In Russland wächst der Ärger über sogenannte „schwarze Witwen“. Frauen sollen Soldaten kurz vor dem Fronteinsatz geheiratet haben, um hohe Entschädigungen zu kassieren.
In Russland wächst der Ärger über sogenannte „schwarze Witwen“. Frauen sollen Soldaten kurz vor dem Fronteinsatz geheiratet haben, um hohe Entschädigungen zu kassieren.
In Russland wächst die Empörung über Frauen, die Soldaten kurz vor ihrem Fronteinsatz geheiratet haben sollen, um nach deren Tod staatliche Entschädigungen zu erhalten. In Russland nennt man diese Frauen „schwarze Witwen“. Der US-Sender „CNN“ berichtet über mehrere solcher Fälle.
Hintergrund der Debatte sind hohe Einmalzahlungen an Hinterbliebene. Wenn ein russischer Soldat im Krieg gegen die Ukraine getötet wird, erhält die nächste rechtliche Bezugsperson vom Militär mindestens 5 Millionen Rubel. Das sind umgerechnet rund 53.000 Euro.
„CNN“ beschreibt auch den Fall von Maria aus St. Petersburg. Die 37-Jährige erfuhr demnach erst nach dem Tod ihres 59-jährigen Vaters Juri, dass er sich überhaupt bei der Armee gemeldet hatte. Doch dann kam die nächste Überraschung: Er soll nur zwei Tage vor seinem Fronteinsatz geheiratet haben. Seine Frau sei 22 Jahre jünger gewesen und damit zur nächsten rechtlichen Angehörigen geworden.
„Ich bin noch immer im Schock und kann nicht begreifen, was passiert ist“, sagte Maria. Über die Frau sagte sie: „Ich habe nie mit dieser Frau gesprochen. Ich vermutete sofort, dass es ein Betrug ist“. Der Sender erklärte, die Witwe um eine Stellungnahme gebeten zu haben.
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Der Fall von Maria steht dabei nicht alleine. Im vergangenen Jahr hat ein Militärkrankenhaus eine Krankenschwester entlassen, nachdem ihr vorgeworfen worden war, fünf Soldaten geheiratet zu haben, bevor diese an ihren Verletzungen starben. In einem anderen Fall aus Rjasan habe ein Soldat eine Frau nach einem Online-Kontakt und nur zehn Tagen geheiratet. Nach seinem Tod stritten Mutter und Ehefrau öffentlich über die Entschädigung. Laut „CNN“ entzog ein Gericht der Frau später den Status als nächste Angehörige.
Nach dem Beginn des russischen Großangriffs im Februar 2022 hat der Staat schnelle Eheschließungen für Rekruten erleichtert. Das passte demnach zur politischen Linie von Präsident Wladimir Putin, traditionelle Familienwerte zu betonen. Nun sorgt genau diese Praxis bei vielen Russen für Bitterkeit. Der Abgeordnete Leonid Sluzki forderte laut „CNN“ Schutz für die Familien von Kriegsteilnehmern vor „dreisten Kriminellen“ und nannte das Problem „ernst“.
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