Jahrelang kämpfte ein Mann aus den Niederlanden gegen den Abriss seines Zuhauses. Am Ende erreichte er einen Kompromiss.
Jahrelang kämpfte ein Mann aus den Niederlanden gegen den Abriss seines Zuhauses. Am Ende erreichte er einen Kompromiss.
Vor drei Jahren begann für Frank van der Vloet einen Kampf um sein Zuhause in der niederländischen Gemeinde Oss. Als Vorsitzender eines Nachbarschaftskomitees stellte er sich gegen den Abriss seiner Siedlung und zog vor Gericht. Nun endet der Streit mit einem Umzug, obwohl er die Arbeiten bis zuletzt verhindern wollte, wie die niederländische Tageszeitung „Brabants Dagblad“ berichtet.
Während des langen Konflikts lehnte Frank zahlreiche Wohnungsangebote ab. Neubauten kamen für ihn nie infrage, stattdessen suchte er ein älteres Haus in einer vertrauten Umgebung. Erst als die Bauarbeiten immer näher an sein Grundstück rückten und sogar sein Schuppen den Fortschritt behinderte, rückte eine Einigung mit dem Wohnungsunternehmen BrabantWonen in greifbare Nähe.
Trotz seines Abschieds sieht Frank den Wohnungswechsel auch als persönlichen Erfolg. „Ich bekomme ein Haus in dem Viertel, in dem ich als Kind aufgewachsen bin – ein altes Haus, das innen komplett renoviert wurde“, sagt er gegenüber „Brabants Dagblad“. „Und in den kommenden Jahren zahle ich keine höhere Miete. Ich habe alles herausgeholt, was möglich war.“
Besonders wichtig war ihm, seine Miete von nur 425 Euro im Monat möglichst zu sichern. „Wenn ich diesen Betrag nenne, glaubt mir das niemand. Aber es gab Leute in der Straße, die sogar noch weniger bezahlt haben. Meine Nachbarin, die hier 50 Jahre lang gewohnt hat, zahlte nur 330 Euro“, so Frank.
Dank einer Vereinbarung steigt seine Miete in den kommenden drei Jahren nicht. Den Schlüssel für sein neues Zuhause besitzt Frank bereits, dennoch bleibt er vorerst in der alten Wohnung. Erst im September will er gemeinsam mit den letzten Nachbarn aus der Siedlung ausziehen.
Franks Geschichte zeigt, dass Umzüge häufig Unsicherheit und Stress auslösen können, da Menschen ihr Zuhause als wichtige Quelle von Stabilität wahrnehmen. Besonders der Wechsel in eine neue Stadt oder unbekannte Umgebung kann Ängste vor dem Unbekannten verstärken, erklärt Dachser & Kolb in einem Beitrag.
Nach dem Umzug können Gefühle von Einsamkeit, Antriebslosigkeit oder Überforderung auftreten, die als Umzugsdepression beschrieben werden. Um besser damit umzugehen, helfen Zeit zum Eingewöhnen, neue Routinen, soziale Kontakte und das offene Gespräch über eigene Gefühle.