Beim AfD-Wahlkampffinale in Schwerin attackieren Holm und Stargast Siegmund die SPD scharf. Trotz Jubelrufe zeigt sich vor der Wahl ein knappes Rennen: Die SPD schiebt sich in Umfragen knapp vorbei.
Beim Wahlkampfabschluss der AfD in Schwerin hat sich Spitzenkandidat Leif-Erik Holm in seiner Rede vor allem auf die Bilanz der bisherigen Landesregierung konzentriert. Immer wieder fiel der Hinweis auf „28 Jahre SPD“ und ein „heruntergewirtschaftetes Land“. Der AfD-Ministerpräsidentenkandidat sprach außerdem über eine Vergewaltigung in der Region und bezeichnet sie als einen „weiteren Einzelfall“, der veranschauliche, was im Land „alles schiefläuft“. Über Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sagte Holm schließlich: „Diese Frau Schwesig muss endlich in den Ruhestand gehen.“
Gegen 17.20 Uhr kam Bewegung in die Menge. Ulrich Siegmund betrat den Schweriner Marktplatz. Der AfD-Politiker aus Sachsen-Anhalt war der Stargast des Wahlkampffinales. Viele Besucher versuchten, einen Blick auf ihn zu erhaschen, immer wieder stimmen Menschen „Ulli, Ulli“-Rufe an. Der Jubel fiel noch einmal deutlich lauter aus als zuvor bei Leif-Erik Holm.
Seine Rede begann Siegmund ausgerechnet mit Worten, die ursprünglich von Bundeskanzler Friedrich Merz stammen: „Links ist vorbei.“ Anschließend übertrug er den Wahlerfolg seiner Partei in Sachsen-Anhalt auf Mecklenburg-Vorpommern. „Wir haben es geschafft, wir haben die Demokratie wieder zum Leben erweckt“, rief Siegmund den Anhängern zu. Das Publikum antwortete erneut mit „Ulli, Ulli“-Rufen.
Auch in Schwerin setzte Ulrich Siegmund auf die Slogans, die seinen Wahlkampf in Sachsen-Anhalt geprägt haben: „Vision 2026“ und „Wir holen uns unser Land zurück“. Als seine Rede endete, verließen bereits zahlreiche Besucher den Marktplatz. Zum traditionellen Abschluss versammelten sich noch einmal alle Redner auf der Bühne, gemeinsam wurde die deutsche Nationalhymne gesungen. Kurz vor 18 Uhr war das Wahlkampffinale vorbei.
Ein Thema spielte an diesem Nachmittag kaum eine Rolle: die jüngste Umfrage. Nachdem die AfD in Mecklenburg-Vorpommern monatelang vor der SPD gelegen hatte, hat die Partei von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sie unmittelbar vor der Wahl erstmals überholt. Im jüngsten ZDF-Politbarometer kommt die SPD auf 37 Prozent, die AfD auf 36 Prozent. Eine Woche zuvor waren es noch 34 zu 37 Prozent zugunsten der AfD.
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