Ein Webentwickler tauschte sein Haus gegen ein Wohnmobil. Nun reist er durch Südeuropa, arbeitet mobil und spart nebenbei noch Geld.
Ein Webentwickler tauschte sein Haus gegen ein Wohnmobil. Nun reist er durch Südeuropa, arbeitet mobil und spart nebenbei noch Geld.
Seit dem Frühjahr 2022 lebt der französische Programmierer Ronan ausschließlich in seinem Wohnmobil und zieht planlos durch Europa. Für seine berufliche Tätigkeit reicht ihm eine gute mobile Internetverbindung aus, wie das französische Portal „Le Figaro“ berichtet. Dadurch kann er jederzeit flexibel neue Reiseziele wählen.
Er gibt zu, seinen Kunden bislang verschwiegen zu haben, dass er keine feste Adresse mehr besitzt: „aus Angst, sie könnten sich Sorgen um meinen Lebensstil machen und ich würde als Einzelgänger gelten“, wie er „Le Figaro“ sagt. Nach dem Abbruch seines Studiums hat er sich online weitergebildet und betreut heute kleinere Firmen.
Den Lebenswandel finanzierte er durch ein erfolgreiches Immobilienprojekt. Ronan hatte ein renovierungsbedürftiges Haus bei Brest instand gesetzt und im November 2021 für 112.000 Euro verkauft. „Damit habe ich nicht nur meine Ausgaben gedeckt“, sagt er. Mit dem Gewinn kaufte er ein gebrauchtes Wohnmobil für 22.000 Euro.
Den Ausbau des Innenraums übernahm er größtenteils selbst und investierte dafür nur 800 Euro. Insgesamt ist er finanziell heute besser gestellt als früher mit einer festen Wohnung. Seine Stromversorgung sichert er über fünf Solarpaneele. An besonders kalten Wintertagen weicht er allerdings auf Campingplätze aus, die etwa 20 Euro pro Übernachtung kosten.
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Für Benzin gibt Ronan eigenen Angaben zufolge rund 200 Euro im Monat aus, was zusammen mit Lebensmitteln seine höchsten Ausgaben seien. Hinzu kommen jährliche Kosten für Gasflaschen zwischen 240 und 300 Euro.
„Es ist schwierig, meine jährlichen Ausgaben zu berechnen, da kein Jahr dem anderen gleicht. Sie variieren stark, je nachdem, wo ich bin. Ich kann aber sagen, dass es mir besser geht als zu der Zeit, als ich noch ein Haus besaß. Von meinem monatlichen Nettoeinkommen von 1.600 bis 1.800 Euro kann ich heute 300 bis 400 Euro zurücklegen“, erklärt der junge Mann.
Beim Kauf eines gebrauchten Wohnmobils rät der ADAC, zunächst genau zu prüfen, welcher Typ (Kastenwagen, Alkoven oder Integrierter) am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt – je nach Anzahl der Reisenden, Reisegewohnheiten und Budget. Wichtigste Prüfpunkte sind Dichtigkeit (Feuchtigkeitsschäden sind ein häufiges und teures Problem) und die verbleibende Zuladung, die durch Sonderausstattung stark reduziert sein kann.
Der Kauf beim Händler bietet mehr Sicherheit durch gesetzliche Gewährleistung (mindestens ein Jahr), während beim Privatkauf die Haftung meist ausgeschlossen wird – hier sollte man besonders gründlich prüfen, alle Zusagen schriftlich im Vertrag festhalten und Rechnungen sowie Prüfberichte (zum Beispiel Gasprüfung) einsehen.