgeglichenere Liga. Es gibt viele Mannschaften, die deutlich athletischer geworden sind", fasst der Trainer die Entwicklung in der 2. Liga zusammen.

"Ich glaube, dass trotz der großen Umbrüche Jena und Essen oben mitspielen werden", sagt Catovic. Daneben seien besonders Hertha, Sand und Bochum Mannschaften mit Potenzial. Was die Spielerinnen angeht, hat er - neben seinem eigenen Team - ein besonderes Auge auf zwei Youngsters von Frankfurt II. "Tessa Zimmermann ist eine unfassbar talentierte Spielerin und auch Janne Krumme. Die beiden sind so zwei Top-Talente in der 2. Liga", schwärmt er.

Hertha BSC

Zehn Spielerinnen haben den Aufsteiger Hertha BSC verlassen, drei Neue sind dazugekommen. Darunter mit Merle Hellwig (21, aus Magdeburg) und Sarah Hornschuch (27, aus Neapel) gleich zwei Torhüterinnen. Heißt auch: Hertha wird den Weg der kleinen Schritte weitergehen. Mittel für ein größeres Wachstum stehen derzeit keine zur Verfügung.

Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich sieht in der personellen Kontinuität jedoch auch eine Chance: "Natürlich sind die Anforderungen andere. Aber man sieht, dass wir nur punktuell den Kader verändert haben. Weil wir an die Spielerinnen glauben, die das erfolgreich abgeschlossen haben."

Jubel bei den Spielerinnen von Hertha BSC (imago images/Engler) Jubel bei den Spielerinnen von Hertha BSC (imago images/Engler)

Die Form:

Einer deutlichen Pleite gegen den Bundesligisten Hamburger SV (1:5) folgte die knappe Niederlage gegen Liga- und Stadtrivalen Viktoria (0:1). Immerhin zum Abschluss der Vorbereitung gab es einen Erfolg. Über dreimal 35 Minuten besiegte die Mannschaft von Trainer Tobias Kurbjuweit im Trainingslager in Kienbaum den polnischen Erstligisten Lech Posen mit 2:0.

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Wir glauben, dass Erfolg eine Kombination aus Talent, Training und Mindset ist.

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Peter Görlich, Geschäftsführer von Hertha BSC

Darauf wird es ankommen:

Dass die fast unveränderte Mannschaft entwicklungsfähig und lernwillig ist, hat sie bei ihrem sensationellen Aufstieg von einem Mittelklasse-Team der Regionalliga bis in die 2. Liga bereits nachgewiesen. Die große Frage nun lautet: Wann und wie sehr stößt dieses Potenzial an seine Grenzen?

Das Saisonziel:

Die Erfolgsformel für die Saison der Berliner Fußballerinnen ist für Görlich klar: "Wir glauben, dass Erfolg eine Kombination aus Talent, Training und Mindset ist." Dieser "Dreiklang", wie Görlich ihn nennt, scheint in der Mannschaft zumindest in einem Maße zur Verfügung zu stehen, dass die Klasse gehalten werden kann.

Das muss das Minimalziel des Aufsteigers sein. Dass Hertha um den Bundesliga-Aufstieg mitspielt, darf aufgrund der fehlenden Investitionen in den Kader bezweifelt werden.

Der Meister-Tipp:

Keine Angabe.

Hertha BSC lehnte eine Interviewanfrage für Trainer Tobias Kurbjuweit ab. Daher stützen sich die Einschätzungen zum Aufsteiger auf ein älteres Interview mit Peter Görlich. Ein Meister-Tipp konnte nicht aktuell abgefragt werden.

Sendung: rbb|24, 31.07.2026, 15:02 Uhr

Audio: rbb|24, 31.07.2026, Hendrik Flöter im Gespräch mit Johannes Mohren

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