Italienische Nacht in Marpingen zieht 3.000 Besucher an. Für die Gemeinde im Nordsaarland gab es einige Überraschungen von den italienischen Freunden.
Marpingen · Italienische Nacht in Marpingen zieht 3.000 Besucher an. Für die Gemeinde im Nordsaarland gab es einige Überraschungen von den italienischen Freunden.
Stolz präsentierten Giacomo Santalucia (l.), Präsident des DIBK, und Pasquale Lo Giudice von der Delegation aus Siculiana das eigens für die Italienische Nacht abgefüllte Olivenöl „Due Terre“.
Foto: Jennifer FellÜberall in der Region wurden in den vergangenen Tagen aufgrund der Hitzewelle Veranstaltungen abgesagt. Nicht so in Marpingen, wo 3.000 Besucherinnen und Besucher am Samstag die 2026 geschlossene Partnerschaft mit der sizilianischen Stadt Siculiana feierten. Eine Delegation aus Siculiana war nicht nur mit kulinarischen Produkten aus der Heimat präsent, sondern hatte auch eine Überraschung für die Marpinger Freunde im Gepäck.
Nur langsam füllt sich der mediterran dekorierte Marktplatz im Herzen Marpingens, zeigt doch das Thermometer auch nach 19 Uhr noch mehr als 30 Grad Celsius an. Während einige Standbetreiber noch mit den Vorbereitungen für die achte Italienische Nacht beschäftigt sind, ist man am Stand des Partnerschaftsvereins, wo man an diesem Abend neben lokalen Bieren und Softdrinks an diesem Tag auch das italienische Lager Birra Moretti anbietet, bereits startklar.
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Nebenan sind die italienischen Freunde von der sizilianischen Südküste schon im Gespräch mit den ersten Besuchern, preisen ihre regionalen Weine und den vor Ort hergestellten Limoncello und ein besonderes Olivenöl an: „Dieses Olivenöl, das den Namen ‚Due Terre‘, zwei Länder, trägt, wurde eigens für unseren Besuch hier in Marpingen abgefüllt. Damit haben wir das ‚grüne Gold‘ aus unserer Heimat zu unseren Freunden gebracht“, berichtet Pasquale Lo Giudice, der in Vertretung von Bürgermeister Giuseppe Zambito ins Saarland gereist ist. Auf ihn warten nun noch weitere Aufgaben, denn er wird, ebenso wie der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald, von Giacomo Santalucia, dem Präsidenten des Deutsch-Italienischen Kultur- und Bildungsinstituts (DIBK) auf die Bühne gerufen.
Die Gastgeber René Rohner (l.), Erster Beigeordneter der Gemeinde Marpingen, und Giacomo Santalucia, Präsident des DIBK, eröffneten die Italienische Nacht in Marpingen.
Foto: Jennifer FellDort hat soeben der Erste Beigeordnete René Rohner, der den verhinderten Marpinger Bürgermeister Volker Weber vertritt, zusammen mit besagtem Santalucia das Event eröffnet, denn die Gemeinde Marpingen und das DIBK fungieren gemeinsam als Veranstalter des überaus erfolgreichen Events. Nun soll ein Gastgeschenk aus Siculiana präsentiert werden. Wie Santalucia zuvor im Gespräch mit der SZ verraten hat, hat die Delegation aus Siculiana ein kleineres Duplikat jenes Kruzifixes, das Namensgeber der dortigen Hauptkirche Chiesa del Santissimo Crocifisso ist. Der Jesus Christus, der in Siculiana am Kreuz hängt und der alljährlich bei der Prozession durch den Ort getragen wird, ist schwarz. ‚Il cristo nero’, wie ihn die Einwohner der Stadt an der sizilianischen Südküste nennen, war vor fünf Jahren sogar Stoff für einen Dokumentarfilm.
Ein Duplikat dieser Berühmtheit wird nun also an die Bürger Marpingens übergeben: „Das Kruzifix wird in Kürze in Trier von Bischof Stephan Ackermann gesegnet und kehrt dann nach Marpingen zurück, wo ein passender Platz dafür gesucht wird. Außerdem hoffen wir natürlich, dass das Kreuz auch hier zukünftig eine Prozession anführen wird“, konstatiert Santalucia, der noch eine weitere Überraschung in petto hat. Er hat an diesem Abend nämlich auch die von ihm selbst initiierte Werner-Zimmer-Friedenskette nach Marpingen gebracht. Die nach dem deutschlandweit bekannten, mittlerweile verstorbenen Sportmoderator benannte Friedenskette wird aus Trikots geknüpft und misst mittlerweile 5,3 Kilometer. Sie steht laut Santalucia für einen symbolischen Zusammenhalt und soll ein Signal gegen Krieg und Gewalt setzen. Darüber hinaus sammelt man Gelder für bedürftige Menschen.
Auf dem Marktplatz in Marpingen unterschreiben nun sowohl Landrat Udo Recktenwald als auch der Vertreter des Bürgermeisters von Siculiana Pasquale Lo Giudice je ein Trikot und reihen sich damit in die Friedenskette ein. Damit noch nicht genug, hat Santalucia überdies veranlasst, dass die sizilianische Delegation die Kette nun mit in die Heimat nehmen wird, wo sie durch Italien ziehen und schließlich die Hauptstadt Rom erreichen soll. Nach diesem Programmpunkt ergreift Landrat Udo Recktenwald das Wort und bringt seine Freude über das freundschaftliche Verhältnis zum Ausdruck, dass durch das empathische Geschenk, den ‚Schwarzen Jesus’ verdeutlicht werde und das man durch eine Partnerschaft des Landkreises St. Wendel mit dem sizilianischen Pendant Agrigento zu intensivieren beabsichtige.
Die sizilianischen Freunde überreichten den Marpingern ein kleineres Duplikat ihres „Cristo Nero“.
Foto: Jennifer FellNach dem offiziellen Teil steht nun leichtere Kost auf dem Programm, denn das Sporthaus Glaab und das Concept Store „Das Röckelein“ bringen aktuelle Modetrends aufs Parkett. Anschließend übernimmt die Band Inflagranti das Ruder und unterhält das Publikum mit italienischen Klassikern von Eros Ramazzotti, Adriano Celentano oder Al Bano und Romina Power, die für Stimmung sorgen und zum Mitsingen einladen. Auf dem inzwischen gut gefüllten Marktplatz bedienen sich die Gäste außerdem an diversen Ständen, an denen Pizza, Pinsa, Pasta, Arancini, Eis und Cannoli, aber auch Weine, Cocktails, Spritz- und Erfrischungsgetränke angeboten werden.
Es ist wohl dem heißen Wetter geschuldet, dass an diesem Abend Alkoholfreies hoch im Kurs steht. So kredenzt Felix Rozek vom Team Hugo neben Weinen und Spritz-Getränken vor allem Wasser und alkoholfreie Cocktails. Und auch der Marpinger André Wegmann, der mit seinem Unternehmen Andrés Flaschenpost erstmals bei der Italienischen Nacht vertreten ist, schenkt nicht nur die in den unterschiedlichsten Varianten vorhandenen deutschen Weine ein, sondern auch den alkoholfreien Sommer Chiller, eine erfrischende Mischung aus Traubensaft und einem Teeaufguss. Indes favorisieren die Kunden der Kaffeemanufaktur Waschillys Barracuda neben der hausgemachten Limonade Kirsche-Minze ganz klar den selbstgebrühten Eiskaffee, der im Minuten-Takt über die Theke geht.