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Hellweg-Insolvenz: Berliner Baumärkte vor der Aufteilung

Дата публикации: 20-08-2026 13:29:32

Hellweg wird aufgeteilt: In rund zwei Wochen soll feststehen, welcher Investor welchen Markt übernimmt. Was das für Berlin und das Umland bedeutet.

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Die insolvente Baumarktkette Hellweg wird zerlegt. Einzelne Häuser und ganze Standort-Pakete sollen an verschiedene Käufer gehen. Einen Investor für das gesamte Unternehmen gibt es nach Angaben der Sanierungsgeschäftsführung noch nicht. Betroffen sind auch die Berliner Märkte, darunter die Filialen an der Yorckstraße in Schöneberg und in Alt-Biesdorf.

114 deutsche Standorte sind betroffen

Für große Teile des Netzes lägen konkrete Übernahmeangebote vor, teilen die Sanierer mit. Auch für einige der 46 BayWa-Bau- und Gartenmärkte, die zum selben Konzernverbund gehören, gebe es Interessenten. Insgesamt stehen 114 deutsche Standorte im Verfahren.

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Der Fahrplan: zwei Wochen bis zur Standort-Liste

Zustimmen müssen zunächst die Gläubigerausschüsse. Wer welchen Markt bekommt, soll nach dem Zeitplan der Sanierer rund zwei Wochen später veröffentlicht werden. Wo bisher kein Angebot auf dem Tisch liegt, wird die Suche nach einem Käufer bis Ende August fortgeführt.

Zu den betroffenen Märkten gehören auch die Berliner Filialen, wie hier in Biesdorf.

Zu den betroffenen Märkten gehören auch die Berliner Filialen, wie hier in Biesdorf.imago/Berlinfoto

Ein großer Teil der Filialen könnte damit weiterlaufen. Welcher Name allerdings künftig über dem Eingang steht, hängt vom jeweiligen Käufer ab. Ein Dach über allen Märkten ist nach Darstellung der Geschäftsführung nicht in Sicht.

340 Beschäftigte: Zentralen in Dortmund und Garching vor dem Aus

Fest steht dagegen das Ende der Verwaltung. Die beiden Konzernzentralen in Dortmund und im bayerischen Garching sollen geschlossen werden. Nach der Übergabe der Märkte brauche es keine gemeinsame Verwaltung mehr.

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Rund 340 Beschäftigte sind davon betroffen. Ihre Gehälter und die der Kollegen an noch unverkauften Standorten sind nach Unternehmensangaben bis November 2026 gedeckt. Für alle anderen entscheidet der neue Betreiber. Die Lage sei für die Beschäftigten „mit großer Unsicherheit verbunden“, erklärte Sanierungsgeschäftsführer Karl-Friedrich Curtze.

Acht Märkte in Berlin und im Umland – Zuordnung offen

Neben dem Rhein-Ruhr-Gebiet ist Berlin ein Schwerpunkt der Kette. Nach Unternehmensangaben betreibt Hellweg acht Märkte in der Hauptstadtregion, unter anderem an der Yorckstraße, in Alt-Biesdorf, an der Salvador-Allende-Straße und in der Ellen-Epstein-Straße, dazu drei Häuser im Umland in Falkensee, Ahrensfelde und Hoppegarten.

Als das Verfahren im Juni begann, hieß es, alle Märkte und der Onlineshop blieben zunächst offen. Die Beschäftigten erhielten für drei Monate Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit.

Vom Corona-Boom in die Zerschlagung

Im Juni hatten Hellweg und die BayWa-Märkte beim Amtsgericht Essen Anträge auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Damals liefen noch sämtliche 68 Hellweg-Märkte, das Unternehmen zählte rund 2900 Beschäftigte. Zusammen mit dem süddeutschen BayWa-Geschäft hängen rund 4200 Arbeitsplätze am Verfahren.

Schon 2025 hatte die Kette umgebaut und Filialen dichtgemacht. Der Umsatz sank laut Medienberichten von rund 850 Millionen Euro im Jahr 2022 auf etwa 787 Millionen Euro im Jahr 2024. Als Gründe nannte das Unternehmen Kaufzurückhaltung, gestiegene Mieten, Inflationskosten und geopolitische Unsicherheiten.

Hellweg betrieb zuletzt 68 Häuser. Einige wurden vorher schon dichtgemacht, wie hier in Essen.

Hellweg betrieb zuletzt 68 Häuser. Einige wurden vorher schon dichtgemacht, wie hier in Essen.imago/Funke Foto Services

Dazu kommt der Umschwung der Branche: In der Corona-Pandemie verdienten Baumärkte glänzend an Heimwerker- und Gartensortimenten. Dieser Schub ist vorbei. Als mögliche Gewinner des Hellweg-Aus könnten die großen Konkurrenten Obi, Bauhaus und Hornbach hervorgehen.

Gegründet wurde Hellweg 1971 in Dortmund. Zuletzt führte die Kette 68 Häuser. Wie viele davon in ein paar Wochen noch Hellweg heißen, ist offen.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com

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