Zum Saisonauftakt der zweiten Fußball-Bundesliga hat Hertha BSC beim VfL Bochum gewonnen und damit den ersten Auftaktsieg seit sechs Jahren feiern können.
Zweite Liga Grönning beschert Hertha Traumstart in Bochum
Fußball-Zweitligist Hertha BSC ist mit einem Sieg in die neue Saison gestartet. Beim VfL Bochum gewannen die Berliner mit 1:0 (1:0). Das Tor des Tages erzielte Mittelstürmer Sebastian Grönning in der 39. Minute nach schöner Vorarbeit durch den 20-jährigen Startelf-Debütanten Soufian Gouram. Es war der erste Herthaner Sieg zum Saisonauftakt seit 2020.
Ein Sieg, mit dem sich Rechtsverteidiger Julian Eitschberger nach dem Spiel am Sportschau-Mikrofon mehr als zufrieden zeigte: "Das fühlt sich sehr befreiend an. Wir haben sieben Wochen darauf hingearbeitet, waren intensiv dabei. Das hat sich heute ausgezahlt. Wir waren von Minute eins an da und haben deshalb - denke ich - verdient gewonnen." Trainer Stefan Leitl lobte sein Team für ein "fantastisches Spiel. Die Jungs waren unfassbar griffig in den Zweikämpfen, so wie wir uns das vorgestellt haben."
Hertha-Fans sorgen für Spielunterbrechung
Tatsächlich hielt Hertha auch ohne die abgewanderten Fabian Reese, Michael Cuisance, Kennet Eichhorn und Co. von Beginn an, was bereits in den Testspielen zu sehen war und unter anderem von Leitl angekündigt wurde. Die Mannschaft verteidigte weitaus höher und presste intensiver als noch in der Vorsaison.
Ganz ähnlich wie in der Vorsaison verhielt es sich hingegen in der Offensive. Zwar hatten die Berliner um die 30-Minuten-Marke 61 Prozent Ballbesitz angehäuft. Doch vieles blieb Stückwerk. So blieb eine rund sechs Minuten andauernde Spielunterbrechung ab der 18. Minute lange Zeit der eigentliche Höhepunkt der Partie. Grund für die vom Schiedsrichter angeordnete Pause war ein Banner der Hertha-Anhänger, das einen Fluchtweg versperrte.
Dass das Banner mit der Aufschrift "Das Relikt des Arbeiterklubs: Wir malochen, ihr kassiert" dort hing, war dabei kein Zufall. Vielmehr verzögerte die aktive Fanszene der Hertha damit bewusst und als Ausdruck gegen "horrende" Ticketpreise den Spielverlauf, wie sie in einem Statement [hb98.de] äußerte.
Herthas Sportdirektor Benjamin Weber spricht mit den Fans über ein Banner, welches ein Fluchttor versperrt (imago images/Malte Ossowski)
Startelf-Debütant Gouram mit der Torvorlage
In Sachen Torgefahr wurde es erstmals in der 30. Minute halbwegs spannend, als Bochums Stoßstürmer Philipp Hofmann nach zuvor schlimmen Fehlpass von Herthas Innenverteidiger Niklas Kolbe zum Kopfball kam, den Marius Gersbeck im Tor der Berliner allerdings leicht fangen konnte. Zwei Minuten später meldete sich auch die Hertha-Offensive an. Startelf-Debütant Soufian Gouram setzte den Ball aus dem Strafraum-Gewühl heraus jedoch über das Tor.
In der 39. Minute schließlich trat Gouram dann als Vorbereiter in Erscheinung und das mit wesentlich mehr Erfolg. Ein schöner Steckpass aus dem Mittelfeldzentrum heraus fand Sebastian Grönning, der anschließend vom linken Strafraumeck souverän über Bochums Torhüter Timo Horn hinweg zur Führung traf. Eine Führung, die eigentlich nur kurz hätte Bestand haben dürfen, da Bochums Berkan Taz einen Kopfball zentral, völlig freistehend und aus rund sieben Metern Entfernung neben das Tor köpfte.
Bochum macht Druck, ist aber nur selten zwingend
So ging es mit einer Hertha-Führung in die Halbzeit, die direkt nach Wiederanpfiff noch höher hätte ausfallen können. Doch Marten Winkler und Gouram behinderten sich in einer aussichtsreichen Situation wenige Meter vor dem Tor gegenseitig.
Dann übernahmen nach und nach die Bochumer die Spielkontrolle. Der Druck auf das Hertha-Tor nahm zu. Ein Hofmann-Kopfball knapp über das Tor (57.) und ein gerade noch von Kolbe geblockter Schuss aus zehn Metern durch Taz (64.) waren die Folge.
Danach allerdings beruhigte Hertha das Spiel wieder, ehe Maximilian Wittek in der 78. mit einen direkten Freistoß eine Gersbeck-Parade nötig machte. Trotz vielem Ballbesitz rund um den Hertha-Strafraum in der Schlussphase kam Bochum nur noch zu einem weiteren Hofmann-Kopfball, der jedoch erneut zu zentral geriet und in den Armen von Marius Gersbeck landete.
Das Spiel im Liveticker
Sendung: rbb|24, 07.08.2026, 20:25 Uhr
Audio: rbb|24, 07.08.2026, Vollreportage von Armin Lehmann
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