Die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben die einstige Zurückhaltung in puncto Handel mit Kryptowährungen über Bord geworfen. Künftig sollen Millionen von Privatkund:innen eigens entwickelte Plattformen nutzen können. Im Jahr 2021 hatten die Sparkassen über einen Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen nachgedacht. Die Pläne waren allerdings wegen unkalkulierbarer Risiken wieder ad acta gelegt worden. Jetzt […]
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Die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben die einstige Zurückhaltung in puncto Handel mit Kryptowährungen über Bord geworfen. Künftig sollen Millionen von Privatkund:innen eigens entwickelte Plattformen nutzen können.
Auch Sparkassen-Kund:innen sollen bald direkt mit Bitcoin handeln können. (Bild: HAKINMHAN/Shutterstock)
Im Jahr 2021 hatten die Sparkassen über einen Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen nachgedacht. Die Pläne waren allerdings wegen unkalkulierbarer Risiken wieder ad acta gelegt worden. Jetzt öffnen sich die traditionell als eher konservativ geltenden Sparkassen und Genossenschaftsbanken aber dem Krypto-Handel.
Auslöser ist die seit Ende 2024 geltende Mica-Verordnung (Markets in Crypto-Assets), die Rechtsklarheit und einheitliche Standards beim Krypto-Handel in der EU gebracht hat. Durch diese Regulierung seien die Risiken minimiert worden, wie es bei Beincrypto heißt.
Ende Dezember 2025 hatte die Plattform Meinkrypto der DZ Bank eine Lizenz der Finanzaufsicht Bafin bekommen. Diese Plattform ist schon in der VR-Banking-App der Volksbanken Raiffeisenbanken integriert. Im Mai 2026 hatte mit der VR-Bank Würzburg das erste genossenschaftliche Primärinstitut den Handel über Meinkrypto gestartet.
Laut Bloomberg soll neben der DZ-Bank-Lösung für die Genossenschaftsbanken eine ähnliche Plattform der Dekabank für die deutschen Sparkassen in Arbeit sein. Der Startschuss soll schrittweise und noch im Laufe des Jahres 2026 erfolgen.
Jedes der insgesamt knapp 1.000 Institute mit bis zu 80 Millionen Kund:innen soll dabei selbst entscheiden können, ob es den Krypto-Handel als Service anbietet. Zumindest bei den Genossenschaftsbanken soll das Interesse laut DZ Bank groß sein. Hunderte der Institute würden ihren privaten Kund:innen im Laufe der Zeit den Handel mit Kryptowährungen ermöglichen wollen, wie investing.com berichtet.
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Bisher hat nur rund ein Viertel der Deutschen in Kryptowährungen investiert. Der Vorstoß der Hausbanken könnte dies ändern. Denn einer in dem Bericht zitierten Umfrage von Boerse Stuttgart Digital zufolge vertrauen die Deutschen ihrer Hausbank doppelt so sehr wie dezidierten Krypto-Plattformen.
Kritische stimmen sehen genau dieses Vertrauen als problematisch an. Gegenüber Bloomberg erklärte Co-Pierre Georg, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management, dass traditionelle Bankkund:innen die Risiken nicht richtig erfassen könnten. „Es ist besorgniserregend, dass jetzt durch Sparkassen und Genossenschaftsbanken die Tore zum Kryptowährungsmarkt geöffnet werden”, so Co-Pierre Georg.
Podcast-Tipps: Finanz- und Geldanlage
Der Sparkassenverband DSGV bezeichnet den Handel mit Kryptowährungen als hochspekulative Investition, bei der ein Totalverlust möglich sei, wie Beincrypto schreibt. Entsprechend richte sich das Angebot vor allem an selbstbestimmte Investor:innen.
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