Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Professorenstar ein Hochstapler? Skandal um Plagiate erschüttert Cambridge

Дата публикации: 11-08-2026 15:30:05

Ein junger Schwarzer tritt nach Zweifeln an seiner Arbeit zurück. Cambridge wird dafür heftig attackiert – nicht nur von rechts.

Основное содержимое страницы с новостью.

Vor drei Jahren war Jason Arday ein Star. Im März 2023 wurde er mit nur 37 Jahren zum jüngsten Schwarzen Professor an der Eliteuniversität Cambridge ernannt. Nicht nur das: Er hatte den akademischen Aufstieg offenbar gegen alle Widrigkeiten geschafft. Bis er elf Jahre alt war, habe er kein Wort reden können, sagte Arday, und Lesen und Schreiben habe er erst mit 18 gelernt.

Newsletter Illustration

Weitere Details seiner außergewöhnlichen Biografie wurden in den Medien ausgiebig gefeiert. Er sei 30 Marathons gerannt, und zwar innerhalb von nur 35 Tagen, einmal sogar mit einem gebrochenen Bein. Eigenhändig habe er durch Wohltätigkeitsarbeit fünf Millionen Pfund an Spenden zusammengebracht. „Ich wusste immer, dass ich bestimmt war, etwas zu erreichen“, sagte Arday damals ziemlich selbstbewusst in einem Zeitungsinterview.

Großbritannien: Junger Starprofessor an Elite-Uni Cambridge ein Hochstapler?

Lesen Sie auch

Soeben ist in den USA seine Autobiografie erschienen, in der Jason Arday diese und weitere Behauptungen auf 300 Seiten ausführt. Das Buch mit dem Titel „Great and Unfortunate Things“ (zu Deutsch etwa „Großartige und bedauerliche Dinge“) sei eine Geschichte voll von „herzzerbrechenden Rückschlägen“ und „unwahrscheinlichen Triumphen“, wie auf der Website des Verlags Simon & Schuster steht.

Aber mittlerweile scheint es, als sei Ardays außergewöhnlicher Werdegang in weiten Teilen fingiert: Der Soziologieprofessor hat seinen Lebenslauf offenbar ziemlich großzügig ausgeschmückt, wie in den vergangenen Wochen bekannt geworden ist. Auch seine akademischen Errungenschaften sind in Zweifel gezogen worden. Er habe seine Doktorarbeit teilweise von einem anderen Akademiker abgeschrieben, neuere Texte seien voll von Inkonsistenzen und unbelegten Behauptungen, wie Recherchen gezeigt haben. Nach wochenlangen Enthüllungen in mehreren britischen Medien erscheint Arday nicht mehr als akademischer Überflieger, sondern eher als Hochstapler, dem die Medien auf den Leim gegangen sind.

Jason Arday: Journalisten stießen in Biografie und Arbeit auf Ungereimtheiten

Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten. Die Universität Cambridge kündigte letzte Woche eine Untersuchung zum Fall an. Daraufhin legte Arday seine Professur aus eigenen Stücken nieder. „Es gibt einen Moment, wenn die persönlichen Kosten zu hoch werden“, schrieb er. Er wolle nicht, dass „jeder Aspekt meines Lebens unter die Lupe genommen und abgeurteilt wird“.

Plagiatsvorwürfe gegen Arday bestehen seit längerer Zeit. Der aktuelle Skandal ist ausgebrochen, nachdem ein Publizist namens Nathan Cofnas Ende Juli in einem Blogpost diese Vorwürfe erneut aufrollte. Etablierte Medien griffen das Thema auf, Journalisten prüften immer mehr Details von Ardays Biografie und Arbeit – und stießen auf Ungereimtheiten.

Plagiatsverdacht unter Politikern

Publikationen wie der linksliberale „Guardian“ spielten dabei eine wichtige Rolle. Aber es ist bezeichnend, dass die Affäre ihren Anfang in der rechten Ecke nahm. Der Publizist Cofnas ist ein selbst ernannter „Rassenrealist“, gemeinsprachlich also ein Rassist, der mal sagte, in der US-Eliteuni Harvard würde die Zahl der Schwarzen Professoren auf „praktisch null“ sinken, wenn tatsächlich die besten Akademiker rekrutiert würden. In seinem Blogpost über Arday schreibt er von „DEI-Betrug“; „DEI“ steht für das bei den rechten Kulturkämpfern verhasste Schlagwort „Diversity, Equality, and Inclusion“, unter dem Versuche laufen, benachteiligte Gruppen in Institutionen besser zu repräsentieren.

