Außergewöhnliches Konzept: Der Lymow One Plus kommt mit Doppel-Mähwerk, Raupenantrieb und RTK-Navigation. Im COMPUTER BILD-Test zeigt er, wo seine Stärken liegen – und wo er sich Kritik gefallen lassen muss.

Mit Raupenantrieb und Doppel-Mähwerk ist der Lymow One Plus für große und anspruchsvolle Grundstücke gerüstet.
Foto: Alena Zielinski / COMPUTER BILD
Außergewöhnliches Konzept: Der Lymow One Plus kommt mit Doppel-Mähwerk, Raupenantrieb und RTK-Navigation. Im COMPUTER BILD-Test zeigt er, wo seine Stärken liegen – und wo er sich Kritik gefallen lassen muss.
Testnote
1,4
sehr gut
Der Lymow One Plus richtet sich an Besitzer großer und anspruchsvoller Grundstücke. Sein kräftiger Raupenantrieb, das ungewöhnliche Doppel-Mähwerk und die hohe Flächenleistung machen ihn zu einem Spezialisten für schwieriges Gelände. Voraussetzung für die zuverlässige Navigation ist allerdings ein guter RTK-Empfang. Weitere Kritikpunkte sind die vergleichsweise hohe Lautstärke und kleinere Schwächen beim Kantenschnitt. Wer damit leben kann, erhält einen außergewöhnlichen Mähroboter für große und anspruchsvolle Grundstücke.
Pro
Kontra
Inhaltsverzeichnis
Der
MähroboterLymow One Plus fällt schon auf den ersten Blick aus der Reihe: Raupen statt Räder, breites Doppel-Mähwerk. Das soll ihm vor allem auf großen und anspruchsvollen Grundstücken Vorteile verschaffen. Für die Orientierung setzt er auf RTK-Navigation. Im COMPUTER BILD-Test zeigte der ungewöhnliche Kraftprotz viel Potenzial, offenbarte aber auch Schwächen, insbesondere an Rasenkanten und in Ecken.
• Drahtloser Mähroboter für Flächen bis 3.000 Quadratmeter
• Kräftiger Raupenantrieb für steile Hänge und schwieriges Gelände
• Echtes Doppel-Mähwerk mit zwei rotierenden Metallklingen
• 10-A-Schnellladegerät lädt den Akku in rund 90 Minuten
• Deutlich lauter als die meisten Premium-Mähroboter
Die Inbetriebnahme erfolgt über Smartphone und App. Nach dem Aufstellen von Ladestation und RTK-Antenne kartieren Nutzerin oder Nutzer den Garten und legen im Anschluss Mähbereiche, Sperrzonen und Zeitpläne fest. Entscheidend für eine zuverlässige Navigation ist dabei der Standort der RTK-Antenne.
Auf der ersten Testfläche mit hohem Zaun und verschattenden Bäumen kam es zu Problemen bei der Positionsbestimmung. Nach dem Umsetzen von Roboter und Antenne auf eine freie Fläche im Testgarten mit besserem Satellitenempfang arbeitete der Lymow zuverlässig. Für optimale Ergebnisse benötigt das System daher möglichst freie Sicht zum Himmel.

Der kräftige Raupenantrieb macht den Lymow besonders geländegängig, das 10-A-Schnellladegerät füllt den Akku in rund 90 Minuten.
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Praktisch: Lymow bietet den One Plus in zwei Varianten an. Die getestete Version mit 10-A-Ladegerät lädt den Akku in rund 90 Minuten vollständig auf und soll laut Hersteller bis zu 7.000 Quadratmeter pro Tag schaffen. Alternativ gibt es eine rund 200 Euro günstigere Version mit 5-A-Ladegerät. Hier dauert das Laden etwa 150 Minuten, die Tagesleistung sinkt laut Lymow auf rund 4.500 Quadratmeter.

Das kleine Display samt Tasten erlaubt die Bedienung direkt am Gerät – inklusive Eingabe des PIN-Codes.
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Im Betrieb fuhr der Lymow präzise Bahn für Bahn und orientierte sich zuverlässig auf der zuvor angelegten Karte. Voraussetzung war allerdings ein stabiler RTK-Empfang. Stimmten die Empfangsbedingungen, arbeitete die Navigation präzise und meisterte auch große Grundstücke souverän.

Kameras und Sensoren helfen dem Lymow bei Navigation und Hinderniserkennung, LED-Leuchten unterstützen bei schlechten Lichtverhältnissen.
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Eine Besonderheit ist der kräftige Raupenantrieb. Er sorgt selbst an steilen Hängen und auf unebenem Gelände für hervorragende Traktion. Gleichzeitig verlangt das Konzept etwas Fingerspitzengefühl: Beim Wenden können der hohe Grip und das Gewicht von mehr als 31 Kilogramm auf empfindlichem Rasen sichtbare Spuren hinterlassen.

