Formel-1-Rennstall Red Bull hat im Motoren-Zoff mit dem Motorsport-Weltverband nachgelegt. Teamchef Laurent Mekies betonte in Barcelona nachdrücklich, dass der eigene Motor den eigenen Daten zufolge auf keinen Fall stärker als der von Branchenprimus Mercedes sei.

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Formel-1-Rennstall Red Bull hat im Motoren-Zoff mit dem Motorsport-Weltverband nachgelegt. Teamchef Laurent Mekies betonte in Barcelona nachdrücklich, dass der eigene Motor den eigenen Daten zufolge auf keinen Fall stärker als der von Branchenprimus Mercedes sei.
Die Motoren-Analyse der FIA und damit verbundenen "Upgrade-Geschenke" für einige Teams sorgen in der Formel 1 weiter für Gesprächsstoff.
Der Weltverband war bei seinen Messungen zu dem Ergebnis gekommen, dass der Verbrenner von Red Bull der leistungsstärkste im gesamten Feld ist.
Die Konkurrenz bekommt dadurch die Gelegenheit, ihre Aggregate "umsonst" aufzurüsten. Red Bull hat dagegen Einspruch eingelegt und zweifelt die Resultate der FIA an.
"Wir sehen nicht ein einziges Daten-Beispiel, in dem wir uns besser oder auch dauerhaft vor der Konkurrenz sehen", legte RB-Teamchef Laurent Mekies gegenüber "motorsport.com" nach. Der Verantwortliche forderte einen weiteren Austausch mit der FIA und betonte abermals, dass man "keinen Vorteil gegenüber unseren Freunden von Mercedes" habe.
Der Fall ist vor allem deshalb so brisant, weil Red Bull am Ende als ganz großer Verlierer dastehen könnte. Bleiben die Messergebnisse bestehen, bekommen Mercedes und Co. von der FIA ein oder auch zwei Upgrades im Wert von 3,5 Millionen US-Dollar "geschenkt". Diese Kosten würden nicht dem sogenannten Cost Gap zugerechnet. Rüstet Red Bull seinen Motor auf, würden die Kosten dafür vom Budget abgezogen werden. Das wäre ein millionenschwerer Nachteil.
Was die Sache zusätzlich pikant macht: Gemessen wird bei der FIA lediglich die Leistungsfähigkeit des Verbrenners (ICE), der elektrische Output spielt dagegen keine Rolle. Mercedes und die anderen Teams könnten ihr "Umsonst-Upgrade" theoretisch nutzen, ohne die ICE-Leistung zu beeinflussen. Die nächste FIA-Messung würde dann zu dem gleichen Ergebnis kommen - und der Red-Bull-Konkurrenz die nächsten Geschenke bescheren.
Für Mekies und Red Bull ist das vor allem deshalb fatal, weil die reine Verbrenner-Leistung nicht auf allen Strecken eine gleich große Rolle spielt.
"Wir kommen nach Kanada auf eine ICE-sensitive Strecke und werden im Qualifying Sechster. Wir kommen nach Monaco auf eine weniger ICE-sensitive Strecke und landen 0,04 Sekunden hinter der Pole. Wir kommen nach Barcelona, erneut eine ICE-sensitive Strecke, und wir werden wieder Sechster", schilderte der Verantwortliche das Problem.
Immerhin einen kleinen Teilerfolg hat Red Bull mit seiner Beschwerde schon erreicht. Die FIA kündigte an, ihre Messergebnisse erneut überprüfen zu wollen. Das Ergebnis dieser Analyse steht noch aus.
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