Rechte sprechen vom „Verfall von Großbritanniens großen Universitäten“

Schnell stürzten sich rechte Medien und Politiker auf den Fall. Auch sie sehen darin ein Symptom der angeblich fehlgeleiteten Bestrebungen, im akademischen Betrieb für mehr Diversität zu sorgen. Arday wird dort abschätzig als „Aushängeschild für Diversität“ und als „DEI-Liebling“ bezeichnet. Im rechtskonservativen Revolverblatt „Daily Telegraph“ wird der Fall Arday als Beweis für den „schleichenden Verfall von Großbritanniens großen Universitäten“ herangezogen; Arday selbst wird als „strohdumm“ bezeichnet.

Es handle sich um eine „koordinierte Schmierenkampagne von rechts, die auf der Prämisse gründet, dass Schwarze Menschen nicht in Cambridge sein sollen“, sagte der Akademiker Kehinde Andrews im „Guardian“. Ein anonymer Akademiker sagte der gleichen Zeitung, dass die Aufregung um Jason Arday zur Folge habe, dass „sich die wenigen Schwarzen Leute in diesem Sektor viel verwundbarer fühlen“.

Auch interessant
Stefan Weber überprüft wissenschaftliche Arbeiten auf Plagiate – und zuletzt auch das neue Nuch von Annalena Baerbock.
„Schwarzes Wunderkind“: Cambridge-Professorin fordert echte Chancengleichheit

Aber auch von progressiver Seite wird Kritik an der Universität Cambridge erhoben. Die Uni sowie die Medien hätten Arday nicht wie einen Akademiker behandelt, sondern wie ein Maskottchen, schreibt Jason Okundaye im „Guardian“. Wenn jemand als „jüngster Schwarzer Professor“ gefeiert wird, dann tritt die Substanz seiner akademischen Forschung in den Hintergrund – stattdessen werde man eingeladen, die „inspirierende Story“ zu beklatschen. Es sei eine oberflächliche Zelebrierung der Diversität, die an der systemischen Benachteiligung nicht weißer Studierender nichts ändere.

Ähnlich äußert sich die Cambridge-Professorin Priyamvada Gopal. Ihre Universität habe „einen großen Fehler gemacht“, indem sie einen Akademiker „mit einem ziemlich dünnen Leistungsausweis in einen sehr prestigeträchtigen Führungsposten erhob“. Sie stellte sein junges Alter und seine Ethnie in den Vordergrund und feierte ihn als eine Art „Schwarzes Wunderkind“. Stattdessen bräuchte es einen institutionellen Wandel, der tatsächliche Chancengleichheit bringe. Dann wäre es auch nicht so einfach für die rechten Kulturkämpfer, „die Transgressionen eines Einzelmenschen auszunutzen, um eine gesamte Community anzuschwärzen“.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Un fost profesor la Cambridge, acuzat de plagiat, a fost găsit mort la scurt timp după ce a demisionat. ”Ce am trăit a depășit cu mult limitele unei dispute academice”05.8515-08-2026
2Nach Plagiatsvorwürfen: Cambridge-Professor tot aufgefunden011.7114-08-2026
3„Tragödie auf vielen Ebenen“: Großbritannien trauert um toten Cambridge-Professor014.115-08-2026
4Top Cambridge University academic is guilty of plagiarising work from PhD student colleague, tribunal hears05.810-02-2025
5Патологический лжец. Скандал с профессором ударил по репутации Кембриджа010.9909-08-2026
6В Лондоне нашли мертвым бывшего профессора Кембриджского университета09.1115-08-2026
7Проректор РАНХиГС подозревается в растрате средств, выделенных на научные работы0028-04-2023
8Wutausbruch im Urlaub gefilmt: Hochschule in Brandenburg trennt sich von Mitarbeiter07.614-08-2026
9Focus: министр по делам семьи ФРГ подала в отставку из-за обвинений в плагиате0019-05-2021

Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 8.57. Источник: www.waz.de.