Nach 41 Jahren Arbeit erhält ein Italiener lediglich 917 Euro Rente im Monat. Der 64-Jährige kritisiert das System und kämpft mit hohen Lebenshaltungskosten.
Nach 41 Jahren Arbeit erhält ein Italiener lediglich 917 Euro Rente im Monat. Der 64-Jährige kritisiert das System und kämpft mit hohen Lebenshaltungskosten.
Mauro Beleffi aus der italienischen Stadt Santarcangelo di Romagna arbeitete 41 Jahre lang – zunächst in der Gastronomie, später als selbstständiger Elektriker. Heute erhält der 64-Jährige eine monatliche Nettorente von 917,37 Euro. „So verhungere ich“, sagt er gegenüber der Zeitung „Il Resto del Carlino“. Für ihn steht diese Summe in keinem Verhältnis zu seinem langen Berufsleben.
„Als ich mich bei den Gewerkschaften beschwert habe, wurde mir gesagt, sie richte sich nach den eingezahlten Beiträgen – und ich hätte eben zu wenig eingezahlt. Ich habe die Beiträge gezahlt, die von mir verlangt wurden, vom ersten bis zum letzten“, erzählt der 64-jährige Italiener. Für zusätzliche 100 Euro im Monat hätte er nach eigenen Angaben noch 15.000 Euro mehr Umsatz mit seinem Elektrikerunternehmen erzielen müssen, berichtet „Il Resto del Carlino“.
Mauros laufende Kosten wie Strom, Lebensmittel, Medikamente und Reparaturen würden die geringe Rente stark belasten. Sein alter Transporter müsse zudem irgendwann ersetzt werden, doch selbst einen kleinen Kredit könne er sich nach eigener Aussage nicht leisten. Seine Frau sei finanziell auf ihn angewiesen.
,regionOfInterest=(567,385)&hash=f5f975b08b89e7cf46996e758527ca8f2ae72f5e46f9010345aca25435fb8316)
Der Rentner schilderte seine Situation in einer E-Mail an den italienischen Staatspräsidenten, die Regierung und das Parlament. Die Nachricht trug den Titel: „Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe Angst davor, lebend das Monatsende zu erreichen.“ Er hoffe, damit eine Reaktion auszulösen.
„Ich mache einen Vorschlag: Sie sollten den Begriff ‚Rente‘ ändern. Tausend Euro im Monat sind keine würdige Rente. Nennt es Almosen“, sagt Mauro sarkastisch gegenüber „Il Resto del Carlino“. „Wenn mir vorher gesagt worden wäre, dass ich einmal so enden würde, hätte ich eben kriminell werden müssen. Was soll ich meinen Kindern sagen? Dass sie ihr Leben lang arbeiten sollen, um am Ende so eine Rente zu bekommen?“
In Deutschland ist das Thema Altersversorgung für viele Menschen ebenfalls eine wachsende Herausforderung. Die gesetzliche Rente reicht oft nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard im Alter zu halten, da zwischen dem aktuellen Einkommen und den späteren Altersbezügen häufig mehrere Hundert Euro pro Monat fehlen. Wie groß die Lücke ausfällt, hängt vor allem von den eigenen Ausgaben und der erwarteten Rentenhöhe ab.
Besonders entscheidend sind Wohnkosten, Lebensmittel und Mobilität, die auch im Ruhestand einen großen Teil der Ausgaben ausmachen. Deshalb wird empfohlen, frühzeitig privat vorzusorgen und die eigene Rentenlücke anhand der Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung zu berechnen. Schon bei einer monatlichen Lücke von 500 Euro kann ein zusätzliches Vermögen von rund 150.000 Euro in heutiger Kaufkraft nötig sein.