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Spardruck an Hamburgs Uni-Bibliothek: Neue Bücher gibt's nicht mehr

Дата публикации: 01-07-2026 14:11:00

Die Staats- und Universitätsbibliothek muss sparen: Neue Literatur soll kaum noch erworben werden. Für Studierende werden die Lernbedingungen schlechter. mehr...

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Spardruck an Hamburgs Uni-Bibliothek: Neue Bücher gibt's nicht mehr

Die Staats- und Universitätsbibliothek muss sparen: Neue Literatur soll kaum noch erworben werden. Für Studierende werden die Lernbedingungen schlechter.

Ein Dachdecker arbeitet mit einem Gasbrenner auf einem Flachdach Hier wird das Geld verbrannt, das für Bücher fehlt: Flickschusterei auf dem Dach der Staats- und Universitätsbibliothek Foto: Niklas Graeber/dpa
André Zuschlag

Die Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek (Stabi) sieht sich angesichts klammer Kassen zur nächsten drastischen Maßnahme gezwungen: Weil sie mit immer weiter steigenden Kosten zu kämpfen habe, wird sie nun noch reduzierter neu erscheinende Literatur erwerben. Diese „erheblichen Einschränkungen“ kündigte Stabi-Direktor Robert Zepf an. Erst Ende vergangenen Jahres war schon eine Reduzierung digital zugänglicher Literatur beschlossen worden, nun betrifft es auch gedruckte Werke.

Während Hamburgs größter und ältester Bibliothek 2023 noch 3,7 Millionen Euro für den Erwerb von Literatur durch die Wissenschaftsbehörde zugestanden wurden, hat sich die Summe mittlerweile auf rund die Hälfte reduziert. Nötig sei das geworden, weil die Bibliothek auf dem Campus der Uni Hamburg baulich in einem miserablen Zustand ist, so Zepf: Klagen über Mülleimer, die durchs marode Dach eindringenden Regen auffangen, gibt es schon seit Jahren.

Dazu steht auch der angegliederte „Bücherturm“, ein 17-stöckiges Gebäude zur Lagerung Hunderttausender Bücher, vor dem Abriss: Baumängel und veraltete Brandschutz-Ausstattung machen dies nötig. Während bereits über eine Generalsanierung oder einen kompletten Neubau der Stabi samt zwischenzeitlichem Umzug nachgedacht wird, wurden allein für Sofortmaßnahmen ab 2024 20 Millionen Euro zur Wartung und Instandhaltung bereitgestellt – die nun anderswo fehlen: „Dies hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Erfüllung unseres Kernauftrags, aktuelle Literatur für Wissenschaft und Öffentlichkeit in Hamburg zu beschaffen“, sagt Zepf.

Schon im vergangenen Jahr hat die Stabi E-Books, E-Journals und Datenbanken abbestellt, etwa aus dem wirtschaftswissenschaftlichen oder psychologischen Bereich. Nun kommen auch noch E-Books und gedruckte Bücher aus diversen Fachbereichen hinzu. Zugleich sind auch andere Bereiche der Stabi, etwa die Veranstaltungsabteilung, zum Sparen aufgerufen. Das sei bedauerlich, sagt Zepf. „Wir führen intensive Gespräche und arbeiten auf allen Ebenen daran, um für die Bibliothek Rahmenbedingungen zu erreichen, die wieder eine umfassendere Literaturbeschaffung ermöglichen.“

Stabi ruft zu Spenden auf

Bis es so weit ist, ruft die Stabi die Hamburger Bür­ge­r:in­nen zu (Bücher-)Spenden auf: „Die Stabi ist seit 1479 die wissenschaftliche Bibliothek der Stadt Hamburg – ihre Sammlungen sind über die Jahrhunderte nicht nur durch staatliche Gelder, sondern auch durch privates Engagement gewachsen“, sagt Zepf.

Besonders für die rund 40.000 Studierenden der Uni Hamburg ist das eine schlechte Nachricht, denn durch den limitierten Einkauf wissenschaftlicher Literatur verringert sich die Lernqualität auf dem Campus weiter. Schon länger gibt es auch Klagen darüber, dass es in der Stabi zu wenige Lernplätze gibt. Und Ende vergangenen Jahres hatte der allgemeine Studierendenausschuss (Asta) vom Studium an der Uni Hamburg abgeraten.

Die Unterfinanzierung sei dermaßen groß, dass mit massiven Kürzungen gerechnet wird. Zu spüren bekommen haben das die Studierenden etwa schon dadurch, dass die Öffnungszeiten in den kleineren Fakultätsbibliotheken auf dem Campus teils massiv reduziert wurden. Auch wenn Uni-Präsident Hauke Heekeren den Rat des Asta zurückweist, hat er sich zuvor selbst bei der grün geführten Wissenschaftsbehörde über die mangelnde Finanzierung beschwert.

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Während die Stabi ihr Angebot abbaut, müssen Studierende der Uni Hamburg einen höheren Semesterbeitrag zahlen.

Aktuell sieht es so aus, dass die Uni, die wegen ihrer Forschung erst im Frühjahr wieder als „Exzellenz-Universität“ ausgezeichnet wurde, in den kommenden Jahren rund zehn Prozent ihrer bisherigen Ausgaben einsparen muss. Studiengängen droht die Schließung, Lehrangebote sollen verschlankt werden. Rund 7.000 Beschäftigte und Studierende der Universität Hamburg hatten Anfang des Monats gegen die prekäre Lage ihrer Hochschule demonstriert.

Doch der in der vergangenen Woche von SPD und Grünen vorgestellte Doppelhaushalt für die Jahre 2027 und 2028 macht wenig Hoffnung auf Besserung: Zwar wächst der Etat für Forschung und Wissenschaft von 1,69 Milliarden Euro 2026 auf 1,74 Milliarden pro Jahr, doch um das zu finanzieren, soll etwa der Semesterbeitrag für Studierende um 16 Prozent steigen.

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