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XPeng-Chef im Interview zu E-.Autos, KI und Flugtaxis

Дата публикации: 28-07-2026 08:52:00

XPeng ist neben BYD der zweite große China-Star in Deutschland. Wir sprachen mit CEO He Xiaopeng über die Pläne für den europäischen Markt.

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Kaum ein Hersteller gibt derzeit derart soviel Elektro-Vollgas wie Xpeng, erst im Jahre 2014 gegründet. Wir sprachen mit CEO He Xiaopeng über die Pläne für den europäischen Markt.

Xpeng ist im Gegensatz zu Konzernen wie BYD, Saic oder Geely eher ein chinesisches Autounternehmen aus der zweiten Reihe. Nachdem sich die Marke mit Sitz in Guangzhou und europäischen Satelliten in München (R&D Center) und Amsterdam (Europa Zentrale) zunächst mit Fahrzeugen wie G6 oder G9 Achtungserfolge erzielte und die Konkurrenz mit spektakulären Ladezeiten zu fairen Preisen schockte, geht es jetzt in die Breite und expandiert nach oben und unten. In China ist XPeng einer der Partner von Volkswagen.

XPeng-Stromer mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Die neuesten Modelle Xpeng P7+, L03 und der Luxusvan X9 machten nicht allein durch ihr exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis auf die Marke aufmerksam. Firmen-CEO He Xiaopeng hat für seinen noch jungen Tech-Konzern viel größere Pläne, die weit über neue Autos, autonomes Fahren und Elektro-Architekturen hinausgehen. Im Kern steht die künstliche Intelligenz und es darf gerne auch in die Lüfte gehen.

FOCUS online: Der chinesische Automarkt ist seit einiger Zeit stark unter Druck. Wird es dort zeitnah die von vielen erwartete Konsolidierung geben oder wird die noch auf sich warten lassen? Ist die angespannte Situation auf dem Heimatmarkt der Grund, weshalb die chinesischen Hersteller mehr denn je nach Europa drängen?

He Xiaopeng: Ich kann in diesem Fall nur für Xpeng und nicht für die chinesische Autoindustrie sprechen. Der Markt in China ist aktuell herausfordernder denn je und das wird aus meiner Sicht noch fünf bis zehn Jahre so weitergehen. Der Export nach Europa ist wichtig für uns, damit wir uns breiter aufstellen können. Dabei ist Europa ebenso wichtig wie andere Märkte.

Bis 2030 eine Million Autos, wahrscheinlich Produktion in Europa

Wird es beizeiten eigene Produktionsanlagen von Xpeng in Europa geben oder setzen Sie weiterhin auf einen Import der Fahrzeuge, die aktuell zumeist in den Werken Zhaoqing und Guangzhou (Provinz Guangdong) gefertigt werden? So könnten Sie Strafzölle umgehen.

He Xiaopeng: Unser Plan ist es, bis zum Jahre 2030 mehr als eine Million Fahrzeuge außerhalb von China abzusetzen. Für Gespräche, die die Übernahme von Produktionsanlagen in Europa betreffen oder entsprechende Kooperationen, sind wir in jedem Fall offen und führen diese auch bereits. Jüngst haben wie eine Fertigung in Indonesien eröffnet und werden bald in Malaysia damit starten, dort Xpeng-Fahrzeuge zu produzieren.

„Neue Revolution ist Symbiose von Roboter und Auto“

Sie haben mit den Modellen Xpeng X9 und P7+ nicht nur neue Autos vorgestellt, sondern die künstliche Intelligenz bei Ihrem neuesten Fahrzeug L03 als Next-Gen AI SUV Coupé in den Vordergrund gestellt. Ist die KI ein derart zentrales Element in ihren Modellen?

He Xiaopeng: Wir sehen Xpeng nicht als Autohersteller, sondern einen echten Tech-Konzern, der eben auch Fahrzeuge produziert und Software entwickelt. Wir leben in wirtschaftlich wie technisch sehr spannenden Zeiten. Von 2015 bis 2020 gab es den Antriebswechsel vom Verbrenner auf die Elektroantriebe, der nach wie vor andauert. Die neue Revolution ist die künstliche Intelligenz und die Symbiose von Roboter und Auto. Das ist der neue große Trend, der uns in den kommenden Jahren begleiten wird. Es gibt keinen Grund, vor der KI Angst zu haben, denn die Technologie soll den Menschen unterstützen und nicht ersetzen. Wir bei Xpeng entwickeln und arbeiten an den besten Werkzeugen, dies erfolgreich umzusetzen. Uns ist dabei allein der langfristige Erfolg wichtig.

Nachdem der Markteintritt nach Europa nunmehr geschafft ist – was sind die großen Herausforderungen und Aufgaben für Ihre Marke in den kommenden Jahren?

He Xiaopeng: Der Eintritt hier in die einzelnen Märkte war und ist alles andere als einfach. Wir haben in Deutschland aktuell rund 70 Händler und wollen dies bis Ende des Jahres auf 110 ausweiten, um eine entsprechende Flächendeckung zu erreichen. Viele unserer Partner sind auch Händler von deutschen Premiummarken, mit denen wir usn messen wollen. Doch wir sind nicht allein hier, um Geld zu verdienen, denn wir wollen die Welt mit unseren Produkten ein kleines Stück besser machen – auch in Europa. Das wird zum Beispiel durch das autonome Fahren gelingen, denn davon kann jeder profitieren.

Flugtaxis wären wohl „zu laut“

Wenn Sie Xpeng als Tech-Konzern sehen und seit geraumer Zeit zum Beispiel auch an Flugtaxis arbeiten – sind hier weitere Schritte geplant und werden wir uns bald nicht nur mit Autos, sondern Fluggeräten im urbanen Umfeld fortbewegen?

He Xiaopeng: Davon gehe ich nicht aus, denn der Lärm dieser Flugtaxis würde viele Leute stören und so sehe ich das in den kommenden Jahrzehnten eher für Lieferdienste und Personenbeförderungen in ländliche Gebiete oder schwer zu erreichende Regionen, die so deutlich einfacher zu erreichen sind.

Sie waren 2014 Mitbegründer von Xpeng. Mittlerweile expandieren Sie weltweit. Für was soll Xpeng aus Ihrer Sicht stehen?

He Xiaopeng: Das ist nicht einfach zu beantworten. Ich hatte vor Xpeng eine eigene Firma, die schließlich von Alibaba übernommen wurde. Das ist so, als ob man seine Tochter in die Hände eines unbekannten abgibt. In Asien steht Xpeng in erster Linie für autonomes Fahren. In Europa wird das etwas anders sein, auch wenn wir hier beizeiten das autonome Fahren der Stufe vier und fünf bekommen werden. Xpeng steht hier für mich in erster Linie für smarte High-End-Technologie, die wir mit unserem Unternehmen bieten.

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