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Digitaler Wandel – Chance für weltweiten Klimaschutz und das Leben in der Kleinstadt

Дата публикации: 20-04-2026 10:16:30

UPDATE: Rückblick auf zwei Veranstaltungen: „Dialog Kontrovers – ZwischenWelten“.Hinweis: Die Veranstaltung am 28. April muss leider ausfallen.

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Digitaler Wandel – Chance für weltweiten Klimaschutz und das Leben in der Kleinstadt

20.04.2026 HSMW-Top-News, HSMW-News

UPDATE: Rückblick auf zwei Veranstaltungen: „Dialog Kontrovers – ZwischenWelten“.
Hinweis: Die Veranstaltung am 28. April muss leider ausfallen.

Viele Personen auf Stühlen. Eine junge weibliche Person spricht in ein Mikrofon, das ihr gereicht wird. Dialog Kontrovers – auch mit dem Publikum.

Wie verändern digitale Technologien unseren Umgang mit Klimakrise und Innenstadtleben – und wo liegen die Grenzen? Diesen Fragen widmeten sich der zweite und dritte Abend der Reihe „Dialog Kontrovers – ZwischenWelten“ an der Hochschule Mittweida (HSMW). Ein Rückblick.

Hybride Lösungen für den Klimawandel?

Beim zweiten Themenabend am 31. März diskutierten drei Experten, wie digitale Technologien zu mehr Nachhaltigkeit beitragen können und welche ökologischen und gesellschaftlichen Kosten damit verbunden sind. Moderatorin Professorin Inga‑Maria Eichentopf von der HSMW betonte die Ambivalenz: KI, Sensorik und datenbasierte Systeme gelten als Schlüssel im Kampf gegen die Klimakrise, zugleich steigen Energieverbrauch, Ressourcenbedarf und Emissionen der digitalen Infrastruktur.

Die Beiträge der Podiumsgäste zeichneten gemeinsam ein Bild dieses Spannungsfelds. Professor Jan‑Peter Mund von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde zeigte am Beispiel digital vermessener Wälder, wie Drohnen und KI komplexe Ökosysteme sichtbar machen und bessere Entscheidungen in Forst‑ und Stadtplanung ermöglichen – vorausgesetzt, die Daten werden verständlich aufbereitet und aktiv genutzt.

Weibliche Person sitzend mit Moderationskarten. Im Hintergrund ein blaues Rollup unter anderem mit dem Text "Wir verbinden Hochschule und ... ".

Professorin Inga-Maria Eichentopf

Im Vordergrund ein Monitor, der die Informationen eines digitalen Tonmischpults zeigt. Im Hintergrund ist unscharf der Saal mit Zuschauenden und dem Podium zu erkennen.

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Professor Simon Gläser‑Chahoud von der TU Bergakademie Freiberg betonte Potenziale für Kreislaufwirtschaft und Recycling, machte aber klar: Recycelt werden kann nur, was bereits im Abfall ist – neue Rohstoffe bleiben vorerst nötig, etwa für Batterien. Als zentrales Instrument wurde der digitale Produktpass hervorgehoben, der künftig Informationen zu Zusammensetzung und Lebensdauer von Produkten bereitstellen soll.

Professor Grischa Beier vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit in Potsdam ordnete die Beispiele in die „Twin Transition“ von Digitalisierung und Nachhaltigkeit ein. Idealerweise werden digitale Innovationen so gestaltet, dass Nachhaltigkeitsziele von Anfang an mitgedacht werden; empirische Studien zeigten jedoch, dass reale Energieeinsparungen oft geringer ausfallen als versprochen und durch Rebound‑Effekte teilweise wieder aufgezehrt werden.

Podiumsteilnehmer sitzend und freundlich gestikulierend. Im Vordergrund sich unscharf Köpfe von Zuschauenden zu sehen.

Podiumsteilnehmer sitzend und ernst gestikulierend. Im Vordergrund sich unscharf Köpfe von Zuschauenden zu sehen.

Podiumsteilnehmer sitzend und freundlich gestikulierend. Im Vordergrund sich unscharf Köpfe von Zuschauenden zu sehen.

Professor Simon Gläser‑Chahoud

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Einigkeit bestand darin, dass digitale Technologien wichtige Werkzeuge sind, die ohne gesellschaftliche Veränderungen, klare Regulierung und internationale Kooperation die Klimakrise nicht lösen werden – eine „schöne neue Welt“ entsteht nur im bewussten Zusammenspiel von Mensch, Natur und Technik.

