Die schwedische Rentnerin Doris hat monatlich etwa 1270 Euro zur Verfügung. Sie hat gelernt, damit zu haushalten und sagt, dass es anderen schlechter ginge.
Die schwedische Rentnerin Doris hat monatlich etwa 1270 Euro zur Verfügung. Sie hat gelernt, damit zu haushalten und sagt, dass es anderen schlechter ginge.
Die 80-jährige Doris aus Schweden hat bereits mit 15 Jahren angefangen zu arbeiten. Jetzt lebt sie von etwa 14.000 Kronen netto (etwa 1273 Euro) – rund 7300 Kronen (664 Euro) zahlt sie für die Miete, berichtet das schwedische Magazin „Allas“. Eine Wohnzulage habe sie bereits beantragt.
„Ich glaube, ich käme auch ohne Medikamente zurecht. Finanziell komme ich aus, weil ich schon von Kindheit an gelernt habe, [...] sparsam mit meinen Ressourcen umzugehen“, berichtet Doris dem Portal. Für Besuche beim Zahnarzt oder eine neue Brille muss die Rentnerin allerdings sparen.
Auch mögliche Mieterhöhungen und die Preise für Lebensmittel machen der Rentnerin zu schaffen. Beispielsweise Kaffee könne sie sich kaum leisten. In den vergangenen zwei Jahren sei auch ihre Miete um 1000 Kronen (circa 91,14 Euro) gestiegen: „Ich drücke die Daumen, dass es diesmal nur eine geringe Erhöhung geben wird“, sagt die 80-Jährige gegenüber „Allas“.
Reichtum definiert die Rentnerin über die Nähe zu ihren Kindern und Enkeln und ihre Gesundheit. „Es gibt viele, besonders Frauen, denen es noch schlechter geht als mir“, berichtet sie.
Unabhängig von der Rentnerin Doris gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn sie „über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt“, berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis).
Laut Zahlen von „Sozialpolitik aktuell“ gelten in Schweden 10,9 Prozent der Personen über 65 Jahren als armutsgefährdet. In Deutschland lag die Armutsgefährdungsquote bei 19,5 Prozent bei Menschen über 65 Jahren, so Destatis.
Das Rentensystem in Schweden basiert auf drei Säulen: die staatliche Rente, die Prämienrente (wird in Aktien angelegt) und die Betriebsrente. Das Rentenalter soll im Jahr 2026 bei 67 Jahren liegen. Ole Settergren von der Rentenbehörde sagt gegenüber dem NDR: „Wir wollen, dass alle Jahrgänge gleich viel Rente bekommen, ohne dass die Jüngeren mehr Beiträge zahlen müssen.“ Da die Lebenserwartung ansteigt, müsste das Rentenalter ebenso angepasst werden.
In den ersten Monaten von 2026 erreichten jene die Altersgrenze, die Ende 1959 oder in der ersten Hälfte des Jahres 1960 geboren sind, informiert das „Vermögenszentrum“. Die Jahrgänge 1961 bis 1963 können „abschlagsfrei oder mit Abschlägen in den Ruhestand gehen“. Wichtig ist generell, dass die Rente mindestens drei Monate vor dem geplanten Rentenbeginn beantragt wird.