Ungewöhnlich: Zwei große rotierende Metallklingen bilden das breite, vor dem Roboter sitzende Doppel-Mähwerk.
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Auf freien Rasenflächen zählt der Lymow One Plus zu den stärksten Mährobotern im Testfeld. Der Grund ist das ungewöhnliche Doppel-Mähwerk mit zwei jeweils rund 20 Zentimeter langen, rotierenden Metallklingen. Anders als bei klassischen Mährobotern sitzt die Mäheinheit nicht unter dem Gerät, sondern vor dem Roboter auf einem elektrisch höhenverstellbaren Ausleger. Dadurch arbeitet der Lymow besonders schnell und hinterlässt auf offenen Flächen ein sauberes, gleichmäßiges Schnittbild.

Auch höheres Gras bewältigt der Lymow souverän und hinterlässt auf freien Flächen ein sehr sauberes Schnittbild.
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Der ausladende Aufbau hat allerdings auch Nachteile. Weil das Mähwerk vor dem Roboter arbeitet und entsprechend Platz benötigt, fällt der Wendekreis größer aus als bei klassischen Mährobotern. An Rasenkanten, in Ecken und rund um die Ladestation bleibt deshalb sichtbar Gras stehen. Hier erzielen viele Konkurrenten bessere Ergebnisse.

An Hindernissen und Rasenkanten erreicht das ausladende Mähwerk nicht alle Stellen – hier bleibt Gras stehen.
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Die App bietet alle wichtigen Funktionen für Kartierung, Mähbereiche, Sperrzonen und Zeitpläne. Mobilfunk ist bereits integriert und ermöglicht unter anderem die Ortung des Mähroboters auch außerhalb des heimischen WLANs. Wie lange der Dienst ohne Zusatzkosten genutzt werden kann, gibt der Hersteller allerdings nicht an. Praktisch ist der wechselbare Akku. Er lässt sich einfach entnehmen und bei Bedarf austauschen.

Die App dient als Steuerzentrale für Mäheinstellungen, Kartenverwaltung und Diebstahlsicherung.
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Im mehrwöchigen Praxistest arbeitete der Lymow insgesamt zuverlässig. Die meisten Störungen traten zu Beginn des Tests auf, als die RTK-Antenne an einem ungünstigen Standort mit eingeschränktem Satellitenempfang aufgebaut war. Nach dem Umsetzen auf eine freiere Fläche absolvierte der Mähroboter seine Einsätze weitgehend störungsfrei.
Sicherheit und LautstärkeDie Hinderniserkennung arbeitet insgesamt auf gutem Niveau. Die meisten Hindernisse erkannte der Lymow zuverlässig und wich ihnen aus. Schwierigkeiten hatte er lediglich mit sehr flachen Objekten wie einer Schaufel. Auch bei der Igel-Attrappe kam es vereinzelt zu Berührungen.

Die Hinderniserkennung arbeitet meist zuverlässig, die Igel-Attrappe wurde im Test allerdings vereinzelt berührt.
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Der größte Kritikpunkt ist die Lautstärke. Mit rund 75 Dezibel röhrt der Lymow deutlich lauter als die meisten aktuellen Premium-Mähroboter. Der Lärm liegt in der Größenordnung eines klassischen Elektro-Rasenmähers zum Schieben und ist im Garten deutlich zu hören. Während viele Konkurrenten auch in dicht bebauten Wohngebieten kaum auffallen, kann der Lymow in ruhigen Wohngebieten oder bei empfindlichen Nachbarn durchaus stören.
Zwar lässt sich die Lautstärke in der App zwischen "Stumm", "Niedrig", "Mittel" und "Hoch" einstellen, im Test waren die Unterschiede aber kaum wahrnehmbar. Deutlich mehr Einfluss hatte die Drehzahl der Klingen: Wer statt "Turbo" den Modus "Standard" oder "Eco" wählt, kann die Geräuschentwicklung spürbar reduzieren.

Zwei Tragegriffe erleichtern das Anheben – bei mehr als 30 Kilogramm Gewicht bleibt es trotzdem Schwerstarbeit.
Foto: Alena Zielinski / COMPUTER BILD
Der Lymow One Plus richtet sich an Besitzer großer und anspruchsvoller Grundstücke. Sein kräftiger Raupenantrieb, das ungewöhnliche Doppel-Mähwerk und die hohe Flächenleistung machen ihn zu einem Spezialisten für schwieriges Gelände.
Lymow
2.999,00 EUR
Voraussetzung für die zuverlässige Navigation ist allerdings ein guter RTK-Empfang. Weitere Kritikpunkte sind die vergleichsweise hohe Lautstärke und kleinere Schwächen beim Kantenschnitt. Wer damit leben kann, erhält einen außergewöhnlichen Mähroboter mit besonderen Stärken auf großen Flächen und in schwierigem Gelände.
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