Digitaler Konsum und urbanes Leben

Der dritte Themenabend am 14. April holte die ZwischenWelten in den Alltag von Mittweida. Moderatorin Professorin Anika Möcker, HSMW, diskutierte mit Apothekerin und Stadträtin Uta Siling, Digital‑Business‑Professor Prof. Dr. Alexander Knauer, HSMW, und Stadtplaner Rico Ulbricht, wie Online‑Bequemlichkeit und lebendige Innenstadt zusammengehen können.

Ein Live‑Votum zum „Staubsaugerkauf – lokal oder online?“ machte die Spannungen anschaulich. Siling warb für persönliche Beratung, Erlebnisse im Laden und Aktionen wie Nachtshopping oder Kundenabende, verwies aber auch auf demografischen Wandel, Nachfolgeprobleme und lange Arbeitszeiten im Einzelhandel. Knauer analysierte, warum digitale Geschäftsmodelle so erfolgreich sind: Sie sind jederzeit verfügbar, skalierbar und stark datengetrieben – ersetzen aber Empathie und direkte Rückmeldung im Laden nicht.

Weibliche Person sitzend zum Publikum sprechend. Köpfe von Zuschauenden unscharf von hinten zu sehen. Im Hintergrund ein blaues Rollup unter anderem mit dem Text "Wir verbinden Hochschule und ... ".

Im Vordergrund unscharf das Podium. Im Hintergrund scharf eine Stellwand mit dem Text: "Umfrage zur heutigen Veranstaltung: Wo würden Sie Ihren nächsten Staubsauger kaufen?" und aufgeklebten Punkten in zwei Feldern. Gegenüber dem Feld "lokal im Geschäft" hat das Feld "online" mehr Punkte.

Kleben Sie mit – eigenes Kaufverhalten abgefragt.

Blick von hinten über die Köpfe des Publikums hinweg auf das Podium. Auf der Leinwand dahinter ist zu lesen "REDEN SIE MIT!", darunter drei Fragen und daneben ein QR-Code.

Reden Sie mit – Beiträge an der digitalen Pinnwand.

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Ulbricht spannte den Bogen zur Stadtentwicklung: Mittweida sei historisch gewachsen, zugleich prägten große Märkte am Stadtrand das Einkaufsverhalten. Am Beispiel der Rochlitzer Straße erläuterte er, wie in Beteiligungsprozessen ein Kompromiss zwischen Erreichbarkeit, weniger Autoverkehr und mehr Aufenthaltsqualität gefunden wurde – mit mehr Platz für Gastronomie statt reiner Parkfläche.

Besonders sichtbar wurde das Zusammenspiel von analog und digital in den vielen Momenten, in denen das Publikum selbst aktiv wurde. Per QR‑Code klinkten sich die Gäste mit ihren Smartphones in eine digitale Pinnwand ein, auf der in kurzer Zeit zahlreiche Kommentare, Fragen und Vorschläge erschienen – vom Wunsch nach einer gemeinsamen Stadt‑App über Ideen für temporäre Nutzungen leerer Läden bis hin zu ganz konkreten Anregungen für mehr Kooperation zwischen Hochschule, Handel und Stadtverwaltung.

Männliche Person im Podium öffnet ihre Jacke und zeigt ein Shirt mit der Aufschrift "Urbanitaeter".

Weibliche Person im Podium

Männliche Person im Podium, gestikulierend, nenne ihr das Plakat von der Veranstaltung mit dem Text "Dialog Kontrovers 2026. Zwichenwelten".

Professor Alexander Knauer

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Gmeinsames Fazit beider Abende: Hybride Lösungen entstehen dort, wo Menschen Technologien nutzen, um ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und Lebensqualität zusammenzubringen – und dabei nicht nur übereinander, sondern miteinander ins Gespräch kommen.

Mehr ZwischenWelten am 12. Mai

Das komplette Programm der Dialog-Kontrovers-Reihe 2026 finden Interessierte auf der Veranstaltungswebsite der Hochschule Mittweida. Der nächste Themenabend steht am Dienstag, dem 12.Mai, 17:30 Uhr, unter der Überschrift „Heilen in der Hybridität. Der Mensch im KI-gestützten Gesundheitswesen“.

Der für den 28. April geplante Dialog Kontrovers muss leider krankheitsbedingt ausfallen.

Eine Person hält den Veranstaltungsflyer in der Hand

Text: Inga-Maria Eichentopf, Robin Biebl
Fotos: Helmut Hammer 


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