In einem kleinen Ort in Italien wundern sich die Bewohner nicht mehr, wenn plötzlich ein Pferd vor der Post steht. Es gehört Massimiliano, dem das Benzin zu teuer geworden ist.
In einem kleinen Ort in Italien wundern sich die Bewohner nicht mehr, wenn plötzlich ein Pferd vor der Post steht. Es gehört Massimiliano, dem das Benzin zu teuer geworden ist.
Massimiliano (56) aus Rocchetta Sant’Antonio, einem kleinen Ort in den Dauni-Bergen in Apulien, nutzt wegen der stark gestiegenen Spritpreise neuerdings sein Pferd Maja für den Arbeitsweg und alltägliche Besorgungen.
„In den letzten Monaten pendle ich zu Pferd zur Arbeit, angesichts des schwindelerregenden Anstiegs der Treibstoffkosten. Eines meiner Autos aufzutanken, kostet etwa 180 Euro. Auf einem Pferd gebe ich praktisch nichts aus“, erklärte er gegenüber der italienischen Zeitung „La Repubblica“. Das Reiten sei für ihn eine günstige und zugleich umweltfreundliche Alternative.
Rocchetta Sant’Antonio ist eine kleine Gemeinde, in der es laut „Il Fatto Quotidiano“ nur eine Tankstelle gibt, günstigere liegen mehrere Kilometer entfernt. Für Massimiliano bedeutet die Rückkehr zum Pferd aber auch, eine Verbindung zu seiner Familientradition herzustellen, denn seine Vorfahren handelten bereits mit Pferden.
Mittlerweile ist es im Ort normal, dass er Maja vor dem Postamt, der Bank oder der Dorfbar anbindet. Er reitet vor allem in den kühleren Abendstunden und sieht darin eine finanzielle Entlastung sowie eine nachhaltige und erfüllende Art der Fortbewegung. Eine kleine Sorge allerdings bleibt: „Wenn sie Verbrauchsteuern auf das Heu legen, werde ich ein Fahrrad kaufen müssen“, scherzt er gegenüber „Il Fatto Quotidiano“.
Auch ein Landwirt aus den Niederlanden ist aus Kostengründen auf das Pferd umgestiegen. Während andere Bauern auf Traktoren setzen, hat sich John Arink aus Lievelde im niederländischen Achterhoek ein Pferd gekauft – nicht aus romantischen Gründen, sondern als Arbeitskraft für seine ökologische Landwirtschaft. Das Tier soll künftig pflügen, Heu wenden und andere landwirtschaftliche Arbeiten ausführen.
„Du musst mit einem Pferd nicht tanken. Ein Pferd zeugt sein eigenes Pferd. Ich sehe noch keinen Traktor, der das macht“, erklärt der Landwirt gegenüber der niederländischen Zeitung „De Gelderlander“.
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