Obwohl er fast 50 Jahre gearbeitet hat, lebt Juan (79) heute in einem Van. Der Senior kann sich mit seiner Rente keine bezahlbare Wohnung in seiner Umgebung leisten.
Obwohl er fast 50 Jahre gearbeitet hat, lebt Juan (79) heute in einem Van. Der Senior kann sich mit seiner Rente keine bezahlbare Wohnung in seiner Umgebung leisten.
Juan (79) hat 49 Jahre lang hart gearbeitet. Dennoch musste der Senior aus Katalonien (Spanien) mehrere Monate in einem Lieferwagen leben. Wie der spanische Nachrichtensender Antena 3 Noticias berichtet, reicht seine monatliche Rente nicht aus, um sich die Miete in seiner Gegend zu leisten.
Vor einigen Monaten erhielt der Spanier ein Schreiben, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass sein Mietvertrag nicht verlängert wird. Juan berichtet, dass er nun seit zwei Monaten in seinem Van lebe und über 3000 Kilometer gereist sei, um eine bezahlbare Wohnung zu finden.
„Nach einem Leben voller Arbeit hätte ich nie gedacht, dass ich mir in meinem Alter Sorgen um meine Wohnung machen müsste. Ich habe eine Rente von 1000 Euro und kann mir keine Wohnung für mehr als 450 Euro leisten”, sagt er.
Mittlerweile hat der Senior von der Gewerkschaft eine 32 Quadratmeter große Sozialwohnung erhalten. „Das ist okay, aber ich würde gern eine größere finden, die ich mir leisten kann. Ich möchte niemandem zur Last fallen”, erzählt Juan.
Während er auf eine bezahlbare Wohnung hofft, will der Spanier erneut mit seinem Lieferwagen durch die am stärksten entvölkerten Regionen Kataloniens fahren – auf der Suche nach einem neuen Zuhause.
Doch nicht nur in Spanien ist Wohnungsnot unter älteren Menschen ein Problem. Der Bundesvorsitzende der IG-Bau (Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt) Robert Feiger warnt in einer aktuellen Pressemitteilung: „Rund 5,1 Millionen Baby-Boomer werden weniger als 800 Euro pro Monat aus der gesetzlichen Rente bekommen.”
Das entspricht etwa 40 Prozent der geburtsstarken Jahrgänge, die zwischen 2026 und 2036 in den Ruhestand treten. Der IG BAU-Bundesvorsitzende beruft sich dabei auf die Analyse des Pestel-Instituts.
,regionOfInterest=(964,564)&hash=caedf00949ca50ca9cff8dc534453bd2db9183359b47034f3542ecc30de7767c)
Für viele Baby-Boomer-Rentner dürfte die Miete zum Problem werden: Steigende Wohn-, Heiz- und Nebenkosten ließen sich mit einer solchen Niedrigrente kaum noch stemmen. Bereits heute beziehen 4,3 Prozent aller Rentner staatliche Grundsicherung – 2010 waren es noch 2,5 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von rund 70 Prozent innerhalb von 15 Jahren.
IG BAU-Chef Robert Feiger fordert die Bundesregierung zum Handeln auf: Kleine Renten müssten steigen, und auch Einnahmen aus Vermögen wie Dividenden und Zinsen sollten zur Rentenfinanzierung beitragen. Zudem brauche es mehr Wohnungsbau – derzeit fehlen in Deutschland 1,4 Millionen Wohnungen.