Der Saisonstart ist mit einem 1:0-Sieg in Bochum gelungen, nun steht das erste Heimspiel für Hertha BSC vor der Tür. Zuletzt waren die Spiele im Olympiastadion aber eher Fluch statt Segen für die Berliner. Gegen Heidenheim soll sich das ändern.
Hertha empfängt Heidenheim Die große Sehnsucht nach der Heimstärke
Stefan Leitl muss lachen, als er auf die Heimbilanz von Hertha BSC in den vergangenen Jahren angesprochen wird. "Am besten gar nicht thematisieren, oder", sagt er schmunzelnd in das kleine Mikrofon vor sich auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen Heidenheim. Er weiß, dass die Spiele im Olympiastadion zuletzt die Achillesferse seiner Mannschaft waren. Vergangene Saison kamen die Berliner auf nur sechs Heimsiege, in der Saison davor sogar nur auf vier.
Alles auf Anfang
Im Sommer 2025 sagte Leitl: "Die Basis für eine erfolgreiche Saison sind die Heimspiele." Diese Basis wurde nicht gelegt und von einer erfolgreichen Saison konnte mit dem verpassten Aufstieg und Platz 7 nicht die Rede sein.
Aber jedem Neuanfang liegt ja bekanntlich ein Zauber inne. So empfinden das auch die allermeisten Fußball-Fans wenn eine neue Saison beginnt. Egal wie frustrierend die letzte Spielzeit auch war, eine neue Saison entfacht fast immer begeisterte Vorfreude. Das multipliziert sich natürlich, wenn die eigene Mannschaft mit einem Auftaktsieg startet.
Erste Hürde souverän genommen
"Die Jungs haben sich sensationell verkauft", lobt der Trainer die Leistung seiner Mannschaft beim 1:0-Sieg in Bochum vergangenen Freitag. Hertha eröffnete die Zweitliga-Saison im Ruhrstadion und machte knapp 2.700 mitgereiste Berliner Fans glücklich. "Spitzenreiter, Spitzenreiter", riefen sie auf den dunklen Bochumer Straßen nach dem Spiel.
Jetzt soll diese Stimmung wieder entfacht werden. Im ersten Heimspiel der neuen Saison, im ersten Heimspiel nach mehr als drei Monaten. Der Gegner am Samstag: Heidenheim. Ein Verein, der "immer an der Schwelle zur Bundesliga spielen wird", sagt Leitl. Bezogen auf die eigene Heimspielschwäche ist er pragmatisch: "Neue Saison, neues Glück."
Leidenschaft und Energie
Das Olympiastadion zu einer Festung machen – das wär's. Den Fans das zurückgeben, was sie sich verdient haben. Die Energie, die die Mannschaft in Bochum ausstrahlte und mit der sie den Gegner mürbe spielte, soll auf die Ränge überschwappen.
"Wenn wir diese Leidenschaft zeigen, wird das Stadion hinter uns stehen", prognostiziert der Trainer. Und er zeigt sich sicher: Dann werden auch "Fehler verziehen." Fehler, die gegen einen starken Gegner wie Heidenheim nicht zu vermeiden sein werden. Sie spielen physisch, haben einen klaren Plan und Bundesliga-Erfahrung im Kader. Im ersten Saisonspiel bezwang das Team von Frank Schmidt Osnabrück in einem furiosen Spiel mit 4:3.
Hitzeschlacht im Olympiastadion?
An diesem Samstag im Berliner Olympiastadion kommt – für beide Mannschaften - noch eine Extra-Herausforderung dazu: 34 Grad sollen es werden, die Mittagshitze zum Anpfiff um 13 Uhr wird keine Gnade kennen. Doch Leitl zeigt sich unbesorgt. Er erzählt vom 120-Minuten-Testspiel gegen Köln im Trainingslager, bei dem seine junge Mannschaft kaum Probleme hatte. Die gemessene Temperatur an diesem Tag im österreichischen St. Johann: 33 Grad.
Es ist der große Wunsch der Fans: Hertha soll eine Heimmacht werden. So ganz unbefleckt vor dem ersten Heimspiel der Saison ist ja auch noch jeder Traum erlaubt. Helfen würde es Leitl und Co. natürlich, wenn sie auch im Training regelmäßig Fuß auf den Rasen der Spielstätte setzen könnten. Ein Privileg, das für Hertha aber in weiter Ferne liegt, da ihnen das Stadion nicht gehört.
40.000 Fans beim ersten Heimspiel
"Es ist anscheinend schwierig, Zeiten zu finden, in denen Hertha dort trainieren darf", sagt Leitl schulterzuckend. Aber sie würden jetzt mal rübergehen und schauen, "wie das Bällchen rollt", erklärt er am Donnerstag.
Für das Spiel gegen Heidenheim werden knapp 40.000 Zuschauer erwartet. Und diese sollen nach der Partie nicht nur nach Hause gehen, sondern mit einem Sieg und dem Glauben an eine Saison voller Erfolgserlebnisse im heimischen Olympiastadion im Gepäck.
Sendung: rbb|24, 13.08.2026, 19:20 Uhr
Video: DER TAG, 13.08.2026, Dennis Wiese
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